····· Me first and the Gimme Gimmes kommen mit neuem Live-Album auf Tour ····· Nach 25 Jahren Winterschlaf erwachen The The zu neuem Leben ····· EP, Buch und Tour - Ringo Starr feuert aus allen Rohren ····· 40 Jahre Steamhammer – 40 Jahre Rockgeschichte  ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

El Trio

Live In Italy


Info

Musikrichtung: Jazz-Fusion

VÖ: 03.11.2023

(Challenge)

Gesamtspielzeit: 66:17

Internet:

https://www.johnbeasleymusic.com/artist
https://challengerecords.com/
https://www.martinaweinmar.de/

John Beasley, Horacio "El Negro" Hernández und José Armando Gola, das sind die drei Musiker, die sich zu El Trio zusammengeschlossen haben. Mit Live In Italy stellen sie Ausschnitte ihre Tournee aus dem Juli 2022 in Italien vor.

Alle Drei haben mit Chucho Valdés zusammengespielt, dieser hat dann auch die Grußworte im Booklet verfasst und verweist darauf, dass die Musiker für ihn sein persönliches Traumtrio darstellen. Mit Horacio "El Negro" Hernández ist einer der vielseitigsten und gefragtesten Schlagzeuger in der Geschichte der kubanischen Musik und des Jazz dabei, den Bassisten José Armando Gola bezeichnet Valdés als einen großartigen Kontrabassisten, Komponisten und in jeder Hinsicht als einen Experten, der sich an jeden Stil anpassen kann, und John Beasley sei ein genialer Pianist, Keyboarder, Orchestrator und Innovator, dessen Fantasie ihn in eine andere Galaxie versetzen könne. Reichlich Vorschußlorbeeren also!

Wir hören zehn Songs, neun davon Eigenkompositionen jeweiliger Bandmitglieder, und das von Wayne Shorter während seiner Zeit bei Weather Report komponierte "Elegant People". Die Bandbesetzung läßt darauf schließen, dass man sich irgendwo zwischen Jazz und Rock orientiert hat. Hinzu gesellen sich lateinamerikanische Elemente, die letztlich dann auch eine besondere Art der Fusion erklingen lassen.

Im "Preludio di trio" stellen sich die Drei dann einleitend kurz vor, kein klassisches Piano-Trio des Jazz, hier schwelgt der Synthesizer, der Bass brummelt und das Schlagzeug unterstützt malerisch, bis es mit "3 for Africa" dann richtig startet. Und rasch sind wir inmitten einer guten Stimmung mit kraftvollem Groove, da schwingt die Fusion-Bewegung der Achtziger kräftig mit, nicht mehr die Aufbruchstimmung dieses Genres aus den Siebzigern. Es wirkt insofern bereits eher geglättet, jedoch nicht dergestalt, dass gepflegte Langeweile aufkäme. Denn dazu spielen die drei Akteure zu engagiert und druckvoll und ideenreich, auch innerhalb der einzelnen Songs ergeben sich stets unerwartete Wendungen, so bin ich gedanklich bei "3 for Africa" mitten drin im Sound von Weather Report. Joe Zawinul, Jaco Pastorius, Peter Erskine, an die muss ich plötzlich denken, bis es dann doch in eine andere Richtung schwenkt.

Mit "En 4" startet man dann in lateinamerikanisch geprägte Gefilde, und hier zeigt sich dann auf andere Weise die Stärke der Band und der drei Mitwirkenden als Einzelkomponenten. Herrlich, wie locker und entspannt der Song dahinfließt. Auffällig ist hier auch wieder Drummer Hernández, der sich als unermüdlicher Motor der Band erweist, aber nicht nur als reiner Rhythmusgeber, hier ist Gola als Bassist mehr der ruhende Pol. Denn Hernández gestaltet ständig mit, improvisiert neben seinem klar akzentuierten Rhythmusspiel. Und darüber hat natürlich Beasley reichlich Gelegenheit für solistische Ausflüge, die stets anders klingen, so beim soeben genannten Song, wie sein Beitrag klingt, als würde man eine Flöte hören. Und wenn die beiden Mitstreiter kurz "ruhen", dann bricht Gola auch zwischendurch mit einem kurzen gestaltenden Solopart durch.

Mithin ist es dem Trio gelungen, eine absolut mitreissende Show zu bieten auf höchstem Niveau, klar ausgearbeitet und mit improvisierten Überraschungen gleichermaßen gespickt. Ja, und da bin ich nun beim "Fremdsong" angekommen, "Elegant People", ja, das klingt natürlich zunächst klar nach Weather Report. Doch im Zuge der fast neunminütigen Spielzeit machen sich die Drei den Song zu Eigen und lassen ihn förmlich abheben mit Spielfreude, die mitreisst. Das Gleiche gilt letztlich für alle Songs des Albums, mal geht man dem Funk noch einmal kraftvoll zu Leibe mit dem längsten Stück des Albums, "Sierra" oder flicht stets wieder lateinamerikanische Elemente voller Lebensfreude ein.

So will ich Chucho Valdés zum Schluss noch einmal kurz zu Wort kommen lassen, so schrieb er wie folgt: "El Trio's sound is organic, contemporary, and supernova."



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Preludio di trio (2:33)
2 3 for Africa (7:42)
3 En 4 (7:13)
4 Elegant people (8:54)
5 Song for dub (6:06)
6 Sierra (10:03)
7 Bass solo interlude (2:51)
8 Timbeando (7:57)
9 Camino de mango (5:08)
10 Arroz con mango (7:45)

Besetzung

John Beasley (keyboards, synthesizers)
José Armando Gola (electric bass)
Horacio "El Negro" Hernández (drums)
Zurück zum Review-Archiv
 


So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger