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Reviews

Double Vision

Double Vision


Info

Musikrichtung: Melodic Rock

VÖ: 11.07.2025

(Frontiers / Membran)

Gesamtspielzeit: 43:10

Internet:

https://www.doublevisiontheartist.com

Wer allen Ernstes glaubt, die als Foreigner-Tribute-Band gestarteten Double Vision würden gleich mit ihrem Erstling das Niveau der US-Melodic-Ikonen erreichen, braucht an dieser Stelle gar nicht weiterzulesen. Abgesehen davon, dass das fast ein Ding der Unmöglichkeit ist, habe ich beim Anhören zu keiner Zeit den Eindruck, dass diese dem Namen nach neue, aber mit erfahrenen Musikern besetzte Gruppe überhaupt derartige Ambitionen hatte. Ich glaube, dem Sextett ging es einfach nur darum, seine eigenen Ideen umzusetzen, dadurch letztlich etwas Eigenes zu erschaffen und das Resultat dann noch mit Elementen des typischen und auf der ganzen Welt bekannten Foreigner-Sounds anzureichern. Oder wie es die Band aus New York selbst ausdrückt: „Es sollte nichts Abgekupfertes sein, aber dennoch etwas, das den Fans von Foreigner gefallen würde.“ Und weiter: „Wenn man alle Schaffensphasen von Foreigner nimmt, sie miteinander vermischt und noch ein paar sporadische Einflüsse dazupackt, dann kommt am Ende so etwas wie Double Vision heraus.“ Und dieses Vorhaben hat das Sextett um um den angenehm und vor allem eigenständig klingenden Sänger Chandler Mogel zweifellos überzeugend in die Tat umgesetzt!
Apropos „sporadische Einflüsse“: Beim harmonischen „I Know The Way“ fielen mir sofort The Storm ein, jene hervorragende Band um Bassist Ross Valory und Drummer Steve Smith, die zuvor das legendäre Rhythmusgespann von Journey bildeten, die es leider nur auf zwei ausgezeichnete Alben brachte. Die nummer klingt toll, trotzdem ist es gut, dass die eigene Note viel ausgeprägter ist!Die zeigt sich im rockigen „Youphoria“, dem dramatischen „Silence Is Louder“ (dem die pointierten Keyboard-Einsätze den letzten Schliff geben), den beiden Melodiebomben „This Day And Age“ (das mit originellen Honkytonk-Piano-Spritzern garniert ist) und „Once Before“ (mit Sax-Appeal; beim Opener „Prison Of Illusion“ fungiert das Saxofon mit gleich zwei Einsätzen gar als Lead-Instrument!) sowie dem progressiv angehauchten „Church Of The Open Mind“. So etwas wie der zuletzt genannte Song, mit dieser Atmosphäre, ist mir von Foreigner nicht bekannt!

Bei allen Stücken sind die einzelnen Parts schlüssig miteinander verbunden, die verschiedenen Elemente greifen in beeindruckend harmonischer Art und Weise ineinander. Durch die geschickten Arrangements fällt einem zunächst gar nicht auf, dass alle 13 Songs unter vier Minuten lang sind – ja, auch die mit 4:01 Minuten angegebene Ballade „A Stranger´s Face“. Die tatsächliche Laufzeit des Titels beträgt selbst mit Wohlwollen nur 3:57 Minuten.

Eher verunglückt erscheint mir das kurze Instrumental „Transient Times“, oder besser gesagt dessen Platzierung. Double Vision hätten die von ihrem Keyboarder Alex Lubin komponierten 83 Sekunden ihres Keyboarders Alex Lubin besser als Intro verwendet oder einfach weggelassen. Stattdessen steht es genau in der Mitte, teilt die 13 Lieder strikt in zwei Hälften auf und unterbricht damit in meinen Ohren den Fluss des Albums, das danach erst wieder ins Rollen kommen muss.

Abgesehen von diesem Schönheitsfehler haben Double Vision ein bemerkenswertes Debüt vorgelegt, dem zwar der Mega-Hit fehlt, das man jedoch gerade durch das einheitlich hohe Qualitätslevel der fein geschwungenen Hooklines oft und gerne mit unverminderter Freude hören kann. Und dazu muss man beileibe kein glühender Fan des Achtziger-Sounds sein, sondern einfach Melodien schätzen und besonders die kleinen im Hintergrund (Melodiechen?) lieben!



Michael Schübeler

Trackliste

1Prison Of Illusion3:34
2No Fool For Love3:45
3The Man You Make Me3:50
4I Know The Way3:01
5Youphoria3:15
6Look Out For Me3:20
7Transient Times (Instrumental)1:23
8Silence Is Louder3:08
9Church Of The Open Mind3:19
10Once Before3:47
11A Stranger´s Face3:57
12This Day And Age3:09
13Love Could Rule 3:42

Besetzung

Chandler Mogel (Vocals)
Chris Schwartz (Guitar)
Paul Baccash (Guitar)
Scott Metaxas (Bass)
Scott Duboys (Drums)
Alex Lubin (Keyboards)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger