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Reviews

Warhaus

Ha Ha Heartbreak


Info

Musikrichtung: Indie Pop

VÖ: 11.11.2022

(Play It Again Sam)

Gesamtspielzeit: 40:04

Internet:

https://www.warhausmusic.com/
https://playitagainsam.net/
https://www.pias.com/

Warhaus ist eine Band aus Belgien, seit 2016 durch Veröffentlichungen in Erscheinung getreten. Mastermind Maarten Devoldere hatte sich nach Sizilien zurückgezogen und schrieb dort die zehn Songs des neuen, des dritten, Albums Ha Ha Heartbreak.

Von Beginn an kann man sich angesprochen fühlen angesichts des warmen und sympathischen Sounds, von Streichern sanft umrahmt und einem beruhigend wirkenden Gesang. Die Schublade scheint sich schnell zu öffnen: Indie Pop, oder? Denn wie bereits beim Eröffnungssong das Arrangement eingekleidet ist, ist fernab von dem, was heute gemeinhin in der Popmusik zu finden ist. Vielmehr kenne ich solche opulenten und feinfühligen Arrangements eher aus den Sechzigern, kann ich also eher von Retro Pop sprechen? Vielleicht liegt die Lösung dazwischen.

"When I Am With You" strahlt mit sanftem Groove und dem fast schon gehauchten Gesang und ist noch eine Spur entspannter, und wieder sind es die Streicher, die sich mit Background-Chören abwechseln und das Besondere in diesen Song tragen. Doch es kann auch ein wenig zugkräftiger werden, gleich mit "It Had To Be You", das neben einigen lasziven Passagen auch zwischendurch ein kräftiges Gebläse hervorbringt. Doch "Time Bomb" holt mich wieder auf den sanften Boden zurück, hier klackert die Perkussion genüsslich nebenher, wiederum äußerst entspannt, mit Streichern, die dezent nahöstlichen Charme einbringen und gleichzeitig an die Soul-Bewegung Anfang der Siebziger erinnern, damals, als Marvin Gaye einige unsterbliche Klassiker schuf mit Songs wie "What's Going On", "Mercy Mercy Me" oder dem "Inner City Blues".

Ab und zu glaube ich Assoziation zu entdecken zu einigen Songs von Crowded House oder den niederländischen Nachbarn The Nits, verträumt, watteweich, voller wuchtiger Harmonien. "Shadow Play" ist ein Song, der ein wenig aus der Reihe tanzt. Behangen mit mysteriösen Passagen inklusive der Einleitung verbreitet es eine besondere Stimmung, die ständig mit neuen Nuancen bereichernd wirkt und so scheint man ständig auf etwas zu warten, was um der Ecke lauert. Hier verspüre ich assoziativ eine starke gedankliche Hinwendung zu Flash And The Pan.

Zum zupfenden Klange der akustischen Gitarre, und dem Gesang von Maarten Devoldere, der mich hier an David Sylvian erinnert, werden wir aus einer äußerst interessanten Platte verabschiedet, mit Musik, die viel zu vielschichtig und hochwertig arrangiert wurde, um damit die Charts zu stürmen, aber dafür trägt sie gewisse Spuren von Zeitlosigkeit. Oder: Es gibt sie noch, hochwertige Popmusik!!!



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Open Window
2 When I Am With You
3 It Had To Be You
4 Time Bomb
5 Desire
6 I'll Miss You Baby
7 Mondello's Melody
8 Batteries & Toys
9 Shadow Play
10 Best I Ever Had

Besetzung

Maarten Devoldere (lead & backing vocals, acoustic guitar, trumpet)
Jasper Maekelberg (guitars, backing vocals, drums, percussion, bass, keys, horns)
Marc Bonne (drums)
Tijs Delbeke (acoustic guitar)
Adriaan van de Velde (keys)
Simon Casier (bass)
Falk Schrauwen (percussion)
Sam Comerford (flute, bass clarinet, horns)
Casco Phil (strings)
Sylvie Kreusch (backing vocals)
Billie Leyers (backing vocals)
Michiel Balcaen (drums)
Evert Verhees (bass)
Lucien Fraipont (electric guitar)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger