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Reviews

Grand Couloir

Stamina


Info

Musikrichtung: Fusion

VÖ: 27.05.2022

(Doublemoon)

Gesamtspielzeit: 73:17

Internet:

http://volkermeitz.de/projects/GrandCouloir/
https://www.challengerecords.com/catalogue/7/
https://www.martinaweinmar.de/

Grand Couloir, das ist eine Band aus Berlin. Mit einem Zitat von der Webseite der Musiker möchte diese Rezension einleiten: Grand Couloir hat sich entwickelt aus einem Pool aus Musikern, der in wechselnder Besetzung Konzertreihen in Berlin spielte. Das Repertoire bestand neben Eigenkompositionen aus Klassikern des Modern-, Souljazz, Fusion der 70er und sogar Acidjazz der 90er Jahre, aber auch freien Passagen und elektronisch-psychedelischen Anklängen. Trotz (oder gerade wegen) dieser eigentlich eklektisch anmutenden Bandbreite erspielte sich das Projekt einen eigenen, charakteristischen Sound mit frischer Energie, Groove und gern auch einer Prise Humor. Mit der Zeit kristallisierte sich eine Stammbesetzung heraus… Nach einer kreativen Pause wurde endlich ein Album aufgenommen, um die stilistische Vielfalt in Eigenkompositionen zu gießen.

Und gleich von Beginn an entpuppt sich die Musik nicht sofort und spontan als solche, die einem typischen Genre zuzuordnen ist. Startet die Platte, Stamina, zwar mit dem Ausdruck von am Jazz orientierter Fusion, so wird durch spontane Einschübe und Stilwechsel innerhalb dieses und der anderen Songs stets signalisiert, dass hier mehrere Einflüsse am Werk waren. Die Trompete von Christoph Titz erinnert mich an Randy Brecker, dann wieder fühle ich mich an einige Songs von Robert Glasper erinnert, dann wiederum erklingt das Saxofon in etwa so, wie ich es einst von Eddie Harris hörte, als er sein Instrument elektronisch verstärkte, zum Beispiel auf "E.H. in the U.K." aus 1973.

Und so klingt dann auch gelegentlich der Soul Jazz der Siebziger durch. Die "Warschauer Brücke" spielt dann wiederum mit Reggae-Elementen, mit "Upside Down" wird dieser Song von Diana Ross in ein neues Gewand gepackt, und sogar heftig zum Swingen gebracht. "Dark Autumn" wiederum schwebt gemächlich und bildhaft gestaltet dahin, und schwirrende Keyboardklänge schweben mit. Mit zirpenden Klängen scheint uns "Mucho Mechor" in einen Urwald entführen zu wollen, dieser Song strotzt voll Lebendigkeit und besitzt einen tollen Groove. Die Freiheit solcher Bands wie die frühen Weather Report spiegelt sich in "Halbhell" wider.

So finden wir so manche Berührung mit Elementen der Fusion vergangener Tage, von Nu-Soul, von Funk, von (experimentellem) Jazz, programmierten Sounds der Achtziger und ab und zu ein wenig Disco Pop.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 U Got Everything What We Want (5:00)
2 Warschauer Brücke (7:06)
3 Upside Down (6:09)
4 Dark Autumn (3:53)
5 Yossarian Lives (7:01)
6 Mucho Mechor (6:58)
7 We'll See (7:49)
8 Halbhell (8:03)
9 Beastie Saudades (8:12)
10 Perception (6:00)
11 Beseelt Benebelt (7:02)

Besetzung

Christoph Titz (trumpet, flugelhorn)
Dirk Steglich (tenor sax, bass clarinet, flute)
Volker Meitz (keyboards)
Roland Fidezius (bass)
Tilo Weber (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger