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Reviews

Christian McBride / Edgar Meyer

Who's Gonna Play The Melody?


Info

Musikrichtung: Classic-Jazz-Fusion

VÖ: 22.03.2024

(Mack Avenue)

Gesamtspielzeit: 66:14

Internet:

https://www.christianmcbride.com/
https://edgarmeyer.com/
https://mackavenue.com/
https://www.martinaweinmar.de/

Ja, den Bassisten Christian McBride hatte ich hier bereits öfter vorgestellt mit seinen Veröffentlichungen, zuletzt war das mit der Platte Prime.

Der 1972 in Philadelphia geborene Jazz-Musiker legte sein Debüt-Album 1995 vor, und nachfolgend kam es zu weiteren, bedeutenden, Veröffentlichungen. Für das Album Who's Gonna Play The Melody? hat er sich mit dem ebenfalls Bass spielenden Edgar Meyer zu diesem Duo zusammengeschlossen. Der 1960 geborene Meyer stammt aus Oklahoma, durch den Vater wurde er in die klassische Variante des Bass-Spiels eingeweiht. Doch weder in der Klassik noch im Jazz ging es mit ihm weiter, nahm er doch zunächst Jobs als Studiomusiker für Produktionen aus dem Genre Country an, und war auch verantwortlich für die eine oder andere Entwicklung im Bluegrass.

Dennoch gab es ferner Veröffentlichungen im Bereich der klassischen Musik, so war es nicht einfach, ihn in eine bestimmte Schublade zu stecken. Nun also Jazz, mit den eingangs erwähnten Christian McBride, und dabei kann man durchaus feststellen, dass die Beiden eigentlich gar nicht so puristisch unterwegs sind, denn auf Who's Gonna Play The Melody? haben sie es vollbracht, Tugenden des Jazz und der klassischen Musik zusammenzutragen. Während McBride halt eher dem jazzmäßigen Zupfen des Basses frönt, ist es Meyer, der sein Instrument eher mit dem Bogen bedient, wie eben in der klassischen Musik.

Doch - entsprechend des Plattentitels - Wer soll denn nun die Melodie spielen?, übernimmt man gemeinsame Anstrengungen, nicht nur Themen der Klassik und des Jazz zu verwenden, sondern wendet sich sogar auch hier dem Bluegrass zu, man achte auf den Track Nummer 15, im Original gespielt von Bill Monroe. Auffällig ist, dass die meisten Songs von Meyer stammen, komponierte er doch acht Songs, im Gegensatz zu McBride, von dem drei Songs stammen. Ansonsten bediente man sich bei Miles Davis ("Solar"), bei Richard Rodgers und Lorenz Hart ("Bewitched, Bothered And Bewildered") und Henry Mancini ("Days Of Wine And Roses")

Doch es bleibt nicht beim Spiel der Kontrabässe, denn Beide spielen auf einigen Titeln auch Piano (siehe Line-up) Eindeutig ist, dass man den jeweiligen musikalischen Background der beiden Künstler klar erkennen kann, den eher klassisch geschulten Meyer und den jazzig swingenden McBride. Und so wechseln sich entsprechend auch die Stimmungen von Song zu Song ab, ganz klassisch klingt zum Beispiel "Canon" von Meyer, wo auch McBride seinen Bass streicht. Trotz der drei Instrumente kommt eigentlich nie Langeweile auf, so mitreissend und packend haben die beiden Musiker ihre Musik gestaltet, die irgendwo zwischen Klassik, Jazz und Bluegrass angesiedelt ist, eine sehr interessante Fusion!



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Green Slime Christian McBride & Edgar Meyer (5:55)
2 Barnyard Disturbance (4:43)
3 Bebop, of Course (3:29)
4 Bass Duo #1 (5:15)
5 Solar (3:59)
6 Canon (4:33)
7 Philly Slop (3:25)
8 Interlude #1 (1:55)
9 FRB 2DB (4:18)
10 Bewitched, Bothered and Bewildered (5:59)
11 Bass Duo #2 (6:08)
12 Lullaby for a Ladybug (5:05)
13 Days of Wine and Roses (5:35)
14 Interlude #2 (1:45)
15 Tennessee Blues (4:02)

Besetzung

Christian McBride (acoustic bass, all tracks except 8, 12, piano, tracks 8, 12)
Edgar Meyer (acoustic bass, all tracks except 10, 14, piano, tracks 10, 14)
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