Reviews
The Quantum Phase
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Info
Musikrichtung:
Hard Rock
VÖ: 08.03.2024 (Frontiers / Membran) Gesamtspielzeit: 51:46 Internet: http://www.theendmachine-thequantumphase.bandcamp.com |

Auf YouTube ist ein Review-Video zu sehen, in dem der Rezensent bilanziert, der dritte Longplayer von The End Machine sei besser als jedes Dokken-Album. Jawoll, endlich sagt es mal jemand! Klar, Tooth And Nail (1984), Under Lock And Key (1985) und Back For The Attack (1987) waren die erfolgreichsten Scheiben der Band. Wenn man ehrlich ist, hat dieses Triple den beteiligten Musikern nicht nur ihren Lebensstandard ermöglicht, sondern in musikalischer Hinsicht auch alles, was diese danach gemacht haben. Dennoch habe ich das Comeback-Album Dysfunctional (1995) viel häufiger gehört! Wird durch das Ende von Dokken nun auch meine ewige Nummer 1 bleiben!
Und ein Meisterwerk – glaubt es oder nicht – ist George Lynch und Jeff Pilson nun erneut gelungen! Wenn man so will, nach Phase2 nun also Phase 3, aber eben nicht Phase3, sondern The Quantum Phase. Das Wunderding ist meiner Ansicht nach schon allein wegen seiner größeren Reife und Abgeklärtheit Dysfunctional mindestens ebenbürtig und den anderen genannten Alben bemerkenswert deutlich überlegen. Ich habe mir gerade mal wieder Back For The Attack angehört und dabei vor allem auf die Arrangements und die Gitarrenarbeit geachtet – das sind Welten!
Die aktuelle Platte hat auch ein komplett anderes Feeling als Dysfunctional, allerdings die gleiche oder zumindest eine sehr ähnliche Intensität und Tiefe. Das überrascht im ersten Moment ein wenig, weil die unterschwellig bluesige Ausrichtung der ersten beiden TEM-Alben nur noch in einem Song auftaucht.
Beim leicht bluesgetränkten „Burning Man“ beweist Girish Pradhan, der Robert Mason ersetzt hat, dafür umso eindrucksvoller, dass er keinerlei Mühe hat, nicht nur mit Inbrunst, sondern auch mit Seele zu singen. Dadurch geht dieses Glanzlicht besonders tief rein und wühlt einen richtig auf! Ansonsten geht seine hohe, beeindruckende Stimme mehr in Richtung Rock-Shouter. Das sagt nicht jedem zu, ist manchem zu viel, zumal der Inder mit gellenden Schreien nicht geizt. Beim Shouten sind es die Nuancen, die den Unterschied machen. Das fehlte ihm bei Girish And The Chronickes bislang! Offensichtlich hat da jemand ordentlich Selbstvertrauen getankt!
Wem das Extrembeispiel „Hunted“ gefällt, der hat mit seinem sirenenhaften Gesangsstil kein Problem und wird The Quantum Phase lieben!
Aus den elf neuen Nummern mit den cleversten Backing Vocals ever kristallisieren sich zwar schnell persönliche Favoriten heraus („Killer Of The Night“!), aber mit der Zeit erkennt man, dass jeder Song etwas Besonderes hat, auch die für meine Begriffe minimal schwächere Hymne „Stand Up“. Beim sehr dicht instrumentierten „Hunted“ ist es der ruhige Mittelteil, der Spannung aufbaut, indem er Spannung herausnimmt. Irgendwann hat sich jeder Track in den Vordergrund geschoben, der eine mehr, der andere weniger heimlich (und entsprechend spät, was eine verblüffende Langzeitwirkung ergibt).
Mit dem formidablen Schlussakkord „Into The Blazing Sun“ haben The End Machine zudem einen veritablen Hit in der Hinterhand. Und das, ohne dass man den Musikern auch nur in einer Sekunde der gerade mal 2:45 Minuten vorwerfen könnte, es darauf angelegt zu haben. Dazu ist Lynchs Saitenakrobatik wie auf der gesamten Scheibe viel zu abgedreht! Viel zu aufregend!! Viel zu GEIL!!! nach dem Motto „Je oller, je doller“ hat er sich mit seiner phänomenalen Leistung auf The Quantum Phase bei mir mit über 70 endlich in eine Liga mit Akira Takasaki und Jake E. Lee gespielt. Dagegen klang er früher geradezu eindimensional!
Von seinen zahlreichen Betätigungsfeldern sind George Lynch Lynch Mob und eben The End Machine am wichtigsten, und das hört man jeder Note an!
The Quantum Phase ist gespickt mit überragend guten Hardrock-Songs, von denen das mit gehöriger Verzögerung sprachlos machende „Time“ als objektives Glanzlicht noch ein bisschen heller erstrahlt als die anderen. Dieses von Bassist Jeff Pilson erneut mit enorm viel Feingefühl exzellent produzierte Album ist pures Dynamit!
Die Art und Weise, wie sich The End Machine der Perfektion nähern und es dabei schaffen, ihre Leidenschaft höher denn je lodern zu lassen, könnte einem fast Angst einjagen – wenn es nicht so geil wäre!

Michael Schübeler
Trackliste
| 1 | Black Hole Extinction | 4:36 |
| 2 | Silent Winter | 5:44 |
| 3 | Killer Of The Night | 4:55 |
| 4 | Hell Or High Water | 4:50 |
| 5 | Stand Up | 4:24 |
| 6 | Burning Man | 4:14 |
| 7 | Shattered Glass Heart | 5:25 |
| 8 | Time | 5:13 |
| 9 | Hunted | 4:40 |
| 10 | Stranger In The Mirror | 4:54 |
| 11 | Into The Blazing Sun | 2:45 |
Besetzung
George Lynch (Guitar)
Jeff Pilson (Bass, Keyboards and Background Vocals)
Steve Brown (Drums and Background Vocals)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

