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Reviews

Rumpistol

Isola (LP)


Info

Musikrichtung: Ambient/Folk/Klassik/Jazz-Fusion

VÖ: 01.04.2022

(Raske Plader)

Gesamtspielzeit: k.A.

Internet:

https://rumpistol.com/
https://jazzfuel.com/
https://raskeplader.com/

Rumpistol ist das Pseudonym für den dänischen Produzenten, Film-Komponisten und Musiker Jens B. Christiansen. Schon lange aktiv, veröffentlichte er nun mit Isola sein siebtes Solo-Album. Mit musikalischem Hintergrund aus der Klassik und aus dem Jazz erweist er sich auf der Platte als wahrer Multi-Instrumentalist, vornehmlich sind es diverse Keyboards, aber auch Field Recordings und elektronische Bearbeitungen sind es, die den Charme dieser Produktion ausmachen.

Seine Tätigkeit als Film-Komponist hat jedenfalls auf Isola deutliche Spuren hinterlassen. Isola, das ist die lateinische Bezeichnung für Insel, und, wie Christiansen selbst ausführt, teilt sich dieser Sprachstamm auch mit dem Wort Isolation. So soll es sich nicht nur auf den Zustand der Welt in den letzten Jahren beziehen, sondern auch auf die Grundbedingungen jedes Menschen und ein neu entdecktes Bedürfnis nach Erdung und Rückbesinnung auf die Natur.

Musikalisch trifft man zunächst grundsätzlich auf eine Ausrichung zu Ambient, zu meditativen Klängen, angereichert mit Passagen aus der Klassik. Und dazu sind es zwei Jazz-Musiker aus der dänischen Jazz-Szene, Jonathan Bremer am Bass und Emil de Waal am Schlagzeug, die das gewisse Quäntchen Jazz einbringen. Wichtige Spuren hinterlassen auch der Ukulele-Spieler Tobias Elof, die klassisch ausgebildete Sängerin Nina Smidth-Brewer, Folksängerin Jullie Hjetland und natürlich das Streicher-Team mit Maria Martine Jagd und Line Felding.

Diverse Geräusche und ein ganz klassisch anmutendes Piano-Spiel, romantisch und verträumt, bilden den kurzen Auftakt, das hat einen Hauch von Ludovico Einaudi. Plätscherndes Wasser leitet über zu "Vindheks", der Windhexe, die nun ihr Unwesen treibt mit Klängen aus dem Märchenwald, Violine und Cello sind hierbei streichend und zupfend aktiv. "Skibbruden" schlingert nun ganz gemach und gemütlich in Richtung Jazz, aber letztlich nur rhythmisch. Ansonsten bleibt es bei sehr naturverbundener und geerdeter Musik.

"Gniben" mit dem Einsatz der Marimba und der Lap Steel bringt in dieses verwunschene Klangmeer Einflüsse, die sich wie selbstverständlich in diese magische und mystische Stimmung einflechten. Assoziativ purzeln bei mir nun Namen wie The Cinematic Orchestra und das Penguin Cafe Orchestra. Man hat das Gefühl, man könne hineinkriechen in dieses watteweiche Gebilde, nur, um sich geborgen und wohl zu fühlen, trotz der gewissen Unheimlichkeit, die so manchen Song umgibt.

Auf dem Titelsong offenbaren sich lediglich Piano, Ukulele und der klassische Gesang von Nina Smidth-Brewer, die engelsgleich und einer Hymne gleich mit glasklarer Stimme auf diese Märcheninsel entführt. Ja, diese Musik ist auf ihre Art sehr eigenwillig und einzigartig, hierzu benötigt man Ruhe, um all die schönen Momente genießen zu können. Und so birgt jeder Song neue Überraschungen, wie mit "Løvfald", das gar in eine keltische Zauberwelt zu entführen scheint, aber auch Skizzen eine kühlen norwegischen Landschaft schweben vor meinem Auge und in der Seele dahin.

Und so stelle ich fest, dass von Rumpistol etwas geschaffen wurde, das absolut faszinierend ist, verschiedene Grundelemente von Ambient, Folk, Klassik und ein ganz wenig Jazz auf eine sphärische Art miteinander zu einem eigenwilligem Ganzen vereinigt, absolut großartig!

Die LP-Ausgabe, die mir vorliegt, enthält die aufgeführten zwölf Tracks, digital sieht es ein wenig anders aus: Comes with full artwork for LP + all singles and one bonus track which is the vocal version of "New Beginning"..



Wolfgang Giese

Trackliste

Seite A:

1 I Rum Sø
2 Vindheks
3 Skibbruden
4 Gniben
5 Isola
6 Memento

Seite B:

1 Jossi Intro
2 Jossi
3 Mangrove
4 Lazar
5 Løvfald
6 New Beginning (Dub)

Besetzung

Jens B. Christiansen (piano, guitar, reversed ocean & field recordings, synthesizers, programming & bird sounds, accordeon, modular synth & Revox A77, Wurlitzer, vocals, drum programming, mellotron, stringer, finger cymbal, guiro, shaker, Alpha Juno 2 synthesizer, harmonium, tape loops, Juno-60, percussion
Maria Martine Jagd (violin)
Line Felding (cello, vocals)
Jonathan Bremer (upright bass)
Kristian Hoffmann (guitar, lap steel, dobro guitar)
Emil de Waal (drums, percussion)
Mike Sheridan (cristal baschet)
Morten Grønvad (marimba)
Nina Smidth-Brewer (vocals)
Tobias Elof (ukulele)
Line Felding, Maria Jagd & Jens B. Christiansen (string arrangements)
My Wittenburg Berents (vocals)
Jullie Hjetland (vocals)
Kill J (vocals, programming)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger