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Reviews

Stash

Walk The Walk


Info

Musikrichtung: Rock/Country Rock

VÖ: 05.11.2021

(Eigenlabel)

Gesamtspielzeit: 42:37

Internet:

https://stash-us.com/
https://johthemapromotions.com/

Stash ist eine neue Band aus Los Angeles. Drei gestandene und erfahrene Musiker stecken hinter diesem Projekt. Zunächst ist es der Bassist und Multiinstrumentalist Ted Russell Kamp, der neben seinen Solo-Aktivitäten auch als Bassist mit Shooter Jennings bereits lange musiziert, dann Rich McCulley, der sowohl solo als auch als Sessionmusiker viele Erfahrungen hat, hier als Gitarrist eingesetzt. Der Dritte im Bunde ist der Schlagzeuger Joey Peters, bekannt durch Kolloborationen mit Bands wie Grant Lee Buffalo und Rusty Truck.

So ist zu erwarten, dass mit Walk The Walk ein professionelles Werk vorgestellt wird. Grundsätzlich ist die Musik stark im Rock-Bereich angesiedelt, dazu gibt es immer wieder diese Prisen aus Country Rock, Westcoast Rock und Outlaw Country. Maßgeblich ist bei allen Songs die prägnante Stimme von Ted Russell Kamp, so dass man zunächst vermuten könnte, wir hätten es hier mit einem seiner zahlreichen Solo-Veröffentlichungen zu tun. Komponiert wurden die dreizehn Songs jedoch gemeinsam von allen drei Musikern, allerdings hat Ted ganz starke Spuren seines langjährigen Schaffens hinterlassen.

Doch bereits "Catch Me If You Can" ist mehr am reinen straighten Rock-Sound orientiert, das auf die Einflüsse der beiden Mitmusiker schließen lässt, oder zumindest auf McCulley, so vermute ich. Nicht zu erfahren ist, wer hier die Mundharmonika spielt. "Queen Of The Highway" strahlt nunmehr wieder ein wenig Country-Feeling aus, hin zum Outlaw Country. Und so wechseln sich dann schließlich die Stimmungen ab, so dass es offensichtlich wird, dass jeder der drei Protagonisten eindeutige Prägungen hinterlassen hat.

Ein wenig an Bob Dylan erinnert mich die Atmosphäre von "Into The Sunset", zart untermalt vom Klang der Mandoline und in einem langsamen Tempo vorgetragen, der Song strahlt eine große Gelassenheit aus. Inmitten des relativ durchgehend einheitlichen Klangbildes, im Wechsel von Rockern und Country-beeinflussten Songs heben sich folgende ab: "Ain't That Kind Of Man", mit Kastagnetten und Trompete/Posaune in Richtung mexikanische Grenze deutend. Dieser Song erinnert mich an eine alte Ballade über das Leben zur Zeit der ersten Cowboys, so klingt das ein ein wenig wehmütig wie Musik aus einem klassischen Western. Gleich könnte Jesse James um die Ecke schielen...

Blasinstrumente werden ferner eingesetzt auf dem Titelsong, das ein gewisses Soul-Feeling aufweist und gesanglich vom einzigen Gast der Platte, Anna Maria Rosales, unterstützt wird. Bei "Sweet Salvation Of The Dawn" klappern dann auch wieder die Kastagnetten, und mit dem Dobro wird auch wieder ein wenig von staubtrockener Wüstenatmosphäre beigesteuert. Ach ja - und dann ist da noch "By Your Side", wo ich gerade die Kastagnetten erwähnte. Ich wähne mich stilistisch nun irgendwo in der Zeit Ende der Fünfziger/Anfang der Sechziger, als solche Balladen Hochkonjunktur hatten.

Und zu guter Letzt erklingt mit "Hey, Hey, Hey" ein Song, der auch angenehm altmodisch klingt, er könnte durchaus in den Swinging Sixties entstanden sein, ein wenig von The Kinks assoziiere ich spontan, mit einem Schuß R&B bleichgesichtiger Prägung, wie es damals aktuell war. Ja, letztlich strahlt die Platte eine Menge Abwechslung aus, und man spürt die Leidenschaft, mit der die drei Musiker tätig waren, hier ging es offensichtlich darum, kurze prägnante Songs zu schaffen. Allein fünf Stücke liegen unter der Grenze von drei Minuten Spielzeit, wären also prädestiniert für eine Teilnahme am Eurovision Song Contest.... (schön wäre es...)



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Smoke And Mirrors (3:46)
2 Catch Me If You Can (3:06)
3 Queen Of The Highway (2:38)
4 You’re The One (2:32)
5 Into The Sunset (3:30)
6 One Step Ahead Of The Law (3:52)
7 One Track Mind (3:07)
8 Ain’t That Kind Of Man (4:11)
9 Talk The Talk (2:59)
10 Sweet Salvation Of The Dawn (4:17)
11 What I Need (2:42)
12 By Your Side (2:55)
13 Hey, Hey, Hey (3:01)

Besetzung

Ted Russell Kamp (vocals, bass, acoustic guitar, banjo, Wurlitzer, Hammond, trumpet, trombone)
Rich McCulley (electric, baritone and acoustic guitars, dobro, mandolin, keyboards, harmony vocals)
Joey Peters (drums, percussion, keyboards)
Anna Maria Rosales (harmony vocals - #9)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger