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Reviews

Maschine

Mein Weg


Info

Musikrichtung: Deutsch-Rock

VÖ: 22.03.2024

(Premium / Soulfood)

Gesamtspielzeit: 55:59

Internet:

http://www.dieter-maschine-birr.de

Der Name Maschine ist bei Dieter Birr Programm. Solide, zuverlässig, kraftvoll zieht er seine Bahn. Wenn man ihm etwas vorwerfen kann, dann ist es die Solidität, die auf allzu Spektakuläres verzichtet. Der eine, etwas spektakuläre Track auf Mein Weg ist die Neueinspielung des Puhdys-Klassikers „Ikarus“.

Die Anwesenheit von „Ikarus“ könnte im Zusammenspiel mit dem CD-Titel die Vermutung wecken, dass wir es hier mit einer Best of zu tun haben. Das aber ist maximal zur Hälfte richtig. Eines der Highlights z.B. ist der neue, als Single ausgekoppelte Titel „Hunderttausend Laienrichter“, der Vorverurteilungen in den sozialen Medien anprangert.

Wenn ich es richtig sehe, enthält „Mein Weg“ fünf neue Songs, zwei neu eingespielte Titel von früheren Maschine-Solo-Alben und fünf neu eingespielte Puhdys-Titel, darunter das dritte Highlight „Hiroshima“, das im englischen Original von Wishful Thinking stammt. Dazu kommt der Titelsong in der Original-Version.

Zum Teil arbeitet Maschine - passend zum CD-Titel – Stationen seines Lebens ab. In dem mit sphärischen Puhdys-Keyboard einsetzenden „Lange her“ erinnert er sich sehr ablehnend an seine Armee-Zeit, in der er verlorene Zeit sieht, merkt am Ende aber an, dass er im Vergleich mit den Soldaten, die heute mit dem Ernstfall konfrontiert sind, eine Art Abenteuerurlaub erlebt hat.

Schwarz-weiß-Denken ist ihm fremd. Auch wenn er („Auf das Leben“) das Leben feiert, tut er dies gebrochen mit dem Wissen, dass nicht alles gut war. Dafür steht auch „Melanie“, das als eine Art Sozialdrama beginnt, aber überraschend positiv endet. Sensibel auch „Lebe wohl“, der Blick auf einen ukrainischen Freund, der in seine Heimat zurückgekehrt ist, und die Lage, die er dort vorfindet.

Maschine verzichtet vollständig auf einen Schlagzeuger aus Fleisch und Blut. Lediglich bei der Originalversion von „Mein Weg“ ist Felix Lehrmann an den Kesseln zu hören. Generell schadet das dem Album kaum. Nur gelegentlich hört man das Maschinelle des Schlagzeugs heraus – besonders deutlich leider bei „Ikarus“, dem ein Stück seines fulminanten Lebens verloren geht. Highlight des Albums bleibt er auch in dieser Version.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Mein Weg (2024 Version) 4:00
2Sonnenseite 3:51
3Auf das Leben 4:35
4Sehnsucht 3:49
5Lange her 4:14
6Hiroshima 3:53
7Weitergehn 4:19
8Melanie 3:44
9Hunderttausend Laienrichter 4:18
10Ikarus 5:40
11Lebe wohl 4:55
12Das Buch 5:19
13Mein Weg (Original) 3:21

Besetzung

Dieter Maschine Birr (Voc, Git, B)
Lukas Schaaf (Keys, Dr Programming, Back Voc, Synth B <1>, Perc Programming <1>)

Gäste:
Dirk Michaelis (Voc <8>, Back Voc <13<)
Vanessa Ulmer (Voc <12>)
Uwe Hassbecker (Git <13>)
Felix Lehrmann (Dr <13>)
Claudia Politz (Back Voc <13>)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger