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Reviews

Kneebody

Reach


Info

Musikrichtung: Jazz-Rock/Fusion

VÖ: 18.04.2025

(Ground Up)

Gesamtspielzeit: 38:33

Internet:

https://www.kneebody.com/
https://jazzfuel.com/

Die Band Kneebody wurde im Jahre 2001 gegründet, vier Musiker aus den USA. Mit dem aktuellen Album Reach wird nun die bereits neunte Veröffentlichung vorgelegt. Sie pflegen eine besondere Art der Fusion. So las ich, dass man sich vorstellen solle, dass sich die Musik von MFSB, das war die Begleitband vieler Produktionen des Phillysounds, mit Van Halen und der Musik von Yes paaren würde. Nun, das klingt in der Tat spannend, doch was trifft davon zu?

In diesem Quartettformat spielt die Band erstmalig zusammen, und weil der reguläre Bassist die Anderen verliess, fiel nun dem Schlagzeuger Nate Wood die Aufgabe zu, Schlagzeug und Bass gleichzeitig zu spielen. Wie das nun gehen soll, das verwundert mich, als Overdub ja, aber gleichzeitig? Nun, es gibt hierzu ein Video, das mir zeigt, wie es geht! ( https://www.youtube.com/watch?v=T4xU7YjhlpA ) "Repeat After Me", das ist der Auftaktsong des Albums, und das ist ein richtig cooler Funk! Hier spürt man unter anderem diesen Sound, wie er sich in den Achtzigern bildete, etwa von Herbie Hancock besonders. Saxofonist Ben Wendel legt ein kraftvolles Solo vor und bringt ein treffliches Jazz-Argument ein.

Noch ein wenig mehr an Elektronik finden wir mit "Reach", das hat bereits einen leichten "Dancefloor-Charakter". Trompeter Endsley bringt auch ein wenig von Miles Davis aus dessen Spätphase mit ins Spiel. So orientiert sich die Musik einerseits an Quellen des kommerzialisierten Funk als auch an modernen Ausrichtungen, die diese Art von Fusion ein wenig erweitern und noch zeitgemäßer gestalten. Hierbei ist auch Keyboarder Benjamin verantwortlich, der einen entsprechenden Gegenpart zum natürlichen Sound von Saxofonen und Trompete darstellt.

Moderne Fusion auf dem Boden von Jazz Rock, mit dem gelegentlichen Anstrich der Härte von Rockmusik. Nun, die anfangs erwähnte "Paarung" von Phillysound, Van Halen und Yes vermag ich nicht unbedingt zu entdecken, denn als Grundlage bleibt das Funk alter Schule in Form der Bearbeitung der Achtziger und darüber gesetzte elektronische Passagen und Zurichtung. Ein Song, der ohne den Funk-Ansatz auskommt, ist "Glimmer", der ein wenig ruhiger dahinfliesst, allerdings auch weniger ausdrucksstark ist.

"Another One" ist nun wieder zupackender, und auch hier zeigt sich der Sound wieder offener mit verschiedenen Anleihen, die kraftvoll und sehr interessant zusammengepackt wurden. Ja, und mit welchen anderen Formationen kann man Kneebody nun vergleichen? Zuallererst fällt mir Snarky Puppy ein, dann noch The Bad Plus, um sich einmal die Besonderheit dieses Sounds vorstellen zu können. Einen der Höhepunkte im Zusammenspiel der Stilelemente, im Mix zwischen Gestern, Heute und Morgen stellt für mich der Song "Top Hat" vor. Tatsächlich könnte ich mir hier noch zusätzlich vorstellen, dass sich ein Rapper dazugesellt mit einer zusätzlichen Hip-Hop-Zutat.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Repeat After Me (3:56)
2 Reach (3:51)
3 Natural Bridge (4:37)
4 Glimmer (3:16)
5 Another One (4:36)
6 Top Hat (5:11)
7 Lo Hi (6:14)
8 Long Walk (2:45)
9 Say So (4:08)

Besetzung

Ben Wendel (saxophone)
Shane Endsley (trumpet)
Adam Benjamin (keyboards)
Nate Wood (drums and electric bass)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger