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Reviews

Kenny Neal

Straight From The Heart


Info

Musikrichtung: Blues/R&B

VÖ: 20.05.2022

(RUF Records)

Gesamtspielzeit: 46:30

Internet:

https://de-de.facebook.com/KennyNealBand
http://wordpress.rufrecords.de/

Der Bluesmusiker Kenny Neal wurde 1957 in New Orleans geboren. Aufgewachsen in Baton Rouge kam er auch in Berührung der Musik der Swamps in Louisiana. Als er dreizehn Jahre alt war, spielte er in der Band seines Vaters, allerdings damals Bass. Mit zwei Brüdern gründete er, noch im Teenager-Alter, eine gemeinsame Band, die Neal Brothers Band.

Seit dem Debüt-Album "Big News From Baton Rouge!" aus 1988 (vorher, 1987, unter dem Namen "Bio on the Bayou") erschienen regelmässig weitere Platten. All diese Veröffentlichungen führten dazu, dass er sich als einer der wichtigen modernen Exponenten des Swamp Blues, angereichert mit Rhythm & Blues, etablierte. Das heisst, dass dieser Blues ein spezieller ist, eben nicht pur, sondern mit Zutaten aus Blues, R&B, Zydeco, Rock und Jazz. Dieses wird auch durch das Mitwirken diverser Musiker aus einigen Genres untermauert.

So finden wir die Bläsergruppe der "504 Horns" oder die Akkordeonspieler Anthony und Dwayne Dopsie und den Washboard-Spieler Rockin' Dopsie, Jr. als Vertreter des Zydeco, Songs, die einen Hauch von Clifton Chenier in die Musik bringen. Newcomer Christone 'Kingfish' Ingram gastiert auf dem shuffelnden "Mount Up On The Wings Of The King", mit Gesang und Gitarre, und zusammen legen sie einen coolen und lässigen Blues vor, ganz behutsam im Hintergrund von Bläsern begleitet, und Sharisse Norman und Shontelle Norman-Beatty sorgen für die Background Vocals. Dieser Song ist ein gutes Beispiel dafür, dass man Blues-Tradition und einen modernen Anstrich durchaus verbinden kann.

"I’ll Play The Blues For You" erinnert mich stark an den "modernen" B.B.King, und ein wenig von dessen "The Thrill Is Gone" schwingt auch mit. Mit "It's Been So Long" ertönt ein stark vom Soul/R&B eingefärbter Song, ein Song, den Kenny von seinem Vater, dem Harper Raful Neal, übernommen hat, eine feine Ballade ist das. Das gilt auch für das genreübergreifende "Someone Somewhere" von Junior Parker, kein Blues in diesem Sinne eben. "I Got To Tell Somebody" geht da schon eher ab, mit satter Bläser-Section, ein cool swingender flotter Blues mit R&B-Feeling, und zum Schluss dann ein Song, der genau das widergibt, was man hinsichtlich des Titels, "New Orleans", erwartet, ein Song, der den musikalischen Schmelztiegel dieser Stadt perfekt widerspiegelt, da höre ich den Professor Longhair, den Dr.John, Voodoo, den jazzigen Background der Stadt und den französischen Einfluss. Und zitiert wird von den Bläsern das altbekannte Traditional "Down By The Riverside", ein verdammt guter und lockerer Abschluss einer Platte mit vielseitiger und abwechslungsreicher Musik.

Aufgenommen wurde das Album ebenfalls in der Heimat, in Baton Rouge, und entsprechend äußert sich Neal dann auch: This is the first album I've ever recorded on my own turf, and it truly came straight from the heart. All the tributaries of the Blues converge here, flowing into one rich tradition. Sozusagen ein Heimspiel, dessen Heimatverbundenheit sich in der Musik auch widerspiegelt.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Blues Keep Chasing Me (4:23)
2 Mount Up On The Wings Of The King [feat. Christone 'Kingfish' Ingram] (3:20)
3 I’ll Play The Blues For You (4:53)
4 Two Timing [feat. Tito Jackson]
5 Louise [feat. Rockin' Dopsie Jr. And The Zydeco Twisters] (4:51)
6 It Don’t Cost Nothing (4:29)
7 Bon Temps Rouler [feat. Rockin' Dopsie Jr. And The Zydeco Twisters] (4:08)
8 It’s Been So Long
9 Someone Somewhere (5:51)
10 I Got To Tell Somebody (3:18)
11 New Orleans (4:01)

Besetzung

Kenny Neal (vocals, lead guitar, rhythm guitar, harmonica)
Tito Jackson (vocals – #4)
Syretta Neal (vocals – #4)
Christone 'Kingfish' Ingram (vocals – #2, lead guitar – #2)
Arnet Hayes (piano – #1,11)
Orlando Henry (piano – #3)
Darrell Jefferson (piano – #9)
Brandon Adams (Hammond B3 organ – #1-4, 6, 8-10, keyboards – #4, piano – #6)
Big Nate Williams (accordion – #5,7)
Anthony Dopsie (accordion – #7)
Dwayne Dopsie (accordion – #7)
504 Horns:
Jason Parfait (saxophone – #1-11)
Ian Smith (trumpet – #1-11)
Darnell Neal (bass – #1-4, 6, 8-11)
Lee Allen (bass – #5,7)
Terrell Griffin (bass – #9)
Michael Harris (drums – #1, 4, 6, 8, 9)
Bryan Morris (drums – #2, 3, 10, 11)
Kevin Menard (drums – #5, 7)
Rockin' Dopsie Jr (washboard – #5, 7, 11)
Sharisse Norman (background vocals – #2)
Shontelle Norman-Beatty (background vocals – #2)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger