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Reviews

Thierry Maillard Ensemble

Caméléon


Info

Musikrichtung: Jazz/Klassik-Oper

VÖ: 27.05.2022

(Ilona Records)

Gesamtspielzeit: 75:08

Internet:

https://www.thierrymaillard.com/
https://www.ilonarecords.com/
https://mosaik-promotion.de/

Bei Thierry Maillard, geboren 1966, handelt es sich um einen französischen Jazzpianisten und Komponisten. Seit dem achten Lebensjahr spielt er Akkordeon, sechs Jahre später war es zusätzlich das Piano. Bereits im Alter von Siebzehn erhielt er ein Lehrdiplom in den Bereichen Harmonie, Kontrapunkt, Klavier, Akkordeon. Zu jener Zeit wurde auch speziell das Interesse für Jazz geweckt, und 1998 erschien ein Debüt-Album, im Trioformat.

Das gilt nicht für die aktuelle Platte, Caméléon. Neben mehreren Musikern gibt es gleich acht Damen, die ihren Gesang beisteuern. Dieses erreicht bereits einen wilden Höhepunkt mit dem ersten Song, "Requiem", das ansonsten als Grundlage jedoch auch Piano/Bass/Schlagzeug vorstellt. Opernhaft Anmutendes scheint hier auf Jazz zu treffen, und die Annäherung an klassische Welten wird auch durch Streichinstrumente ausgedrückt. Auf jeden Fall ist dieser Einstieg ein sehr beindruckender, der erahnen läßt, was noch auf mich zukommen wird.

Im Rahmen dieser vierzehn Stücke kann Maillard sein Können als Komponist voll ausleben, und mit Hilfe dieses ausgesuchten und großen Ensembles ist ihm das auch sehr gelungen, und zwar, ein außergewöhnliches Werk geschaffen zu haben, das mit einem äußerst individuellem Sound punkten kann. Mithin kann man schon von einer Art Jazz-Oper sprechen, mit einer stärkeren Ausprägung zum Jazz. Teilweise könnte man als Vergleich "Escalator Over The Hill" (Carla Bley/Paul Haines) heranziehen, doch ist jenes Werk dann doch noch komplexer als Caméléon.

Im Kern spielt auch hier ein klassisches Jazztrio, erweitert um weitere Instrumente und das Gesangsseptett Vagabondes und die Sängerin Maë Defays. Somit ist es dem Komponisten trefflich gelungen, eine sehr spannende Mischung aus Jazz, Weltmusik und Klassik zu schaffen, eine Mischung, die fesselt, die Frische und Energie ausstrahlt. Allerdings fordert diese Musik auch beim Hören, man sollte sich Zeit und Musse nehmen, diesen ungewöhnlichen Klängen intensiv zu lauschen, um dann durch diese Fülle an Klang belohnt zu werden. Durch den mehrstimmigen Gesang platzt mal ein Saxofon, dann ein Bandoneon, und ständig ist man von Veränderung umgeben, von Rhythmuswechseln und überraschenden Wendungen.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Requiem
2 Agartha
3 Univers Poétique
4 Atlantide
5 Belvédère
6 Chrysalide
7 L'attrape Rêves
8 Mythes
9 La Cité Perdue (Part 1)
10 La Cité Perdue (Part 2)
11 Le Chalet Des Loutres
12 Caméléon (Part 1)
13 Caméléon (Part 2)
14 Camél Caméléon (Part 3)

Besetzung

Selènê Saint-Aimé (chant & contrabasse)
Maë Defays (chant)
Louise Jallu (bandonéon)
Olivia Gay (violincelle)
Vima Nova (guitare)
Olga Amelchenko (sax alto & soprano)
Christelle Raquillet (flûtes)
Zoe Brocard (chant)
Amandine Bontemps (chant)
Sofie Garcia (chant)
Clémence Maucourant (chant)
Gladys Roupsard (chant)
Tiphaine Zerbib (chant)
Louise Chalieux (chant)
Chris Jennings (contrebasse)
Yoann Schmidt (batterie)
Thierry Maillard (piano & compositions)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger