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Reviews

Surrender Hill

Just Another Honky Tonk In A Quiet Western Town (2 CD)


Info

Musikrichtung: Country Rock / Americana

VÖ: 08.04.2022

(Blue Betty Records)

Gesamtspielzeit: 99:32

Internet:

http://www.surrenderhill.com
http://bluebettyrecords.com/
http://www.hemifran.com/index.html

2018 überraschte mich die Band um Robin Salmon mit dem Album Tore Down Fences positiv. Nun legen er und seine Gattin Afton Salmon mit ihrem vierten Album nach, und das gleich mit dem Doppel-Album Just Another Honky Tonk In A Quiet Western Town.

Der Vorgänger enthielt emotional geprägten Country Rock im Geiste der frühen Entwicklung des Genres, die eine oder andere Spur Rock durchzog die Musik, Anklänge an The Band konnte ich vernehmen und so offenbarte sich das Album als eine sehr abwechslungsreiche Melange diverser Einflüsse, letztlich mit dem Begriff Americana gut einzustufen. Und als logische Schlußfolgerung befand ich, dass den beiden Musikern ein Album mit herrlich sympathischer Musik gelungen war, Musik, die nicht starr an Vorgaben klebte, das Genre Americana auslotet und, wie es der Titel versprach, auch Zäune niederriss.

Gleich von Beginn an bin ich, die CD 1 läuft gerade, überzeugt, dass ich mich nicht geirrt hatte hinsichtlich der guten Qualität der Band. Mit dem Begriff "Honky Tonk" im Plattentitel, gibt die Musik der ersten CD auch entsprechend Geartetes her. Rauer und einfacher Sound der Honky Tonks, mit dem gewissen Twang in der Stimme, einer Spur Outlaw-Country, ein wenig Spaghetti-Western-Atmosphäre, viele Anlehnungen an jene Zeit, als sich Gram Parsons mit seiner Cosmic American Music beschäftigte. Ja, auch hier Anleihen an seine Zeit, in der er mit Emmylou Harris betörende Duette vorlegte. Ach - und die wimmernde Pedal Steel, die Fiddle, und die Country-Welt ist wieder in Ordnung.

Herrlich, diese klaren Gitarrenklänge, die Fender Telecaster läßt wahrscheinlich grüßen, Bariton-Gitarren-Sounds, und eine ganze Menge Wehmut, Sehnsucht, Liebesleid, Fernweh, Heimatgefühl und Herzschmerz, alles auf den Punkt gebracht, man fühlt das in jedem Song und auch das, was sich aus jeweiligen Situationen entwickeln könnte. Da passt jetzt "You're Still On My Mind" von The Byrds auf deren Album "Sweetheart Of The Rodeo", für das Gram ja mit verantwortlich war.

Und so strahlt jeder einzelne Song der ersten CD all' das aus, was ein guter Country-Song haben sollte, authentisch, nahbar und irgendwie "gemütlich". Ob dieses Niveau gehalten wird auf der zweiten CD? Nun, nach zwei Songs stelle ich fest, dass die Band hier eine ein wenig andere Richtung eingeschlagen hat. In die Schublade Country kann ich das nicht mehr stecken, gleichwohl noch die gewissen Ansätze und Einschübe vorhanden sind. Americana passt hier eindeutig besser, sind doch auch Einflüsse aus dem Singer/Songwriter nicht zu leugnen.

Rock-Elemente treten stärker in den Vordergrund, es bleibt aber zumeist diese heimelige Stimmung, wie sie mir von CD 1 entgegenschallte. Nun fallen bei mir einige Assoziationen in Richtung Rodney Crowell, Michael Dinner, Buddy Miller und hin und wieder etwas Steve Earle. Mithin - auch diese CD ist musikalisch überzeugend, wenngleich in der Ausrichtung ein wenig abwechslungsreicher. Wer also verschiedene Stimmungen braucht, kann zwischen beiden Silberlingen rasch wechseln und wird auf jeden Fall gut bedient.



Wolfgang Giese

Trackliste

CD 1:

1 Cowboy Campfire Song (3:29)
2 Just Stay (3:54)
3 If This Ain't My Rodeo (3:55)
4 Call Upon My Friends (3:34)
5 Just Another Honky Tonk (3:56)
6 Forgotten Town (5:42)
7 Heartache Goodbye (4:19)
8 Running Man (4:19)
9 Long Rider (3:16)
10 Somedays (4:01)
11 Heart Of Texas (3:28)
12 Swallow (3:30)

CD 2:

1 Tumbleweed (4:03)
2 One In The Same (3:50)
3 Love Your Neighbor (3:57)
4 Boomtown (5:27)
5 Quiet Western Town (4:13)
6 Back To Livin (4:18)
7 Old Chair (5:30)
8 Sunshine And Silver Linings (3:46)
9 Arizona Morning (4:12)
10 Forever Mine (4:28)
11 Nothing But The Skin (4:08)
12 Dusty Horse (4:07)

Besetzung

Robin Dean Salmon (vocals, acoustic guitar, organ, piano, electric guitar, dobro)
Afton Salmon (vocals)
Matt Crouse (drums, percussion)
Dan Fishman (drums - CD 1, #8)
Drew Lawson (bass guitar)
Scott Sandberg (bass - CD 2, #11)
Kevin Arrowsmith (fiddle - CD 1, #12, CD 2, #12)
Wyatt Espalin (fiddle - CD 1, #9, vocals - CD 2, #11)
Jonathan Callicutt ( eelctric guitar, vocals - CD 2, #11)
Mike Waldron (lead guitar, electric rhythm guitar, baritone guitar)
Jonathan Callicutt (electric rhythm guitar - #1, 7, 10, 13)
Mike Daly (pedal steel, dobro)
Eric Fritsch (B3 organ)
Mike Jackson (rhythm guitar - CD 2, #11)
Stephen Simmons (vocals - CD 2, #11)
Mark Miller (vocals - CD 2, #3)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger