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Reviews

Christian McBride & Inside Straight

Live At The Village Vanguard


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 26.11.2021

(Mack Avenue)

Gesamtspielzeit: 79:49

Internet:

https://www.christianmcbride.com/
https://www.mackavenue.com/
https://www.martinaweinmar.de/

Seit seinem Debüt-Album aus dem Jahre 1995 nahm der 1972 geborene Bassist Christian McBride regelmäßig Platten auf, so zuletzt auch noch 2021 mit seiner Big Band-Formation und der Widmung "For Jimmy, Wes And Oliver".

Live At The Village Vanguard, so präsentiert sich der Bassist nun aktuell wieder im Quintett-Format. Nun, so neu sind die Aufnahmen auch nicht, entstanden sie doch bereits zwischen dem 5. und 7. Dezember 2014 in New York. Aber hallo! Da war doch schon einmal etwas, oder? Genau, denn ebenda entstanden zwischen dem 12. und 14. Dezember 2014 bereits Aufnahmen, die McBride seinerzeit mit seinem Trio einspielte, jedoch mit einem anderen Pianisten und Schlagzeuger als auf dem hier neu dokumentierten Konzert.

Bei allen sieben Songs handelt es sich um Eigenkompositionen dreier Bandmitglieder, Warren Wolf (#1, 5), McBride (#2, 4, 6, 7) und Steve Wilson (#3). Und so startet der Komponist Warren Wolf sogleich mit seinem herrlich quirligen Spiel auf dem Vibrafon, er zeigt hier sein großartiges Können, sein Solo wird auch vom Publikum jubelnd honoriert. Aber auch mit dem Saxofonisten Steve Wilson und dem Pianisten Peter Martin befinden sich hervorragende Solisten an Bord. Sie werden vehement angetrieben durch den Bass von McBride und das sehr innovative und sprudelnde Schlagzeug von Carl Allen.

Wir hören Jazz von höchster Güte, und die langen Stücke lassen viel Raum für Gestaltung und Improvisation. Und so fließt der Strom der Kreativität ohne Unterlass ständig und absolut leicht und locker und losgelöst durch die ganze Platte. Es swingt mächtig und beschert im heimischen Bereich ein herrliches Live-Vergnügen, denn diese immense Spielfreude überträgt sich sofort und lässt nicht locker. Mit "Ms. Angelou" wird man dann durch diese romantische Ballade zur Ruhe gebeten.

Mit "Gang Gang" stellt sich das längste Stück der Platte vor, 14:54 Minuten lang entwickelt sich eine mitreissende und spannende Stimmung, eingeleitet durch den Komponisten Wolf mit einem Vibrafon-Solo, bevor sich die Band nach und nach sehr perkussiv einbringt und das gewisse Latin-Feeling einbringt. Ich bin geneigt, diesen Song als Höhepunkt der Platte hervorzuheben. Ja, dieser Jazz ist so, wie Jazz in einer gewissen puren Form sein sollte. Tradition in vorderster Front, ich nehme es vorweg, mit der Hitze des Bebop im letzten Titel, "Stick & Move", im Hard Bop-Anzug und mit vielen feurigen Zutaten, die ihn gleichermaßen so modern und zeitgemäß klingen lassen. Und so stellen sich alle fünf Mitglieder dieser Formation als ein Glücksgriff heraus, sind sie doch sowohl als Solisten als auch als Gesamtgestalter des Sounds von größter Bedeutung!



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Sweet Bread (12:01)
2 Fair Hope Theme (13:41)
3 Ms. Angelou (10:02)
4 Shade of the Cedar Tree (8:18)
5 Gang Gang (14:54)
6 Uncle James (10:57)
7 Stick & Move (9:52)

Besetzung

Christian McBride (bass)
Steve Wilson (alto & soprano sax)
Warren Wolf (vibes)
Peter Martin (piano)
Carl Allen (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger