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Reviews

Liz Simmons

Poets


Info

Musikrichtung: Singer/Songwriter

VÖ: 01.03.2021

(Eigenlabel)

Gesamtspielzeit: 35:21

Internet:

https://lizsimmons.net/home

Erst kürzlich hatte ich die Band Low Lily vorgestellt. Eine der mitwirkenden Damen ist Liz Simmons, die gleichzeitig auch als Managerin fungiert. Heute stelle ich ihr Soloalbum Poets vor. Die in San Francisco geborene Musikerin präsentiert neun Songs, von denen es sich bei vier Titeln nicht um eigene Kompositionen handelt. So wird mit "Who Knows Where The Time Goes" von Sandy Denny eine sehr individuelle Coverversion geboten, die durch den Einsatz von Pete Grant an der Pedal Steel eine besondere Dramatik erfährt. Einer meiner ewigen Lieblingssongs wird mit einer ganz anderen Stimmung präsentiert, gut, dass man sich nicht so eng an das Original geheftet hat.

"My Love Lies In The Ground" ist ein Bluegrass-Song von Dirk Powell und wird auch ein wenig anders gestaltet, schleppender im Rhythmus und ein wenig mehr im Genre Singer/Songwriter angesiedelt, mit der ehemaligen Mitstreiterin bei Low Lily, Lissa Schneckenburger und Emerald Rae wird der Song mit zwei Fiddles angereichert. "Night in the City" ist ein ganz altes Stück von Joni Mitchell aus 1968, auch diese Version erfährt eine Art Frischzellenkur. Zuguterletzt hat sich Liz noch den alten Gassenhauer "This Old Heart Of Mine" vorgenommen, jenen Song von Holland/Dozier/Holland, den The Isley Brothers 1966 zum Erfolg führten. Somit gibt es hier einen völlig genrefremden Titel, der nun in ein Bluegrass-Gewand gepackt wurde und sich nun in die lange Reihe von Coverversionen einreihen kann, nunmehr mit einer ganz individuellen Bearbeitung.

Die übrigen fünf Songs stammen von der Protagonistin und bringen nun ganz besonders ihre Art des Vortrags zum Glänzen. Hatte ich es bei der Platte von Low Lily bereits beschrieben, so kann ich es nur wiederholen, dass mich die Musik oft sehr stark an jene von Nanci Griffith erinnert, auch die Stimme, und ganz besonders fällt mir das sofort mit dem Eröffnungssong auf, "When The Waters Rise". Ehemann Flynn Cohen ist auch auf einigen Songs vertreten, doch singt er hier nicht, sondern tritt als Gitarrist in Erscheinung.

Während sich bei Low Lily überwiegend Bluegrass durchsetzt, atmet Poets dann insgesamt doch mehr den Ausdruck von eleganter und emotional geprägter Musik des Genres Singer/Songwriter, mit folkigen Anflügen, als auch bei einigen Songs mit Bluegrass. Mit dem Song "Adventurer" wird das Ganze noch herunter gefahren und der Song konzentriert sich allein auf das von der Protagonistin gespielte Piano sowie das Cello von Natalie Haas. Auch der letzte Song, "Home From The Storm" hat eine etwas andere Bearbeitung erfahren. Auch hier hört man Liz am Piano, begleitet wird sie nur von Gabe Bradshaw, der den Sound mit elektrischer Gitarre, Cymbal und programmiertem Synthesizer auffüllt. So strahlt eine besondere Stimmung, recht melancholisch, verträumt und ein bisschen mystisch wohl auch. Ja, das ist ein sehr schöner Song zum Abschluss, ein Abschluss einer Platte mit ebenso schöner Musik im Ganzen.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 When the Waters Rise
2 Who Knows Where the Time Goes
3 Poets
4 My Love Lies in the Ground
5 Adventurer
6 Sailing in to Shore
7 Night in the City
8 This Old Heart of Mine
9 Home from the Storm

Besetzung

Liz Simmons (vocals, acoustic guitar, piano)
Flynn Cohen (acoustic guitar, lead acoustic guitar, mandolin)
Andy Hall (dobro)
Corey DiMario (double bass)
Gabe Bradshaw (drums, electric bass, electric guitar, cymbal, synth programming)
Peter Grant (pedal steel)
Nicole Zuraitis (vocals, piano)
Dunia Best (vocals)
Dan Pugach (drums)
Emerald Rae (fiddle)
Lissa Schneckenburger (fiddle)
Wes Corbett (banjo)
Natalia Haas (cello)
Hannah Sanders (vocals)
Stefan Amidon (hi-hat)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger