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Reviews

Mads Langer

Where Oceans Meet


Info

Musikrichtung: Pop

VÖ: 01.10.2021

(Sony)

Gesamtspielzeit: 40:01

Internet:

https://madslanger.com/
https://www.promotion-werft.de/
https://www.sonymusic.de/

Mads Langer aus Dänemark (*1984) startete bereits im Alter von drei Jahren mit dem Klavierspiel und studierte später gar noch Jazz-Piano. 2006 veröffentlichte er sein Solo-Album, "Attention Please", ein Album mit recht angenehmer Popmusik. Mittlerweile ist er zum Star aufgestiegen, hinsichtlich seiner Plattenkäufe mit Gold und Platin ausgezeichnet.

Where Oceans Meet ist nun das sechste Album des Musikers. Es beinhaltet elf neue Songs, die Texte hierzu findet man im Booklet. Auffällig hierbei ist, dass fast bei jedem Song andere Musiker beteiligt sind, die dazu auch noch oft mit dem Programming befasst sind. Davon halte ich grundsätzlich nichts, weil das die Einheitlichkeit von Musik durchaus zerstören oder mindestens stören könnte, es sei denn, das ganze Projekt ist auf den Protagonisten abgestimmt und man richtet sich einfach nach ihm und den jeweiligen Vorgaben der Komponisten. Hierbei wurden einige gewählt, die bereits Songs für Adele, Dua Lipa und Lizzo Hits schrieben. Das kann auch oft Massenware bedeuten. Nun, in der Regel wird auch Mads Langer jeweils als Co-Autor genannt. Schauen wir einmal, inwieweit er seinen Einfluss hat gelten machen können.

Es startet mit "White Noise", sofort springt die angenehme und sympatische Stimme von Langer an. Das Ganze ist ein klassischer Pop-Song, der unvermittelt mittels seiner Melodik anspricht. Durch das Gitarrensolo wird dezent eine leicht rockige Stimmung mit einbezogen, um danach, nur von Stimme und Piano getragen, zum Ende zu kommen.

Diese typische Melodik, die aus meiner Sicht wie am Fließband produzierte Musik klingt, ja, "Lightning" ist ein solcher Song, wie man ihn massenweise im Radio zu Gehör bekommt, inklusive des obligatorischen "Oh Oooo" im Refrain. Handwerklich sicher gut durchdacht, doch "Lightning" ist leider Massenware, ohne jegliche Bedeutung für die Musikgeschichte. Die "Puppet Show" steht dem in nichts nach, dieses synthetische Klatschen durch die Programmierung zerstört die von Langer selbst ausgeführte Gitarrenbegleitung. Diesem Song hätte man eine romantische Note und entsprechend Leben einhauchen können durch komplette Verwendung von normalen Instrumenten. Und warum das Ganze dann bereits nach knapp 2:30 Minuten zu Ende ist, das kann ich nicht nachvollziehen. So ist das Füllmaterial, nicht mehr.

Die einzig wirklich gute Konstante durchweg ist und bleibt die wirklich ansprechende Stimme des Protagonisten, meist voller Emotionen, sehr gefühlvoll und angenehm. Und so zieht sich Etwas durch die (fast) ganze Platte, das Musik beinhaltet, die rasch in die Blutbahn geht, aber auch schnell wieder verbrennt, die nicht wirklich hängen bleibt, das ist nichts für die Ewigkeit, das ist schneller Konsum, der in diese Welt passt wie die Faust aufs Auge. Also - im direkten Vergleich zum ersten Album "Attention Please" ein klarer Abstieg, schade eigentlich, denn der Erstling zeigt ja nun einmal, dass es besser geht, und ausdrucksstärker und packender, mit mehr Kraft.

Auf Where Oceans Meet klingt Mads Langer leider wie einer unter Vielen, austauschbar, ohne ein wirklich individuelles Profil, es sei denn, man steht auf diese Art von rasch verglühender Popmusik, vielleicht gut zum Nebenbeihören und beim Autofahren. Ausnahmen sind für mich das tatsächlich mehr in Richtung Power Pop gehende "Lost Highway", dass sich heraus schält aus der Masse mit einem dezenten Hauch gar von Indie Pop, sehr melodisch und packend wie einst, und - auf den Höhepunkt muss man dann bis zuletzt warten, nur Mads, der singt und Piano spielt auf der Ballade "Julie", ein sehr schönes Liebeslied ist das.

Nun, der Erfolg mag dem Musiker recht geben, doch woran misst sich hierbei der Erfolg? Na, an Plattenverkäufen etc., und angesichts der einfach strukturierten und anspringendem Musik ist es nicht verwunderlich, dass "die breite Masse von Käufern/innen" darauf abfährt. Doch das ist noch lange kein Qualitätsmerkmal. Schade, denn aus meiner Sicht hat Mads Langer absolut das Zeug dazu, bessere Musik vorzulegen!



Wolfgang Giese

Trackliste

1 White Noise
2 Lightning
3 Puppet Show
4 21:4
5 Dark Clouds
6 Stop Me
7 Lost Highway
8 Hanging With You
9 Closer Than You Know
10 Monsters In My Mind
11 Julie

Besetzung

Mads Langer (vocals, guitars, drums, piano, bass ,backing vocals, keys, percussion)
Eg White (bass, keys, synths, guitars, drums, piano, string & synth programming)
Laurits Emil Christiansen (keys, electric guitar, background vocals, percussion)
Benni Christiansen (bass)
Andreas Lund (guitar)
Cole MGN (programming)
Stuart Crichton (programming, bass & beats)
Morten Hellborn (drums)
Oliver McEwan (bass)
Søren Andersen (drums, bass)
Richard Craker (guitars, drums, programming, percussion, keys, bass)
Anthony Watts (background vocals)
Larus Arnason (bass guitar, drums, programming)
Scott Effman (programming, additional keys, vocals)
David Charles Fischer (additional vocals)
Davide Rossi (strings, string arrangement)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger