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Impermanence
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Info
Musikrichtung:
Fusion Jazz
VÖ: 20.06.2025 (HR Music) Gesamtspielzeit: 49:56 Internet: https://www.yotambo.com/ https://www.adhyaroparecords.com/ https://jazzfuel.com/ |

Yotam Ben-Or stammt aus Nataf, einem kleinen Dorf in der Nähe Jerusalems. Seit seinem elften Lebensjahr spielt er Mundharmonika. Nach dem Schulabschluß zog es ihn nach Tel-Aviv, er besuchte ein gemeinsames Projekt des Konservatoriums von Tel-Aviv und der New School for Jazz Studies (New York). Nach mehreren Auftritten in Israel und dem Gewinn des ersten Preises beim Rostov International Jazz Competition (Russland 2013) nahm er mit seiner Gruppe Jupiter das Album "All Original – Best Young Israeli Jazz, presented by Avishai Cohen" auf, das war auch 2013.
2014 erfolgte der Umzug nach New York, er erweiterte sein Spiel auf der Mundharmonika, ganz im Sinne solcher Vorbilder wie Toots Thielemans, Howard Levy oder ganz besonders Gregoire Maret, der ihn wohl sehr stark beeinflusste, mit dem Ziel, eine individuelle Spielart zu entwickeln. Und nun liegt ein neues Album mit Impermanence vor. Neben dem Kernquartett nahmen zwei Gäste an den Aufnahmen teil, die Sängerin Esther Quansah und als Cellist Lars Danielsson.
Auffällig ist, dass sich der Protagonist offensichtlich nicht nur in seinem eigenen Kulturkreis bewegt, sondern sich weit hinauslehnt mit dem Eröffnungstitel von Carlos Aguirre, einem Argentinier, also hin in die süd-und mittelamerikanische Richtung, und das dann auch entsprechend umsetzte mit dieser temperamentvollen Gestaltung. Dabei wird das Ganze in ein sehr jazzig swingendes Gewand gepackt.
Das im Kern als Quartett besetzte Ensemble setzt die Kompositionen von Ben-Or engagiert und sehr harmoniebetont in Szene, ausser Track Eins stammt nur noch Track Vier nicht von ihm, sondern von Gabriel Chakarij aus Venezuela. Im Jazz ist die Mundharmonika ja eher ungewöhnlich als Soloinstrument, doch hier wird es absolut selbstsicher und wie selbstverständlich in die auch swingende Stimmung integriert.
"Ballad For Daniel" ist das erste mit einem Gast bestückte Stück, Lars Danielsson verschmilzt mit seinem Cello mit der Mundharmonika und gemeinsam wird eine ganz besondere Stimmung erzeugt, die sehr romantisch dahinfließt. Dagegen werden wir mit einem Hauch Funk unterhalten mit dem groovenden "Omri", und ansonsten verbreiten alle Songs eine jeweils recht individuelle Spielart. Die Aufnahmen entstanden im Oktober 2023 in den Riverside Studios in Köln, nur Track Zehn wurde im Frühjahr 2024 in New York aufgenommen. Und hier treffen wir dann auch auf den einzigen Gesangstitel der Kollektion, gesungen von der von der Elfenbeinküste stammenden Esther Quansah, sie fügt sich mit ihrem sehr einfühlsamen und warm klingenden Gesangsstil vollends in den Song ein und verleiht ihm einen Hauch von Besonderheit. Gern hätte sie aus meiner Sicht noch einige andere Songs unterstützen können. Einen Nachteil hat "Trying" jedoch, der Song ist leider recht kurz und wird bei etwa Minute Drei langsam ausgeblendet.

Trackliste
2 Triangulation (5:52)
3 By the Way (3:45)
4 Merengue (6:50)
5 Ballad for Daniel (feat. Lars Danielsson) (3:37)
6 Omri (4:15)
7 René (6:33)
8 Kafka on the Beach (5:34)
9 Essi (4:35)
10 Trying (feat. Esther Quansah) (3:23)
Besetzung
Gabriel Chakarji (piano)
Alon Near (bass)
Alon Benjamini (drums)
with
Lars Danielsson (cello)
Esther Quansah (voice)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

