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Reviews

Steely Dan

Northeast Corridor


Info

Musikrichtung: Rock

VÖ: 24.09.2021

(Universal)

Gesamtspielzeit: 62:19

Steely Dan haben mit ihrem soften Rock-Sound fast so etwas ein Genre für sich geschaffen. Mit Anleihen an Jazz, West Coast und easy listening haben sie einen eleganten Mix kreiert, der sich am besten mit dem Titel des Solo-Albums Nightfly von Bandkopf Donald Fagen beschreiben lässt – oder auch mit dem Songtitel „Glamour Profession“, der auch auf diesem Livealbum enthalten ist. Dass man beim flüchtigen Hören des zweiten Stücks statt „Kid Charlemagne“ auch „Kid Champagne“ verstehen kann, passt ebenfalls ins Bild.

Die Band muss sich auf Northeast Corridor erst einmal eingrooven, oder vielleicht besser einswingen. Der Operner bereitet bereits auf den sanft funkelnden Sound der Band vor, ist aber noch kein Highlight. Das kommt erst mit einem der beiden Überhits der Band „Rikki don’t lose that Number“. Das etwas kraftvollere „Kid Charlemagne“ wirkte zuvor etwas nervös und mit den Soli auch etwas überladen.

Nach „Riki“ folgt ein viertelstündiger Höhenflug, während dem die Band ihre schmeichelnden Stärken voll ausspielen kann. Danach wird stimmungsmäßig ein Gang zurückgeschaltet. „Things I miss the Most“ ist okay, „Aja“ etwas sehr lang greaten, „Peg” kommt beschwingt, ist aber kein Highlight.

Die folgen dann mit den beiden grandiosen Abschlussnummern. „Bodhisattva“ ist – ganz entgegen seines Namens – keine Meditationspause, sondern im Gegenteil einer der kraftvollsten Momente des Albums. Und „Reelin‘ in the Years“ ist ein Ohrwurm, der noch durch den Kopf klingt, wenn die CD schon lange wieder aus dem Player geholt wurde. Das Stück kann es fast mit den beiden Paradestücken von Steely Dan aufnehmen, dem bereits gehörten „Rikki don’t lose that Number“ und dem unverzeihlicher Weise nicht gespielten „Do it again“. Aber das hat bei Steely Dan offensichtlich Tradition. Danach wird das Publikum sanft in die Nacht entlassen.

Northeast Corridor wurde dem Andenken an Steely Dans zweiten Kopf Walter Becker gewidmet, der 2017 im Alter von 67 Jahren verstorben ist.

Ein starkes Album, dem man aber den einen oder anderen Tritt aufs Gaspedal mehr gewünscht hätte.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Black Cow 5:03
2Kid Charlemagne 5:50
3Rikki don't lose that Number 4:36
4Hey Nineteen 5:28
5Any major Dude will tell you 3:11
6Glamour Profession 6:57
7Things I miss the Most 5:03
8Aja 8:31
9Peg 4:03
10Bodhisattva 5:31
11Reelin' in the Years 5:43
12A Man ain't supposed to cry 2:22

Besetzung

Donald Fagen (Voc, Piano, Melodica)
Keith Carlock (Dr)
Freddie Washington (B)
Jon Herington (Git)
Connor Kennedy (Git)
Jim Beard (Piano, Keys)

Michael Leonhart (Trompete, Flügelhorn, Perc)
Jim Pugh (Posaune)
Walt Weiskopf (Sax)
Ari Ambrose (Sax)
Roger Rosenberg (Sax, Klarinette)

Carolyn Leonhart (Voc, Prec)
Catherine Russell (Voc, Prec)
La Tanya Hall (Voc, Prec)
Jamie Leonhart (Voc, Prec)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger