····· Neue Single von Cloud Rat ····· Rexoria haben die Arbeiten an ihrem dritten Album abgeschlossen ····· Sick of Society wollen Porsche fahren  ····· Ozzy Osbourne wiederholt Rekordeinstieg in die deutschen Charts ····· Eisbrecher verschieben Tour zum dritten Mal ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Massé, V. – Meyerbeer, G. – Adam, A. u. a. (Devos, J.)

Bijoux Perdus


Info

Musikrichtung: Romantik Oper

VÖ: 07.10.2022

( Alpha / Note 1 / CD / DDD / 2022 / Best. Nr. ALPHA 877)

KOSTBAR & KÖSTLICH

„Bijoux Perdus“ – „Verlorener Schmuck“ – so ist das neue Album von Jodie Devos in Anlehnung an eine Oper von Adolphe Adam überschrieben. Zwar sind die Komponisten und ausgewählten Arien keine gänzlich Unbekannten, dennoch ist die musikalische Welt, zu der sie gehören, nämlich die französische Romantik, erst in den letzten Jahren wieder verstärkt wahrgenommen worden. Auf die reizvolle hybride Mischung aus Drama und Leichtigkeit hat die ernste Schwere einer „durchwagnerisierten“ Musikanschauung lange Zeit ihre Schatten geworfen.
An der Wiederentdeckung hat eine lyrische Koloratursopranistin wie Devos einen erheblichen Anteil, ebenso die Stiftung Palazzetto Bru Zane, die sich der Erforschung, Publiktion und Aufführung dieses speziellen Repertoires verschrieben hat.

Dieses Mal wandelt Devos auf den Spuren ihrer Kollegin Marie Cabel (1827-1885), der die hier versammelten Werke einst von Komponisten wie Victor Massé, Gicaomo Meyerbeer, Ambroise Thomas zugeeignet wurden. Sie feierten damit die überragenden Vokalkünste Cabels: die Leichtigkeit, mit der sie die unmöglichsten Koloraturen, Kadenzen und Höhenflüge absolvierte, die blühende Zartheit und Eleganz ihrer Tongebung – Qualitäten, mit denen sie ihr Publikum entzückte.

Devos bringt eben jene Qualitäten mit, die Cabel auszeichneten: Ein mühelos wirkender Ansatz, eine stupende Geläufigkeit, endlosen Atem und ein empathische Verbundenheit mit den Charakteren, die sie darstellt – denn über alle virtuosen Künste hinaus rührt diese schnell artifiziell wirkende Musik nur dann, wenn sie zugleich ausdrucksvoll und innig dargeboten wird. Devos leuchtends, quecksilbriges Timbre hat dafür immer auch Wärme übrig; aus dem Farbkasten ihrer Stimme kreiert sie für die schmerzlichen wie jubilierenden Momente die richtigen Mischungen, tönt hier etwas ab, lässt es dort aufstrahlen. Die oft schelmischen, charmanten Momente werden kokett ausgestellt.
Sie findet die verlorenen Schmuckstücke nicht nur wieder, sie bringt sie zum Funkeln. Dabei hat sie adäquate Begleiter im Dirigenten Pierre Bleuse und den Brüssler Philharmonikern sowie dem Flämischen Radio Chor. Sie breiten einen federleichten und doch intensiv schimmernden orchestralen Teppich unter Devos aus. Eine köstliche und kostbare Stunde Musik!



Georg Henkel

Trackliste

Victor Massé: Air de la Lyre aus "Galathée"
Giacomo Meyerbeer: Air de Dinorah aus "Le Pardon de Ploemel"; Priere et Barcarolle aus "L'etoile du Nord"
Ambroise Thomas: Cavatine d'Elisabeth & Air d'Elisabeth aus "Le Songe d'une Nuit d'Eté"; Récit et Polonaise aus "Mignon"
Romental Halévy: Air de Jaguarita aus "Jaguarita l'Indienne"
Adolphe Adam: Air de Toinon aus "Le Bijou Perdu"
Daniel-Francois-Esprit Auber: Air de Manon aus "Manon Lescaut"; Air de Carlo aus "Le Part du Diable"

Besetzung

Jodie Devos, Sopran

Flämischer Radio Chor

Brüssler Philharmonker

Pierre Bleuse, Dirigent

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger