Reviews
Zeus' Amusement
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Info
Musikrichtung:
Synthie Pop / Krautrock
VÖ: 28.03.2025 (1978) (MiG) Gesamtspielzeit: 62:32 Internet: http://www.zeusbheld.com |

Mit ihrem Signature Song „Gamma Ray“ haben Birth Control einen Leuchtturm für die Ewigkeit nicht nur in die deutsche Rock-Geschichte gestellt. Daneben ist die Karriere dieser letztlich sträflich unterbewerteten Band alles andere als gradlinig verlaufen. Immer wieder haben sie Platten veröffentlicht, die die Fans eher verwirrt als begeistert haben. 1973 bis 1977, also in der Hochzeit der Band, war Bernd „Zeus“ Held für die Tasteninstrumente zuständig. Da er sein Solo-Album Zeus' Amusement in den Monaten November und Dezember 1977 eingespielt hat, dürfte das wohl nach seiner Trennung von der Band gewesen sein.
Zeus' Amusement ist alles andere als ein Back-to-the-Roots-Album für alte Birth Control Fans. Der Titel des Albums könnte die augenzwinkernde Ansage sein, ich mache jetzt einfach, wozu ich Lust habe. Und er hat auch kaum jemanden mitspielen lassen. An seiner Seite befinden sich lediglich Schlagzeuger Mannfred von Bohr, der interessanterweise just in dem Moment bei Birth Control einstieg, als Held die Band verlies, und wenige Gäste bei einzelnen Titeln.
Umso stärker treten Keyboards und Synthies in den Vordergrund, die die 80er dann deutlich geprägt haben, von ihm aber offenbar schon deutlich früher entdeckt wurden. Insbesondere liebt er es seine Stimme durch den Vocoder zu jagen.
Man muss sich an den synthetischen Sound des Albums gewöhnen, bekommt dann aber ein recht vielfältiges Programm geliefert. Da gibt es flotten instrumentalen Synthie-Pop („Off the Cuff“), das funky groovende „L.A.‘s Ok“ mit Saxophon, den Debussy-Tribute „Claude“ auf dem Piano, Orgel geschwängerten Synthie Kraut („Goodbye Europe“) oder das verspielte „Italian Items“ mit einem kraftvollen Orgel-Part und – natürlich – italienischen Gast-Vocals von Claudia Simeaux-Levy.
Das absolute Highlight steht aber am Anfang des Albums - eine extrem coole Interpretation von „The Fool on the Hill“, die keinen Stein auf dem anderen lässt. Mit reichlich Synthies, verfremdetem Gesang aber auch lässigen Flöten erschafft eine völlig veränderte, groovende Version des Klassikers. Allein dafür, eventuell sogar nur wegen ihm, lohnt sich die Anschaffung.
Die aktuelle MiG-Edition kommt mit vier Bonus-Tracks. Das Booklet enthält Liner Notes und Kommentare zu jedem einzelnen Song von Held persönlich.

Trackliste
| 1 | The Fool on the Hill | 3:46 |
| 2 | Off the Cuff | 4:18 |
| 3 | Goodbye Europe (Part I) | 5:28 |
| 4 | Italian Items | 5:40 |
| 5 | Claude | 3:20 |
| 6 | Madmen's Rag | 7:00 |
| 7 | Why can't I be a Singer? | 5:54 |
| 8 | L.A.'s ok | 3:18 |
| 9 | Space Cake | 4:24 |
| 10 | Sagenhaft | 1:01 |
| 11 | Claude 2025 | 3:17 |
| 12 | Why can't I be a Singer? (Remix by Joix) | 5:07 |
| 13 | Why can't I be in the Year 2025 (Produced by André Schwarz) | 4:31 |
| 14 | Space Cake MMXXV (Remix by Dave Harris) | 5:30 |
Besetzung
Manfred von Bohr (Dr, Perc)
Gäste:
Horst Stachelhaus (B <1,4>)
George Fisher (Voc <4,6>)
Christoph Noppeney (Viola <9>)
Claudia Simeaux-Levy (Ital. Voc <4>)
Willie (Perc <7>)
Lenny McDowell (Flöte <11>)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

