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Reviews

Gus Englehorn

Dungeon Master


Info

Musikrichtung: Indie Rock

VÖ: 29.04.2022

(Secret City Records)

Gesamtspielzeit: 32:04

Internet:

https://gusenglehorn.com/
https://www.secretcityrecords.com/
https://oktoberpromotion.com/

Mit Gus Englehorn stelle ich einen Musiker aus Montreal vor. Mit Dungeon Master liegt sein Debüt-Album für das Label Secret City Records vor. Nun, wie ein ernsthafter Kerkermeister sieht die Gestalt auf dem Cover nicht unbedingt aus. Vergleiche ich es mit anderen Bildern, so scheint das auch nicht der Protagonist zu sein...So möge man das Cover individuell wirken lassen..., oder ist er es vielleicht doch???

Aber das leicht Verrückte gleich im ersten Song scheint durchaus eine Einheit zum Cover darzustellen. "Freak Out" von Frank Zappa fällt mir zur Musik auch spontan ein, aber auch noch mehr durchgeknallte Sex Pistols scheint der zweite Song zu verheißen. Da wird geschrien, stimmlich gestolpert, hektische Wortpassagen vorgetragen, im Hintergrund am Doo Wop orientierte "Wah Wah Wah"-Gesänge, und dazu donnern die Drums und scheppern die Gitarren. Wie soll ich das nennen? Mad Man-Punk?

"Exercice Your Demons", ja, und hier assoziiere ich nicht nur The Sex Pistols, sondern auch ein wenig Roky Erickson. (remember?) Nun, gesanglich klingt es in der Tat ein wenig irre, und die Instrumentierung ist schon sehr speziell, "Sunset Strip" mit seiner drohnenhaften Melodienfolge und der stets gleichbleibend slidenden Gitarre wirkt sehr tranceartig, zwischendurch aufgelockert durch Passagen, die wie Psychedelic Pop der Sixties klingen, aber auch das reduzierte wie von Bands wie Velvet Underground kann mal anklingen.

Insgesamt betrachtet, ist das recht schrill und schräg und sicher nicht geeignet für Alle, die sich an melodischer und harmonischer Popmusik erfreuen wollen. So manch ein Song klingt durchaus anteilig wie ein Remake von Songs des historischen Samplers "Nuggets: Original Artyfacts From The First Psychedelic Era 1965-1968", jedenfalls jener Songs, die bereits damals aus dem Rahmen fielen. Und dazu der seinerzeit typische Garagen-Rock plus britischer Punk der Seventies, zusammengerührt mit exzentrischen Neuzutaten und einer verrückt wirkenden Sangeskunst.

Typische Schublade adé, hier hat Englehorn wohl in viele andere gegriffen und gnadenlos etwas zusammengeschustert, dass einerseits faszinierend wirkt, aber andererseits auch total nerven kann. Aber man kann sagen, was man will, ein wenig Hit-Charakter kann auch schon einmal durchschimmern - man nehme bitte den Song "Tarantula", der mich gedanklich nun wieder in Richtung Robyn Hitchcock führt.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 The Gate
2 Ups and Downs
3 Exercise Your Demons
4 Sunset Strip
5 Oh Well Unwell
6 Tarantula
7 Lips
8 Run Rabbit Run
9 Terrible Horse
10 The Flea

Besetzung

nicht bekannt

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger