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El Muki
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Info
Musikrichtung:
World Music / Jazz - Fusion
VÖ: 15.08.2025 (Saponegro) Gesamtspielzeit: 57:48 Internet: https://www.afroperuviansextet.com/about https://jazzfuel.com/ |

Afro-peruanische Musik trifft auf Jazz, so in Kurzform dargestellt. Dieses Sextett wurde 2005 gegründet. Auf ihrer aktuellen Veröffentlichung, El Muki, tritt das Gabriel Alegría Afro-Peruvian Sextet eigentlich als Septett auf, und zusätzlich wurden noch ein Cellist und ein Chor hinzugezogen.
El Muki, der Titel bezieht sich auf eine mythologische Figur aus den Anden, die Bergbauern im peruanischen Hochland beschützen soll. In diesem Sinne, so wird es beschrieben, sieht sich die Band als Hüter von etwas ebenso Wichtigem: der Seele der Musik, die von echten Menschen in Echtzeit auf echten Instrumenten geschaffen wird. Ja, und diese Seele spürt man in jedem Song, Emotionen, die sich aus der Folklore Perus speisen sowie aus dem Grossstadtdschungel New Yorks.
Trompeter Gabriel Alegría und die Saxofonistin Laura Andrea Leguía spielen hierbei eine wichtige Rolle, spiegeln sie doch stark die Hinwendung zum Jazz wider. Der Perkussionist Freddy “Huevito” Lobatón bringt hierzu die folkloristische Note ein, die eine Fusion der besonderen Art entstehen lassen. Eine Fusion, die Tradition und Moderne verbindet. Dabei spielen auf jeden Fall alle beteiligten Musiker*innen eine wichtige Rolle, strahlen sie doch wie eine Einheit diesen zupackenden Groove aus, diese Verbundenheit, dieses ganz spezielle Feeling, dass mich gedanklich auch zurückträgt in eine Aufbruchstimmung der End-Sechziger und der Siebziger, als sich Musiker wie zum Beispiel wie Wayne Shorter oder so manche Künstler, die seinerzeit auf dem Label von Creed Taylor, CTI, tätig waren, einen ganz speziellen Sound schufen.
So hätte diese Band auch sehr gut in dieses Raster gepasst, und während solche Musik zwischenzeitlich "altmodisch" erscheinen mag, transportiert man hier diesen Geist des Aufbruchs in die Jetztzeit, mit einer großartigen Frische, Musik, die lebendig und sehr rhythmisch ist, und den zeitgenössischen Jazz wieder mit Kraft und Dynamik belebt hat, gleichwohl nicht neu, aber mit großer Eigenständigkeit und individuellem Ausdruck.
Ja, das bereitet wirklich Freude, dieser in der Tat Freude ausstrahlende Musik, zuzuhören und sich hinzugeben in diesen Taumel eines rhythmisch wogenden Meers von Harmonie, in die Rhythmik der Folklore, verknüpft mit der Freiheit des Jazz. Kurzum - eine herrliche Entdeckungsreise von fast 60 Minuten Länge.
Neben den Kompositionen von Alegría und Laura Andrea Leguía ist es lediglich ein Song, der nicht von den Beiden komponiert wurde, und zwar von Sting, der letzte Song "Walking On The Moon", herrlich, wie man diese Komposition in den Sound der Band integriert hat und sich ihn fast zu Eigen macht!

Trackliste
2 Luciérnagas / Fireflies
3 Mala Seńal / Bad Sign
4 Panabe
5 Vista Panorámica / Bird’s Eye View
6 Ausencia / Absence
7 La Zafra / The Harvest
8 Despertar / Awakening
9 Walking On The Moon
Besetzung
Laura Andrea Leguía (tenor saxophone)
Hugo Alcázar (drums)
Mario Cuba (bass)
Freddy “Huevito” Lobatón (percussion)
Jocho Velásquez (guitar)
JF Maza (saxophone)
Marco Lucioni (cello)
Shades Of Yale (choir)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

