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Fragile
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Info
Musikrichtung:
World Music/Fusion
VÖ: 02.07.2025 (Alter K) Gesamtspielzeit: 39:52 Internet: https://www.taniasaleh.com/ https://www.alter-k.com/ https://www.nuzzcom.com/ |

Tania Saleh stammt aus dem Libanon. Nach einer Bombenexplosion am 4.August 2020 verließ sie die Heimat und suchte ihr Exil in Paris. Und von diesen Ereignissen und ihrem Weg nach Paris und das dortige Leben handelt die aktuelle Veröffentlichung Fragile. Alle Texte und die Musik stammen von ihr, und zeigen anhand der im separaten Booklet abgedruckten Texte, das es sich um ein sehr persönlich geprägtes Album handelt, Texte voller Lyrik und Ausdruckskraft.
Hierzu erklärte sie sinngemäß wie folgt: "Die Idee zu diesem Album kam mir, nachdem ich aufgrund einer Reihe von Problemen mein Heimatland, den Libanon, verlassen musste. Da ich mein Leben in der Fremde neu aufbauen musste, fühlte ich mich gezwungen, mich einer Gehirnwäsche zu unterziehen, um all den Staub aus meinem Kopf zu bekommen, um neu anzufangen und den eintönigen Klingelton meines Lebens zu verändern."
Da sie in ihrer Heimatsprache singt, ist es sehr nützlich, die englisch abgedruckten Texte vorzufinden. Musikalisch finden wir einen Mix zwischen Tradition und Moderne vor. Während der Auftaktsong noch recht folkloristisch geprägt ist mit der Instrumentierung, inklusive der treibenden Perkussion, zeigt sich ein Song wie "Inta Ma Shi" bereits ganz anders, nämlich durch die Programmierung wesentlich moderner mit seinen elektronischen Texturen. Allen gemein ist jedoch der sehr emotional geprägte Gesang mit dieser orientalischen Ausrichtung. Man spürt im Grunde genommen diese von der Protagonistin ausgedrückten Gefühle, die sich aus ihrer Situation ergeben haben, Sehnsüchte, Hoffnung, Erinnerungen werden wach.
Selbst finde ich zu den mehr folkloristisch einfachen Songs mehr Zugang, aber wenn zum Beispiel "Bas" erklingt, dann geht das in eine ganz andere, auch nicht unbedingt erwartete Richtung, schwingt hier doch das Feeling eines Bossa Nova mit, und auch vor Rock machen die Arrangements keinen Bogen, man lausche einmal dem Song "Zet El Naghmeh". Insofern ist es sicher interessant, wie sich libanesische Ursprünge mit anderen Einflüssen, die aus einer westlich geprägten Welt stammen, vereinen. Libanesischer Folk, Elektronik, ein wenig Rock, so entstand ein relativ individueller Sound.

Trackliste
2 Matrah
3 Inta Ma Shi
4 Qul
5 Leh
6 Bas
7 Zet El Naghmeh
8 Hashara
9 Marajeeh
10 Ghayr El Sama
Besetzung
Øyvind Kristiansen (piano, keyboards, programming)
Mohamed Najem (ney & clarinet)
Elias Gourabi (percussion)
Islem Jemai (oud)
Nidhal Jaoui (kanoon)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

