····· Neuausgabe von Marianne Faithfulls Vagabond Ways im März ····· Altes Neues von Falco am 4.Februar 2022 ····· Rock-Klassiker von Camphausen (Cello) und Falke (Kontrabass) auf’s Wesentliche reduziert ····· Die Komische Oper hat das neue Jahr mit zwei Personalnachrichten eingeläutet. ····· Die französischen Thrasher Dead Tree Seeds veröffentlichen EP icl. neuer Single ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Hannes Wader

Poetenweg


Info

Musikrichtung: Liedermacher

VÖ: 13.12.2021

(Stockfisch)

Gesamtspielzeit: 72:12

Vier Jahre nachdem Hannes Wader seine Tournee-Karriere offiziell beendet hatte, hat er eine begrenzte Anzahl von Gästen in die Mühle eingeladen, in der er mittlerweile seit Jahrzehnten lebt. Dort hat er ein sehr eigenwilliges Konzert gegeben, das alles andere als ein Best of seiner Karriere gewesen ist. Selbst der Begriff Konzert trifft die Veranstaltung nur unzureichend.

Mit einer knappen Dreiviertelstunde nehmen die Ansagen einen zeitlichen Rahmen von deutlich mehr als der Hälfte der Gesamtspielzeit ein. Sie haben somit eine solche Dominanz, dass sie auf der CD zu Recht als eigene Titel indiziert sind. (in der Trackliste in Kursivdruck angezeigt; Red.)

Und auch hier trifft die Bezeichnung Ansagen das von Hannes Wader vorgetragene Wort wiederum nur unzureichend. Im Grunde genommen hält der belesene Songwriter eine Reihe von kulturhistorischen Vorlesungen, die einem groben autobiographischen Faden folgen.

Wader kehrt zurück in seine Kindheit in den Nachkriegsjahren und erinnert sich. Er bleibt aber nicht bei seinen persönlichen Erinnerungen stehen, sondern gräbt in der Geschichte. Die Romantik, das vorindustrielle Norddeutschland, die Arbeiterbewegung, das sind die Kulissen, die er vor seinen Hörern lebendig werden lässt.

Er wird zum Fremdenführer, der nicht nur durch die Geschichte der Menschheit führt, sondern auch der Naturgeschichte und der Kulturlandschaft seine Aufmerksamkeit widmet.

In diese Vorträge bindet er zwölf Lieder ein, die nur zum Teil aus seinem eigenen Repertoire stammen. Von seinen „Hits“ sind eigentlich nur zwei vertreten – „Gut wieder hier zu sein“ als Begrüßung und „Heute hier, morgen dort“ als Zugabe.

Ein tolles Album, eines Mannes, der sich offenbar intensiv mit dem Land beschäftigt hat, in dem er lebt, und der das, was er an Wissen gesammelt hat, in einer sehr unterhaltsamen Form weitergibt.

Mehr davon!



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Begrüßung 0:36
2Gut, wieder hier zu sein 3:00
3Krebsgeboren 6:43
4Krebsgang 2:12
5Lehrzeit 1:03
6Wahre Freundschaft 2:50
7Blessuren 5:07
8Wilde Schwäne 3:14
9Lieder der Arbeiterbewegung 0:50
10Brüder, zur Sonne, zur Freiheit 2:45
11Singen vertreibt das Leid 7:04
12Alle Hügel und Täler 3:13
13Wie aus einer anderen Welt 4:56
14Drei Zigeuner 3:41
15Soziokulturelle Prägung 1:20
16Und am Abend ziehen Gaukler 2:38
17Am Poetenweg 3:16
18Der Zimmermann 3:33
19Fahrende Sänger 1:54
20Damals 4:52
21Schon zu viele 0:34
22Schwestern, Brüder 3:49
23Heute hier, morgen dort 2:50

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger