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Reviews

Brinsley Schwarz

Live at Rockpalast


Info

Musikrichtung: Pub-Rock

VÖ: 28.02.2025 (1975)

(WDR / MiG)

Gesamtspielzeit: 46:42

Wer sich – wie ich - seit Jahrzehnten mit Rock-Musik beschäftigt, kommt um den Namen Brinsley Schwarz nicht herum. Auch ich nicht! Mehr als ein Name war er für mich bisher allerdings tatsächlich nicht. Ich wusste, dass er in der britischen Musikszene der 70er und 80er Jahre eine feste Größe war. Irgendwo im Umfeld von Tom Robinson, Elvis Costello und ähnlichen. Bewusst gehört habe ich ihn mit diesem Rockpalast-Mitschnitt von 1975 zum ersten Mal. Mit ihm auf der Bühne waren u.a. der Gitarrist Ian Gomm, vom Hören-Sagen ähnlich bekannt wie Schwarz, und der mir wesentlich vertrautere Bassist Nick Lowe (u.a. Rockpile).

Nach einer kurzen Recherche muss ich die Band Brinsley Schwarz etwas früher datieren als bisher vermutet. Denn sie löste sich, nachdem sie fünf Jahre aktiv war, noch im Jahr des Rockpalast-Auftritts auf. Der Musiker Brinsley Ernst Peter Schwarz war danach noch eine kurze Zeit mit Graham Parker unterwegs und hat seine Karriere als Musiker dann wohl beendet.

Brinsley Schwarz eröffnen ihr Konzert in Köln mit dem treffend betitelten „Country Girl“ einer unpeinlichen, nicht schnulzigen Country-Nummer, die deutlich von Bob Andrews’ Orgel geprägt ist. Das gilt auch für den folgenden harmlosen Rhythmiker „We can mess around“ und die im Reggae-Gewand präsentierte Drifters-Schnulze „Save the last Dance for me“. Nach einer weiteren recht munteren vom Country geprägten Nummer wendet die Band sich stärker ihrem eigentlichen Metier, dem Pub-Rock, zu.

Das Ganze bleibt bis kurz vor Ende sehr brav und harmlos, wechselt zwischen Rock’n’Roll („Run Rudolph run“), Schnulze („Please don't ever change“) und müder Ballade („Don't lose your Grip on Love“). Danach scheint irgendwer den Schalter umgelegt zu haben und es kommt endlich Leben in die Bude. Das massiv rockende „(What's so funny 'bout) Peace, Love and Understanding” ist das Highlight des Auftritts; knapp gefolgt von der Dave Edmunds-Nummer „Ju Ju Man“.

So irgendwie hatte ich mir Brinsley Schwarz tatsächlich vorgestellt. Sollte die in ihrer Geschichte mal so gespielt haben, ist die Entscheidung sie in dem hier zu hörenden Zustand aufzulösen wohl angemessen.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Country Girl 3:24
2We can mess around 3:25
3Save the last Dance for me 4:05
4Range War 2:38
5Love is gone 2.08
6Run Rudolph run 3:25
7Private Number 4:30
8Surrender to the Rhythm 3:49
9Please don't ever change 4:13
10Don't lose your Grip on Love 5:10
11(What's so funny 'bout) Peace, Love and Understanding 3:08
12Ju Ju Man 4:11
13Rockin' Chair 2:38

Besetzung

Brinsley Schwarz (Git, Voc)
Nick Lowe (B, Voc)
Billy Rankin (Dr)
Ian Gomm (Git, Voc)
Bob Andrews (Keys, Voc)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger