····· Vinyl-Sammler organisiert ebay-Charity-Versteigerung für die Kinderhospizarbeit ····· King’s X kündigen erstes Studioalbum seit 14 Jahren an ····· Fünf Live-Gigs der Hollywood Vampires im Juni in Deutschland ····· Das Leben von The Rasmus nach dem ESC-Auftritt  ····· Erster neuer Ugly Kid Joe-Song seit 7 Jahren ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Del Cinque, E. (Minasi)

Sonaten für 3 Celli


Info

Musikrichtung: Barock

VÖ: 24.06.2022

(ARCANA / Outhere Music / Note 1 / CD / 2021 / Best. Nr. A 528)

Gesamtspielzeit: 63:08

GEKONNTER DILETTANTISMUS

„Dilettant“, so nannte man, ganz ohne negativen Beigeschmack, im 17. und 18. Jahrhundert jemanden, der als Interpret oder Komponist in Erscheinung trat, ohne davon leben zu müssen. Dass dessen Kunstfertigkeit ebenso groß sein konnte wie die der „Profis“, erweist sich anhand der Werke des aus adeligem Hause stammenden Abbé Ermenegildo Del Cinque (1701-1773). Er darf als einer der wohl produktivsten (und heute zugleich am wenigstens bekannten) Komponisten von Kammermusik für Cello gelten. Neben über 100 Sonaten für ein und über 150 Sonaten für zwei Celli, finden sich auch einige für die originelle Besetzung mit drei dieser Instrumente. Wenngleich dem dritten Cello hier oftmals eher sekundierende Funktion zukommt, kann man diese „Sonaten“ doch durchaus als vollgültige Trios ansehen. In der Motivik und der Art der Durchführung bewegt Del Cinque sich dabei ganz in der Musiksprache des neapolitanischen Stils, wendet die in der Regel kurzen vier Sätze bei aller Sanglichkeit der Themen aber oft ins grüblerisch Verschattete.

Das braucht sich beileibe nicht zu verstecken und hat gerade durch den verdoppelten bzw. verdreifachten, hier sehr schön abgebildeten Cello-Sound mit seiner Mischung aus körperreichem und leicht rauhem Ton einen eigenen Reiz. Die Ausführenden, allen voran Ludovico Minasi, spüren dieser Neuentdeckung bei aller Virtuosität mit einer fast schon lauschenden Innerlichkeit nach. Das ändert allerdings nichts daran, dass acht solcher Sonaten am Stück ob ihrer leicht fasslichen Struktur des Guten dann doch zu viel sind. Portionsweise genossen bekommen sie ungleich besser und versetzen den Hörer dann gekonnt in die abendlich-intime Welt der kleinen, schummrigen Bühnen römischer Adelspaläste.



Sven Kerkhoff

Trackliste

1-4 Sonata Nr. 6 d-moll
5-8 Sonata Nr. 17 g-moll
9-12 Sonata Nr. 15 C-Dur
13-16 Sonata e-moll (für 2 Celli)
17-20 Sonata Nr. 5 D-Dur
21-24 Sonata Nr. 9 b-moll
25-28 Sonata d-moll (für 2 Celli)
29-32 Sonata Nr. 11 Es-Dur

Besetzung

Ludovico Minasi, Cristina Vidoni, Teodore Baù: Cello
Simone Vallerotonda: Erzlaute, Gitarre

Andrea Buccarella: Cembalo

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger