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Reviews

Cradle of Filth

V Empires or Faerytales in Phallustein


Info

Musikrichtung: Progressive Black Metal

VÖ: 22.04.1996

(Cacophonous / Nuclear Blast)

Gesamtspielzeit: 36:28

Internet:

http://www.cradleoffilth.com

Der 1996er Doppelschlag V Empires or Faerytales in Phallustein (EP im April) und Dusk and Her Embrace (LP im August) hat einen ähnlich stilprägenden Einfluss gehabt, wie Therions Theli, unsere Kolumnen-CD im letzten Monat. Beide Bands haben den Black Metal auf völlig eigenständige Art und Weise auf eine neue Ebene gehoben.

Dem warmen opernhaften Sound Therions stellen Dani Filth & Co eine eisige Alternative gegenüber. Schneidende Gitarren und dämonisches Gekeife prägen die Stücke, die oft einen manisch hysterischen Eindruck erwecken. Weibliche Backings verstärken den dämonischen Eindruck der Kompositionen. Grabesstimmen prägen „Queen of Winter, throned“.

1996 gehörten Cradle of Filth zu den Bands, die das Brutalitäts-Level der Extrem Metal Bands weiter nach oben geschoben haben. Als ich V Empires or Faerytales in Phallustein und Dusk and Her Embrace zum ersten Mal gehört habe, hat mich die darauf erzeugte Lärmmauer erst einmal erschlagen. Ich brauchte eine Reihe von Durchläufen, um die zum Teil sehr filigranen Elemente zu erkennen, die sich hinter der schroffen, abstoßenden Fassade verbergen. Nur ein Mal, „She mourns a lengthening Shadow”, gibt es einen emotionalen Ruhepunkt.

Die erstaunliche Qualität der Lyrics straft die nach außen gezeigte Rohheit der Musik ebenfalls Lügen. (Näheres dazu in meiner Kolumne.) Paradigmatisch dafür ist der Text von „The Forest whispers my Dream“, der die Verlockung des Dunklen und Bösen in einer überragend lyrischen Weise beschreibt.

Man mag das, was Cradle of Filth vor 25 Jahren inszeniert haben, für pubertär, vulgär oder abstoßend halten, das Ergebnis ist dennoch überzeugend. Die Band konnte das nie toppen. Spätere Alben mögen objektiv besser sein, aber nie haben die britischen Black Metaller ihren Spirit besser und authentischer präsentiert. V Empires or Faerytales in Phallustein und Dusk and Her Embrace gehören in jede Metal-Sammlung.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Ebony dressed for Sunset 2:50
2The Forest whispers my Name 4:42
3Queen of Winter, throned10:27
4Nocturnal Supremacy 5:53
5She mourns a lengthening Shadow 3:43
6The Rape and Ruin of Angels (Hosannas in Extremis) 8:52

Besetzung

Dani Filth (Voc)
Stuart Antsis (Git)
Robin Eaglestone (B)
Nicholas Barker (Dr)
Damien Gregori (Keys)
Jared Demeter (Git)

Gäste:
Sarah Jezebel Deva (Back Voc)
Danielle Chneajna Cottington (Back Voc)
Rachel (Back Voc)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger