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Reviews

Bloodstrings

Heartache Radio


Info

Musikrichtung: Punk

VÖ: 16.06.2023

(Dackelton Records)

Gesamtspielzeit: 33:50

Internet:

https://bloodstrings.com/
https://shop.dackelton.de/
https://bite-it-promotion.de/

Die Band Bloodstrings ist ein Quartett aus Aachen, mit dem Album Heartache Radio präsentiert man das nunmehr dritte Album nach ihrem Einstieg in die Musikwelt im Jahre 2013.

Wer bereits die Musik der Band kennt, wird sich durch die romantisch anmutende Einleitung mit dem Piano auf "Prologue" nicht täuschen lassen, alle Anderen, die erwarten, dass es so ruhig und beschaulich weiter gehen möge, werden bereits mit dem zweiten Song enttäuscht sein, denn hier geht es ab, donnerndes und sich fast überschlagendes und den Rhythmus aus den Augen verlierendes Schlagzeug, bretternder Gitarrensound und frecher rauer Gesang der Sängerin Celina Baluch belehren alle Jenen etwas Besseres.

Im Line-up wurde es wohl unterschlagen, denn nicht nur Celina Baluch singt, sondern auch erklingt ein Chor aus Männerstimmen begleitend, manchmal schon fast ein wenig gröhlend, aber passend zur Stimmung, und einer (oder mehrere?) der Herren drängen auch mal nach vorn als Co-Leadsänger. Worüber im Einzelnen gesungen wird, kann man den Texten im Booklet entnehmen.

Dem enorm treibenden Sound kommt sehr entgegen, dass die Band einen Upright Bass eingesetzt hat, denn dadurch gewinnt der Rhythmus etwas Geschmeidigkeit und Elastizität, als Gegenpol zum wilden Sound des Drummers. Letztlich steht natürlich die Gitarre im Vordergrund mit breiten und mitunter hackenden Riffs, und das bringt die Musik letztlich in den Bereich des Punks. Auf den Punkt gespielt, keine Kompromisse mit irgendwelchen Arrangements, so zieht die Musik der elf Songs zwischen "Prologue" und "Epilogue" ihre Runden.

Zwischendurch gibt es allerdings auch einmal ruhigere Töne, "Noone Makes It Out Alive" nenne ich als Beispiel, und nur hier stellt sich dann auch Chris Altman mit der Posaune vor, und bläst dem grundsätzlich leicht swingendem Sound noch etwas Pfeffer dazu. Doch bereits mit "Bottom View" brettert es unerbittlich weiter, ja, aber so, dass man emotional recht mitgerissen wird. Nun, der gewisse "Dreck" in der Stimme fehlt zwar noch zur Vollendung, wie es beispielhaft bei The Muffs mit Sängerin Kim Shattuck der Fall ist, eine Schippe sollte Celina noch drauflegen.

Ach ja, eine Besonderheit ist noch der zehnte Song, denn er wird in Deutsch gesungen, "Ich hab's schonmal gesagt" heißt er, und im Text liest man Ein großes Ego hat noch keinen Boy zum Mann gemacht, für deinen scheiß Sexismus hat die Szene keinen Platz, Nein heißt Nein! Resümierend stelle ich fest, dass diese Musik gut abgeht, trocken rockend, aber auch mit durchaus harmonischem und emotionalem Ausdruck. Sehr gut gelungen empfinde ich die stakkatohaft eingesetzte ratternde Gitarrenbegleitung bei einigen Songs. Vom Schlagzeug wünschte ich mir ein wenig mehr Swing und mehr kontrollierten Druck.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Prologue
2 Burning Hearts
3 Heartache Radio
4 Don’t Die
5 The Bottle Talking
6 Colorblind
7 Noone Makes it Out Alive
8 Bottom View
9 Shut Your Face
10 Ich hab’s schon mal gesagt
11 Sparks
12 Love’s Labor’s Lost
13 Heavy Cross
14 Short Way Down
15 Epilogue

Besetzung

Celina Baluch (vocals, piano - #1, 15)
Manuel Schmitz (guitar)
Nick Josten (upright bass)
Patrick Fest (drums)
Chris Altman (trombone - #7)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger