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Reviews

Guédron, P. / Boesset, A. / Moulinié, È. (Pluhar)

Passacalle de la Follie


Info

Musikrichtung: Spätrenaissance / Frühbarock

VÖ: 17.02.2023

(Erato / Warner Classics / CD / 2022 / Artikelnr. 5054197221873)

Gesamtspielzeit: 62:55

Internet:

L´Arpeggiata

EINFACH SMOOTH

Das höfische Kunstlied, wie es sich ab Ende des 16./Anfang des 17. Jahrhunderts als Air de Cour in Frankreich verbreitete und mit seiner erotisch-amourösen Färbung kleine Fluchten aus einer politisch wirren Welt ermöglichte, erreichte binnen kurzer Zeit höchste Blüte und erstaunliche Verbreitung. Aus dem Repertoire ist schon in den vergangenen Jahrzehnten vieles wiederentdeckt und neu belebt worden. Dem Katalog fügen nun Christina Pluhar mit ihrem Ensemble L´Arpeggiata zusammen mit dem Countertenor Philippe Jaroussky ihren Beitrag hinzu. Beide schlagen dabei einen neuen Ton an und pflegen hier einen eher diskreten, zurückhaltenden Stil, der diesen leicht fasslichen, strophischen Stücken mit ihrem kammermusikalisch-intimen Charakter gerecht wird. Pluhar, die das Album selbst konzipiert hat, verzichtet auf allzu starke instrumentale Akzentuierungen bzw. Modernisierungen und doch ist der Instrumentalpart weit mehr als nur schmückendes Beiwerk, sondern gerade in seiner feinsinnigen Vielgestaltigkeit ebenbürtiger Teil.

Jaroussky wählt, wie stets im Laufe seiner langen Karriere, das Repertoire auch diesmal mit Bedacht und gutem Gespür für die eigenen Möglichkeiten. Seine Counterstimme ist zuletzt deutlich nachgedunkelt. Statt der strahlenden Süße haftet ihr zunehmend auch ein herbes, etwas rauheres Timbre an. Das fügt sich gut zum melancholischen Schmerz, der den Airs de Cour überwiegend eigen ist und die der Sänger betont nonchalant in ihrer Einfachheit belässt. Bei den wenigen Nummern, die anderes verlangen, wie etwas Baillys "Yo soy la locury" oder Batailles "El baxel" gerät die Stimme mittlerweile an ihre Grenzen und wahrnehmbar unter Druck. Insofern ein Glück, dass das elegische Element im Programm weit überwiegt, denn hier schaffen Pluhar und Jaroussky ganz aus dem Geiste der Musik eine "smoothe" Atmosphäre mit angenehm subtilem Swing.



Sven Kerkhoff

Trackliste

Pierre Guedron: Aux plaisirs, aux delices bergheres
Anoine Boesset: A la fin de cette bergere; Nos esprits libres et contents; Orilla del clar Tajo
Estienne Moulinie: Non speri pieta; Paisible et tenebreuse nuit; Concert des differents oiseaux; Enfin la beaute
Michel Lambert: Vos mepris chaque jour; Ma bergere est tendre et fidele
Robert de Visee / Marin Marais: Improvisation sur les Folies d'Espagne
Henry de Bailly: Passacalle (La Follie) "Yo soy la locura"
Robert de Visee: Passacaille pour guitare d-moll; Chaconne g-moll
Gabriel Bataille: El baxel esta en la playe
Louis de Caix d'Hervelois: Plainte

Besetzung

Philippe Jaroussky: Countertenor

L'Arpeggiata
Christina Pluhar: Ltg.

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger