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Reviews

James Brandon Lewis Quartet

Code Of Being


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 29.10.2021

(Intakt)

Gesamtspielzeit: 67:41

Internet:

https://www.jblewis.com/
https://www.intaktrec.ch/release.htm
http://www.nuzzcom.com/

James Brandon Lewis (Jahrgang 1983) stammt aus Buffalo und ist ein Jazzmusiker, der sich mittlerweile im modernen Jazz einen Namen gemacht hat. Der Saxofonist/Flötist wurde als Kind von Gospelmusik beeinflusst und spielte später als Jazzer mit namhaften Musikern*innen des Genres zusammen. Ein erstes eigenes Album erschien im Jahre 2010.

Mit seinem neuen Album Code Of Being legt er ein weiteres Album mit zeitgenössischem Jazz vor. In Verbindung mit seinem stilistischen Ansatz ist der Begriff "Molecular Systematic Music" zu lesen. So kann man diesbezüglich erfahren, dass es des Protagonisten Ansatz sei, Musiktheorie und Molekularbiologie zu verbinden, und die Grundlage für die Kompositionen zu bilden.

Was immer das sein mag und wie sich das in der Musik widerspiegelt, möge Jede/r für sich selbst entscheiden. So kann man im Eröffnungstitel, "Resonance" mitverfolgen, wie dieser als Walzer angesetzte Song in einen Groove verwandelt wird, der mit einer Art fünffachen Takt weitergeht. Dieser Musiktheorie kehre ich lieber den Rücken und versuche, darzustellen, wie ich es empfinde. Jedenfalls verfügt der Song über einen recht komplizierten und nicht swingenden und hakenden Rhythmus, über dem sich die Instrumente teils relativ frei austoben, vor Allem ist es Aruán Ortiz am Piano, der sehr freie Akzente mit einem wilden Solo setzt. Der Song schleicht so aus, wie ich es von vielen Songs von John Coltrane kenne, in einer recht spirituell wirkenden Stimmung.

"Archimedian" verbleibt in dieser relativ ungestümen Stimmung, man nähert sich ganz stark den freien Metren, fast ist es Free Jazz, und wieder derart ausgeprägt, das ich assoziativ schon wieder bei Coltrane lande. Lewis löst sich nun stark in seinem Spiel, Ortiz erneut mit freien Ausbrüchen, Bass und Schlagzeug treiben ohne einen spezifischen Rhythmus mit viel Druck.

Letztlich sind sämtliche Stücke ähnlich aufgebaut, es gibt keine üblichen Strukturen, man hört Melodien, ungewöhnlich klingende rhythmische Aufbauten, viel Dynamik und eine Menge Spiritualität. Drei Songs sind einigen Personen gewidmet, so "Every Atom Glows" dem Maler Norman Lewis, "Where Is Hela" ist für Henrietta Lacks, die in Verbindung steht mit dem Missbrauch menschlicher Zellen und "Tessera" richtet sich an den abstrakten Bildhauer und Maler Jack Whitten.

Der Titelsong ist einer jener Songs, die ganz stark an der Aufbruchstimmung der Mittsechziger orientiert sind, und erneut kommt mir hier John Coltrane in den Sinn hinsichtlich des Aufbau des Stückes, bei dem der Pianist irgendwo zwischen McCoy Tyner und Alice Coltrane liegt, und Brandon Lewis treibt die Stimmung mit dem Saxofon in die Höhe. Mit "Tessera" kommt dieser leidenschaftliche Auftritt zu einem relativ ruhigen, meditativen und besinnlichen Abschluss. Die Band hat es verstanden, die Atmosphäre der Sechziger in das Hier und Jetzt zu transportieren und sehr modernen Jazz zu spielen, der von Herzen kommt, trotz des wissenschaftlichen Ansatzes.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Resonance (7:42)
2 Archimedian (7:34)
3 Every Atom Glows (5:18)
4 Per 4 (8:36)
5 Code Of Being (7:52)
6 Where Is Hella (13:03)
7 Per 5 (8:25)
8 Tessera (8:47)
(All compositions by James Brandon Lewis)

Besetzung

James Brandon Lewis (tenor saxophone)
Aruán Ortiz (piano)
Brad Jones (bass)
Chad Taylor (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger