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Reviews

Corelli, A. – Lulier, G. L. – Melani, A. (Emmanuel Resche-Caserta)

Trionfo Romano - Fete romaine en l'honneur de Louis XIV


Info

Musikrichtung: Barock Orchester

VÖ: 08.07.2022

(CVSe / Note 1 / CD / DDD / 2021 / Best. Nr. CVS071)

Gesamtspielzeit: 64:13

PRACHTVOLLE BAROCKE KLANGKULISSEN

Ein Grund zum Feiern findet sich immer – und sei es eine überstandene Fisteloperation. Die Fistel quälte in diesem Fall im 17. Jahrhundert einen königlichen Hintern, nämlich den von Ludwig XIV. Als dieser von dem gefährlichen Eingriff glücklich genas, war dies für den französischen Botschafter in Rom ein Anlass für eine große Jubelfeier. 1686 wurde auf dem Pincio-Hügel zwischen Trinità dei Monti und der Piazza di Spagna ein großes Freiluftfest ausgerichtet, bei dem die Musik naturgemäß eine prächtige barocke Rolle spielte.

Diesen musikalischen Part hat der Geiger Emmanuel Resche-Caserta nun anhand der Beschreibungen unter der Verwendung vor allem der Concerti Arcangelo Corellis rekonstruiert. Aus den überlieferten Konzerten Corellis wurden einzelne Sätze zu suitenartigen „Sinfonien“ arrangiert. Die Besetzung wurde auf Freiluftdimensionen aufgestockt, so dass zur continuobegleiteten Triobesetzung des Concertinos bis zu 33 weitere Streicher und zusätzliche Continuo-Instrumente hinzutreten können: Fertig ist das pompöse Concorto grosso des römischen Hochbarock, wie es zu besonderen Anlässen gepflegt wurde. Darüber hinaus wurden an Gelenkstellen Trompetenstimmen ergänzt, die zusammen mit den Pauken für besonderen imperialen Glanz sorgen (wobei die Naturtrompeten ohne Hilfsbohrungen intonatorisch wohl immer etwas heikel bleiben werden, so sehr man das inzwischen erreichte Niveau bewundern kann).
Mit einem solch opulenten Set lässt sich trefflich spielen, es lassen sich Klangkulissen verschiedener Größe und Dynamik hin und her schieben und aparte Echoeffekte realisieren. Auch die Musik zur nicht mehr erhaltenen Festkantate von Alessandro Melani wurde zurückgewonnen, indem man für den überlieferten Text eine andere passende Komposition von ihm verwendete. Bei der Darbietung sorgt Emmanuelle de Negri für vokales Funkeln, wenngleich ihr recht ausgreifendes Vibrato in hoher Lage wohl Geschmackssache ist.

Dieses „Montageverfahren“ entspricht den damaligen Gepflogenheiten und wird auch interpretatorisch überzeugend umgesetzt. Die beiden Ensembles „Hemiolia” und „Exit“ spielen mit Genauigkeit, Verve und Glanz. Zwar tendiert Corellis klassisch ausgewogener Satz in den großen Besetzungen zu einer gewissen Flächigkeit und manches musikalische „Bauteil“ klingt etwas austauschbar. Aber das liegt auch in der Natur von Corellis gediegen gearbeiteter und stets maßvoller Musik, die für jedwede andere festliche Zerstreuung den diskret-üppigen Rahmen bereitstellt, sich aber nicht über Gebühr in den Vordergrund drängt.



Georg Henkel

Trackliste

Arcangelo Corelli: Sinfonia grande con le trombe; Sinfonia mesta per i violini; Sinfonia maestosa con ogni stromento; Sonata con l'eco; Adagio aus "Sonata soavissima"
Giovanni Lorenzo Lulier / Arcangelo Corelli: Sinfonia per Le Trombe
Alessandro Melani: Cantata per la sera con sinfonie

Besetzung

Emmanuelle de Negri, Sopran

Ensemble Hemiolia & Ensemble EXIT

Emmanuel Resche-Caserta , 1. Violine & Leitung

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger