····· Silberfeier von Ohrenfeindt im Gruenspan konserviert serviert ····· Grafitti sei wie Punk aus der Spraydose kommentieren Gatuplan ihr neues Video ····· Peter Goalby, Ex-Sänger von Uriah Heep, veröffentlicht bislang nie erschienenes Soloalbum ····· Vorwiegend akustische Arrangements auf Live-Dokument der Fleet Foxes ····· Eine Reise durch die nordische Mythologie mit Hel’s Throne ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Running Wild

Blood On Blood


Info

Musikrichtung: Heavy Metal

VÖ: 29.10.2021

(Steamhammer / SPV)

Gesamtspielzeit: 55:54

Oha, schwierige Sache. Die Meinungen über das neue Running-Wild-Album gehen weit auseinander. Die Spanne reicht von total enttäuscht wegen des einfältigen, sich dauernd selbst zitierenden Songwritings und der flachen DIY-Produktion, bis zur totalen Begeisterung über das selbstbewusste Weiterführen des Markenkerns der 80er mit ach so spiellaunigen Songs. Und Recht haben irgendwie beide Fraktionen.

Vor fünf Jahren hatte man sich über Rapid Foray gefreut, dass das alte Schlachtschiff fast wieder in alter Form zeigte. Mit Blood On Blood wird das Ganze auch in etwa so weitergeführt. Allerdings irgendwie nicht mehr ganz so packend. Rock’n’Rolf wollte offensichtlich ein ziemlich geradliniges Album schreiben. So haben fast alle Titel denselben Beat und die beiden Partynummern „Wild Wild Nights“ und „Wild And Free“ treiben die Simplizität glatt auf die Spitze. Auch das überlange Epos „The Iron Times 1618 - 1648“ ist dann gar nicht so ausufernd, wie man es bei der Länge von über zehn Minuten denkt.

Dann bleiben wir doch lieber bei knackigen Freibeuter-Hymnen wie dem eröffnenden Titeltrack, dem klassisch wummernden „Diamonds And Pearls“, dem von der 2019 veröffentlichten EP bekannten „Crossing The Blades“ oder „The Shellback“, welches ganz selbstbewusst im Black Hand Inn vorbeischaut. Bei denen entwickelt sich tatsächlich das alte Running-Wild-Feeling mit dem typischen Gesang und dem ratternden Gitarrensound, wie ihn sich Fans zu wünschen. Der Rest ist eher unauffälliger Natur. Und ob man das das schlagerhafte „One Night On Day“ wirklich toll findet, ist wohl von der eigenen Tagesform abhängig.

Die Wahrheit bei Running Wild liegt in dem Fall wohl in der Mitte: Blood On Blood ist (für den Fan) kein Rohrkrepierer, aber auch kein kommender Klassiker. Einfach ein nettes, kleines Ding, was sich das Ein-Mann-Unternehmen Kasparek da in seinem Heimstudio zusammengebastelt hat. Ob einem das reicht, muss man wohl selbst für sich beurteilen.



Mario Karl

Trackliste

1Blood On Blood
2Wings Of Fire
3Say Your Prayers
4Diamonds And Pearls
5Wild And Free
6Crossing The Blades
7One Night One Day
8The Shellback
9Wild Wild Nights
10The Iron Times 1618 - 1648

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger