····· Neuausgabe von Marianne Faithfulls Vagabond Ways im März ····· Altes Neues von Falco am 4.Februar 2022 ····· Rock-Klassiker von Camphausen (Cello) und Falke (Kontrabass) auf’s Wesentliche reduziert ····· Die Komische Oper hat das neue Jahr mit zwei Personalnachrichten eingeläutet. ····· Die französischen Thrasher Dead Tree Seeds veröffentlichen EP icl. neuer Single ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Martin Kolbe & Ralf Illenberger

Emotions; Live in Bremen


Info

Musikrichtung: Akustik-Gitarre

VÖ: 26.11.2021 (1978)

(Radio Bremen / MiG)

Gesamtspielzeit: 72:26

„Wir verzichten bei uns im Trio darauf Virtuosität zu demonstrieren. Dynamische Inkompetenz ist angesagt.“ So kommentierte Stefan Remmler seinerzeit ein Konzert der NDW-Legende Trio im Onkel Pö. Ob es Konzerte wie dieses von Martin Kolbe & Ralf Illenberger waren, die eine solche Bemerkung veranlassten? Von der Zeit her würde es passen. Und dass einem das Solieren der beiden Virtuosen auf den Senkel gehen kann, ist mehr als verständlich.

Die beiden Akustik-Gitarristen bewegen sich zwischen Jazz- und klassischer Gitarre und demonstrieren dabei ihre Fingerfertigkeit auf bewundernswerte Art und Weise. Das wird vom Publikum auch artig beklatscht – und zwar am Ende der Stücke. Ein Mitgehen oder irgendeine Art von Interaktion zwischen dem Duo und seinen Zuhörern, das ja ein Live-Konzert erst ausmacht, kann ich nicht feststellen. Es hört sich eher wie das disziplinierte „Betrachten“ der Musik in einem Klassikkonzert an.

Es sind eher die Ausnahmen, wenn bei „G’schteinigt“ mal so etwas, wie eine Melodie erklingt, beim „5-Pfenning-Blues“ Groove und Rhythmus ins Spiel gebracht werden oder „The sycophantic Typewriter“ fast rockig einsteigt, um sich dann in Richtung Country weiter zu entwickeln.

Gespannt war ich auf die Versionen von „I shot the Sheriff“ und „These Boots are made for walking”. Aber als die CD das erste Mal ans Ende gekommen war, hatte ich überhaupt nicht gemerkt, dass die beiden Songs überhaupt gespielt worden sind. Als ich bei einem der nächsten Durchgänge mal genauer darauf geachtet habe, habe ich bemerkt, dass sie tatsächlich auf den im Booklet verzeichneten Startplätzen 11 und 15 gekommen waren. Aber man muss wirklich sehr genau hinhören, um überhaupt etwas von ihnen zu erkennen.

Und wenn die sich ständig wiederholenden Akkorde bei „Waves“ dann auf über acht Minuten addieren, geht zumindest mir das mächtig an die Nerven – und leider ist das der vorherrschende Eindruck, den Kolbe und Illenberger hinterlassen.

Wohl nur etwas für ein sehr ausgesuchtes Publikum. Inner Circle Music sozusagen.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Ball in Play 5:34
2Mittags im Hotel 4:13
3G'schteinigt 6:35
4Confusion & Tranquility 4:40
55-Pfennig-Blues 2:58
6Sommerabend 3:32
7The sycophantic Typewriter 2:05
8Namenlos 1:46
9Emotions 6:06
10Gentle Steps 5:37
11I shot the Sheriff 2:44
12Break 4:25
13Waves 8:47
14Music 4:30
15These Boots are made for walking 5:27
16Walzer 3:18

Besetzung

Martin Kolbe (Ac. Git)
Ralf Illenberger (Ac. Git)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger