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Reviews

Stefan Sirbu

Reverie


Info

Musikrichtung: Jazz

VÖ: 07.03.2025

(Eigenveröffentlichung)

Gesamtspielzeit: 37:38

Internet:

https://www.stefansirbu.com/
https://jazzfuel.com/

Zunächst möchte ich den aus Moldavien stammenden und in Deutschland lebenden Jazz-Pianisten und Komponisten selbst zu Wort kommen lassen:

„Ich wollte eine Platte produzieren, die man während einer kurzen Fahrt nach Hause hören kann, um sich für die Zeit einer Busfahrt in der Dämmerung oder eines friedlichen Spaziergangs durch eine Stadt in der Abenddämmerung treiben zu lassen. Nicht zu lange, nur so lange, dass man die Gedanken schweifen lassen kann, wie in einem Tagtraum, um dann nach dem letzten Stück in der Stille „aufzuwachen.“

Gleich vorweg, dieser Absicht kann ich absolut dadurch Gestalt verleihen, in dem ich das genau nachvollziehen kann, was er sich vorgestellt hat. Stefan Sirbu hat es mit der Musik seiner bisher zweiten Veröffentlichung, Reverie verstanden, ein Bild zu malen, das rasch verinnerlicht werden kann, sobald man sich fallen läßt in diese ganz entspannte Atmosphäre.

Begleitet wird er von Julieta Eugenio (tenor saxophone), Clovis Nicolas (double bass) und Anthony Pinciotti (drums). Dem Schlagzeuger ist das Album zum Andenken an ihn gewidmet, verstarb er doch einige Monate nach den Aufnahmen am 30.Dezember 2024.

Mit "Drydown" gibt es einen wunderschönen Einstieg mit einer sehr romantischen und feinfühligen Ballade, die sofort Emotionen freisetzt, dergestalt, dass man meint, sie Seele würde gestreichelt werden, dazu strahlt Eugenio am Saxofon mit einer besonders zarten Gestaltung und es werden Erinnerungen wach an berühmte Balladen und Musiker der Jazzgeschichte. Überhaupt spielt die Saxofonistin aus Buenos Aires eine wichtige Rolle im Ausdruck der sieben Songs des Albums. So las ich, dass sie stilistisch mit Joe Lovano verglichen wurde. Jedenfalls spielt sie einen recht zurückhaltenden Stil, mit viel Schönheit und Klarheit im Ausdruck, selbst, wenn die Songs sich leicht in eine Uptempo-Stimmung begeben, wie bei "No Worries", behält sie die Kontrolle mit sehr viel Melodik und Harmonie, hier finden sich dann auch Spuren "alter Jazzer" wie zum Beispiel von Dexter Gordon.

Als Pianist setzt Sirbu natürlich auch Akzente mit seinem elegant swingenden Stil, der auch Spuren von klassischer Musik aufweist, und wenn er dann und wann das E-Piano zum Zuge kommen läßt, dann bringt er automatisch eine ganz sachte und sanfte Fusion-Variante mit ein. Der Titelsong ist wiederum eine sehr schöne Ballade, es kommt dem erwähnten Tagtraum in der Tat nahe, man kann sich so herrlich treiben lassen und den Gedanken freien Lauf lassen, unterstützt durch die Anmut und Schönheit der Gestaltung des Songs. Durchweg, egal, in welcher Stimmung, unterstützt die Rhythm Section mit gefühlvollem Spiel, ob es nun bei den Balladen ist oder mit dem entspannten Groove bei "Sweet", auch durch gelegentliche Solobeiträge.

Den Schluß bildet der Song "V.S.T. (Valse Sans Titre)", diese Komposition von Sirbu ist etwa zwanzig Jahre alt und soll bedeuten "Walzer ohne Titel", es soll sich wohl um einen seiner bekanntesten und meistgefragtesten Stücke handeln, es schwingt hier stark ein Hauch von klassischer Musik mit. Gesamtheitlich betrachtet, ist diese Musik sehr ruhig und beruhigend, warm strömender klassischer Jazz voller schöner Melodien und sehr harmonisch geprägt.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Drydown (5:05)
2 Elsa Au Miroir (3:50)
3 No Worries (5:57)
4 Reverie (6:23)
5 Sweet (4:39)
6 That Very Vienne (6:45)
7 V.S.T. (Valse Sans Titre) (4:57)

Besetzung

Stefan Sirbu (piano, compositions)
Julieta Eugenio (tenor saxophone)
Clovis Nicolas (double bass)
Anthony Pinciotti (drums)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger