····· Adam Wakeman vertritt Phil Lanzon bei Uriah Heep ····· Im Herbst supporten Brunhilde J.B.O. auf Deutschland-Tour ····· Neue Wege in den Spuren der Alten versprechen Stormborn ·····  Noel Pix verlässt den Eisbrecher ····· The Cure veröffentlichen Live-Album neu und spenden die Hälfte der Einnahmen ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Ethan Cohn / Sebastián Greschuk Ensemble Infinity

Same


Info

Musikrichtung: Modern Jazz/Fusion

VÖ: 16.06.2023

(ears & eyes)

Gesamtspielzeit: 43:29

Internet:

https://ethan-cohn.com/
https://sebastiangreschuk.com.ar/
https://www.earsandeyesrecords.com/
https://jazzfuel.com/

Das Ensemble Infinity umfasst acht Jazzmusiker aus drei verschiedenen Kontinenten, die Musiker*innen stammen aus Russland, Argentinien, der Ukraine, England, Spanien, Italien, den USA und Ungarn. Initiiert wurde die Band vom New Yorker Bassisten Ethan Cohn und vom argentinischen Trompeter Sebastián Greschuk.

Entstanden, wohl auch wegen der vielfältigen international ausgeprägten Besetzung, ist eine Fusion von zeitgenössischem Jazz, Spuren von Folklore verschiedener Schattierungen, und avantgardistisch geprägten Passagen. Dieses wird gleich zu Beginn deutlich, wenn sich die russische Vokalistin Tatiana Nova zusammen mit den Blasinstrumenten in eine gemeinsame Gestaltung einlässt, die wortlose Stimme unisono mit Saxofonen und Trompeten auf "Saragossa"

Nach diesem ruhigen Song im Stil klassischem Jazz' wird es ein wenig moderner mit "Luna's Lullaby", der weniger swingt und Spuren von Fusion enthält, inklusive eines Solos mit dem Synthesizer. Die neun Songs des Albums stammen sowohl von Cohn (#1-3, 7, 8) als auch von Greschuk (# 4-6, 9).

Während Tatiana Nova ihre Stimme in der Regel als zusätzliches Instrument einsetzt, verhält es sich mit "Bound To You" anders, denn hier singt sie mit klarer und emotional geprägter Stimme, und Greschuk kleidet den Song mit einem sehr einfühlsamen Solo auf dem Flügelhorn aus.

Die beiden Initiatoren dieser Platte stellen sich nicht in den Vordergrund, sondern wirken gruppendienlich als Teil des Ganzen, wodurch eine großartige Stimmung von dichter Einheit präsentiert wird, vor Allem sind es erst einmal die besonderen Kompositionen, die man gemeinsam auf hohem Niveau umsetzt. Dabei ist das Ergebnis alles andere als punktuell einzuordnender und eindeutig als typischer Jazz zu identifizierende Musik, denn einerseits sind die Kompositionen mitunter recht vielschichtig und variabel, stets mit unerwarteten Einschüben und andererseits werden die verschiedenen Einflüsse und Stilemelente geschickt verknüpft, allerdings stets auf Basis von Jazz, manchmal auch vom Charakter einer Big Band erfüllt.

Mithin sollte man davon ausgehen, Musik von spannendem Charakter zu erleben, mit Wendungen und überraschenden Ausbrüchen, aber auch ruhigen und teils meditativen Passagen. In der heutigen Zeit mag es wohl auch besonders wichtig sein, dass ein Gegenpol zur derzeitigen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine gesetzt wird, dadurch, dass mit Tatiana Nova aus Russland und Yakiv Tsvietinskyi aus der Ukraine eine freundschaftliche Zusammenarbeit signalisiert wird, und auch der Großvater von Greschuk stammt aus der Ukraine.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Saragossa
2 Luna’s Lullaby
3 Ladina Oswald
4 Nubes
5 Słońce
6 Bosque
7 Bound to You
8 Monsanto Daydream
9 Bosque Reprise

Besetzung

Ethan Cohn (bass)
Sebastián Greschuk (trumpet, flugelhorn - #7, valve trombone - #1, 3)
Tatiana Nova (vocals)
Yakiv Tsvietinskyi (trumpet - #1, 3, flugelhorn - #6, trombone - #2, 4, 5, 6, 7, 8, 9)
Joshua Schofield (alto saxophone)
Gianni Gagliardi (tenor, soprano saxophone - #8)
Lorenzo Vitolo (piano)
Áron Tálas (drums, Moog synthesizer - #2, Fender Rhodes - #7)
Zurück zum Review-Archiv
 


So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger