····· Marillion - neue Single, neues Album ····· Neues altes Live-Album von Martin Kolbe & Ralph Illenbeger birgt Überraschendes ····· Der ehemalige Frontmann der Specials Neville Staple kündigt ein brandneues Studioalbum an ····· Markus Grosskopf als Gast im neuen Brunhilde-Video ····· Weaves Ex-Frontfrau startet das Soloprojekt Jasmyn ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Werckmeister

Kairos


Info

Musikrichtung: Indie Rock

VÖ: 05.11.2021

(Werk Music)

Gesamtspielzeit: 47:04

Internet:

http://www.werckmeister-music.at/
https://bite-it-promotion.de/

Bei der Band WERCKMEISTER handelt es sich um ein Projekt aus Wien, 2018 gegründet. Man singt auf Deutsch, doch der Sänger mit seiner sonoren Stimme singt recht undeutlich, dass es mir Schwierigkeiten bereitet, dem Text zu lauschen, und ich bekomme tatsächlich nur einige Worte oder Teilsätze mit. Das ist bedauerlich, denn laut Pressetext sollen sich unter den Songs auch solche mit sozialkritischem Inhalt befinden, in diesem Zusammenhang wird auf "Tyrannus" und "Die Träufler" verwiesen. Aber auch ein zerbrechliches Wiegenlied soll erklingen - "Lilith über der Stadt".

Und dem will ich dann gern einmal näher lauschen. Und wieder sind es nur Teile des Textes, die mir sofort ins Ohr gehen. So ist es recht mühsam, sich dermaßen hochkonzentriert den Zeilen zu widmen, dass ich mir erlaube, die Songinhalte einfach auszublenden. So macht das keinen Sinn. Denn das es auch anders geht, zeigt das Beispiel "Die Eloquenz des Untergangs", bei dem der Text viel besser zu verstehen ist.

Bleibt also die Musik. Und die ist wirklich sehr ungewöhnlich, sehr besonders. Und sie ist so arrangiert, dass dem Hörer teilweise abverlangt wird, näher hinzuhören. Denn schnell verglühende Popsongs sind nicht darunter zu finden. Einigermassen näher kommt man Songs wie "Mein Mörder", das eher konventionell vorgetragen wird. Das ist einer der eher ruhigen Stimmungen, die anderen wie auf "Circus Maximus" entgegenstehen, mit seinem donnernden Schlagzeug, und ebenso trifft das zu auf "EKG", dem auch noch massive E-Gitarrenparts spendiert wurden.

Aber auch mystisch-düstere Ausprägungen werden vorgestellt ("Weltenbau", "Wand der Wünsche"), und mit "Die Unendlichkeit" nimmt das Album gar ein wenig romantische Fahrt auf, schön hier die gelungenen Streicherelemente. Insgesamt betrachtet ist es gelungen, eine abwechslungsreiche Atmosphäre zu schaffen, bei dem eigentlich alles zusammenpasst, auch der Gesang hinsichtlich des Ausdrucks und der Stimmfarbe, alles gut, bis auf das sofortige Erkennen der Texte.

Die Band selbst bezieht sich auf Einflüsse von Nina Simone, Antony and the Johnsons oder Joy Division, Francis Bacon, Dorothea Tanning und Antonin Artaud. Selbst würde ich noch Nick Cave dazupacken.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Weltenbau
2 Circus Maximus
3 Die Eloquenz des Untergangs
4 Tyrannus
5 EKG
6 Nektar
7 Wand der Wünsche
8 Lillith über der Stadt
9 Mein Mörder
10 Träufler
11 Die Unendlichkeit
12 Ex Machina

Besetzung

Florian Hümmer (bass)
Samo Stern (guitars)
Bernhard Weiss (drums)
David Howald (vox and guitars)
Alpine Dweller (strings)
Markus W. Schneider (guitar, electronics)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger