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Reviews

Watering Eye

Rose


Info

Musikrichtung: Songwriter / Folk / Mittelalter

VÖ: 19.9.1998

(Sensual / Pool )

Gesamtspielzeit: 61:21

Internet:

http://www.watering-eye.de

Watering Eye existieren seit 1995 und haben in dieser Zeit zwei Alben (1996 und 1998), eine Maxi (2000) und zwei Kinder-Musicals (2001 und 2002) veröffentlicht. Seitdem hat es, wenn ich die Homepage richtig lese, lediglich zwei Videos mit neuen Stücken gegeben. Vor genau 25 Jahren, am 19. Februar 1999, habe ich von der Band die CD Rose bekommen – wahrscheinlich um eine Konzertankündigung zu schreiben. Einen entsprechenden Artikel kann ich in meinem Archiv allerdings nicht finden.

Watering Eye waren damals Lokalprominenz in Spandau, wie ich in meiner Monatskolumne erinnere. Zwar haben mir Mirror of Sense, eine weitere Spandauer Band, die zum Teil aus demselben Personal bestand wie Watering Eye, besser gefallen. Allerdings sind sie letztlich lediglich eine weiterer Prog-Band unter vielen gewesen, während Watering Eye einen sehr eigenen Stil herausgebildet haben, der sich schwer mit Anderen vergleichen lässt.

Damals Ende der 90er, als unter anderem Subway to Sally und In Extremo große Erfolge feierten, landeten sie fast unwillkürlich in der Mittelalter-(Rock)-Kiste. Aber da gehören sie nur bedingt hin. Zum einen passt der Appendix Rock kaum. Da wäre eher Folk zu nennen. Auch der Singer/Songwriter-Bereich ist nicht weit. Und manches klingt dann doch recht orientalisch. Und wenn man sich Rose retrospektiv anhört, erscheint es mehr als nahe liegend, dass diese Band sich kurz darauf mit Kindermusicals beschäftigt.

Meine Favoriten auf dem Album sind die rhythmischen Stücke, bei denen sich Percussionist Ajun austoben kann. Da wäre das fast schamanisch daher kommende „Hela“ zu nennen, aber auch das sofort auf die Tanzfläche lockende „Du bist mein“ mit orientalisch-mittelalterlichem Flair und „Sitz wie Fremde“, eines der Highlights des Albums. Aber auch die faszinierende, reduzierte Version von Gershwins „Summertime“ kommt weiblich gesungen toll rüber.

Obwohl „Ich liebe Dich“ Cello und Trompeten-Solo auffährt, bleibt es, wie einige andere der ruhigen Stücke, eher blass; so z.B. das leicht soulige „Weekend“.
Auf der Haben-Seite stehen bei den ruhigen Nummern dagegen „Small and confused“ mit seiner Power-Stimme und das vom Männlein-Weiblein-Wechselgesang lebende „For the Tree“.

Für die damalige Zeit innovativ: Die CD liefert sämtliche Stücke auch als digitale Soundfiles.

Eine tolle, sehr eigenständige Band, die viel zu unbekannt geblieben ist. Die Website verspricht, dass alle bislang erschienenen CDs noch erhältlich sind. Es lohnt sich, davon Gebrauch zu machen.

Außerdem sind Watering Eye kurz nach dem Erscheinen unserer Februar-Ausgabe wieder einmal live zu erleben – am 3. Februar im Kulturhaus Spandau.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Rose 2:51
2Hela 4:07
3Du bist mein 4:42
4Butterflies 4:11
5Weekend 4:18
6Bring 'em all in 4:07
7Ein Herz 4:32
8For the Tree 4:26
9Guggisberg 5:05
10Small and confused 3:02
11Ich liebe dich 4:30
12Sitz wie Fremde 3:46
13Summertime 3:45
14Mykken 2:55
15Alem 5:02

Besetzung

Ajun (Dr, Perc, Didgeridoo <1>)
Oz Camera (Voc, Git. Mandoline, Piano, Mellotron <9,13>, Klangschale <1>)
Imke Feierabend (Cello, Piano <1,11>)
Grobi (Chapman Stick)
Merete Løndal (Voc, Chor <5,9>)
Michael Roger Stabenow (Voc)
Tom (Perc, Voc)


Gäste:
Michael Gerlach (Oberheim <4>, Mellotron <5>, Flötenchor <9>, Trompete <11>)
Olav Løndal (Violine <14>)
Laila Løndal (Chor <5>)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger