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The Revenge of Alice Cooper
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Info
Musikrichtung:
Hard Rock
VÖ: 25.07.2025 (Ear / Edel) Gesamtspielzeit: 54:22 Internet: http://www.alicecooper.com |

1974 nahm der Pastorensohn Vincent Damon Furnier offiziell den Namen Alice Cooper an. Bis dahin war das der Name einer Band, die zu den Erfindern des Schock-Rocks gezählt wird. Die Alice Cooper Band, die in den frühen 70er Jahren mit Alben wie School’s out (1972) und Billion Dollar Babies (1973) Furore gemacht hatte, war zu diesem Zeitpunkt, ohne offiziell aufgelöst zu sein, Geschichte.
Es begann eine fast 50-jährige Solo-Karriere von Alice Cooper. Nun wird das Rad der Geschichte zurück gedreht. Der Kern der Besetzung von The Revenge of Alice Cooper ist die Alice Cooper Band in Originalbesetzung. Sogar der 1997 im Alter von nur 50 Jahren verstorbenen Gitarrist Glen Buxton ist dank alter Aufnahmen auf einem Stück dabei.
Mit dem Artwork stürzt Cooper sogar noch etwas weiter in die Vergangenheit zurück. Musikalisch lässt er die 70er wieder aufleben, allerdings nicht ohne sie um eine Reihe jüngerer Materialien zu ergänzen. Da gibt es klassischen 70er Jahre Rock, psychedelische Momente, jazzige Elemente, Rock’n’Roll, powernden Blues Rock, Rockabilly-Einschläge und sogar progressive Elemente. Unterhaltsam ist das allemal.
„Black Mamba“ eröffnet das Album schleppend und mit deutlich dämonischem Akzent. Mit „Kill the Flies“ begibt Cooper sich textlich in die Zwangsjacke und liefert eins der Stücke dieses Albums ab, an die man sich möglicherweise auch in zehn Jahren noch erinnert. Der Sound von „Blood on the Sun“ hat mich stark an die Single „Run with the Fox” erinnert, die Alan White und Chris Squire 1981 in der Weihnachtszeit auf die Welt losgelassen haben, während „What a Syd“ an die Hi-Di-Ho-Wechselgesänge denken lässt, die Cab Calloway in den Blues Brothers anstimmt. Es ist allerdings nur ein schwacher Anklang, während die soft jazzige Gitarre von Gyasi Heus im weiteren Verlauf überzeugen kann.
Fast wie ein Live-Album läuft The Revenge of Alice Cooper am Ende zur Höchstform auf. Das beginnt mit dem „Intergalactic Vagbond Blues”, einem Power Blues Rock, der sich mit einer intergalaktischen Liebesbeziehung befasst. Das rock’n’rollige „What happened to you” wird durch Ross Harwoods Hammerpiano massiv aufgewertet. Mit dem fantastischen „I ain't done wrong” wird der Blues Rock total geerdet. Vom cooperschen Glam-Ansatz ist hier nichts zu spüren. Mit der hymnischen Power(!)-Ballade „See you on the other Side“ verabschiedet sich The Alice Cooper Band von ihrem Publikum.
Mit sieben Alben hatte sie die Karriere von Alice Cooper eingeleitet. Wenn es in dieser Form geschieht, ist nichts dagegen einzuwenden, dass sie die Karriere des Schockrockers auch mit sieben Alben beendet. Danach müsste Cooper an die 90 sein – Zeit auch für die Schock-Rocker-Rente oder mit dem Gedanken an Tod und Sterben nicht nur in den Texten zu spielen.

Trackliste
| 1 | Black Mamba | 4:57 |
| 2 | Wild Ones | 4:18 |
| 3 | Up all Night | 3:07 |
| 4 | Kill the Flies | 4:13 |
| 5 | One Night Stand | 3:06 |
| 6 | Blood on the Sun | 6:03 |
| 7 | Crap that gets in the Way of your Dreams | 3:00 |
| 8 | Famous Face | 4:20 |
| 9 | Money screams | 3:44 |
| 10 | What a Syd | 2:42 |
| 11 | Intergalactic Vagbond Blues | 3:11 |
| 12 | What happened to you | 4:00 |
| 13 | I ain't done wrong | 3:43 |
| 14 | See you on the other Side | 3:58 |
Besetzung
Neal Smith (Dr, Perc <1,6>)
Dennis Dunaway (B, Git <6>, Back Voc <1,4,6,10,14>)
Michael Bruce (Git, Keys <8,10>, Back Voc <1,5,8,12,14>)
Glen Buxton (Git <12>)
Gyasi Heus (Git <1,2,3,5,6,7,8,9,10,11,12,13,14>, Glockenspiel <4>)
Rick Tedesco (Git <2,3,4,6,7,8,11,14>)
Bob Ezrin (Keys <4,6>, Back Voc <2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,14>, Tambourin <3,12>, Perc <7>)
Gäste:
Robby Krieger (Lead Git <1>)
Steve Potts (Git <8>)
Conrad Varela (Git <8>)
Tom Both (Keys <8>, Back Voc <8>)
Ross Harwood (Piano <12>)
Lynn Bruce (Ad. B <8>, Back Voc <8>)
Ad Adams (Perc <8>, Back Voc <8>)
Jeff Burkett (Back Voc <8>)
Clarke Rigsby (Back Voc <8>)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

