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Reviews

The Vivino Brothers

Chitlins Parmigiana


Info

Musikrichtung: Soul/Funk

VÖ: 24.09.2021

Inakustik (dmp)

Gesamtspielzeit: 65:23

Internet:

http://www.jimmyvivino.com/
https://www.in-akustik.de/de/

"You've never had anything like it!", so liest man unter dem Namen der Band - The Vivino Brothers. Doch wer sind die beiden Herren auf dem Cover, die das Essen mit Parmesan-Käse bestreuen? Nun, offensichtlich sind sie voller Humor, kann man auf dem Cover noch weiter lesen: "Cooks On Your CD Player" und "Full Of Preservatives". Auf der Rückseite des Covers hat man sich dann zu Siebt zum Essen versammelt. Und hier wird noch auf die Zutaten des Rezepts verwiesen: "Ingredients: Soul, Jazz, Blues, Funk, Vocals plus Daily Recommended FUN Allowance".

Chitlins Parmigiana wurde bereits 1992 veröffentlicht. Die Brüder Jerry und Jimmy Vivino galten damals bereits als gefragte Session- und Studiomusiker sowie als Produzenten, und sie arbeiteten unter anderem mit Musikern wie Son Seals, Johnnie Johnson, Hubert Sumlin, Al Kooper, Shemekia Copeland, Aaron Neville, Lucky Peterson, Dr. John, Buddy Guy und Odetta, also überwiegend im Blues-Genre.

Wie oben aufgeführt, hat man dieses Spektrum durch andere Stilelemente erweitert für diese Aufnahmen. Nachdem diese Platte lange nicht erhältlich war, taucht Chitlins Parmigiana nun wieder aus der Versenkung auf – und zwar als UHQCD (Ultimate High Quality CD).

Mit "Peanut Boss" wird sogleich das Kapitel Funk aufgeschlagen, ich muss hier sofort an die Musik von Tower Of Power denken. Mit dieser dreieinhalb Minuten langen Einleitung ist man gleich bestens eingestimmt auf diese Platte mit "Soul Food" (=Chitlins). "Ghost Dancers" ist beschaulicher und über sechs Minuten lang. Der Song ist sehr geschickt aufgebaut hinsichtlich des Arrangements. Ein sanftes Thema auf dem Saxofon wird stets unterbrochen von funkigen Einwürfen und der Song strahlt durch seine Abwechslung. Schon bald übernimmt Jerry mit einem Saxofonsolo das Regiment, und danach klingt das Stück nach und nach langsam aus, leider ausgeblendet, ein Ende hätte ich gern gehabt.

Yeah - und nun wird es bluesig, dieser Sound der Hammond kommt mir bekannt vor, ja, Al Kooper ist es. Zu diesem langsamen und sehr emotionalen Blues erklingt die ausdrucksstarke Stimme von Catherine Russell, und Jerry glänzt mit einem kraftvollem Saxofon-Solo. "Fool's Gold" ist in der Tat ein großartiger Song!

Die Vielfalt der Musik wird unterstrichen durch Songs wie "Capetown Fear" mit afrikanischer Einfärbung, den fast schon in die Richtung Smooth Jazz treibenden Titelsong oder das lasziv und cool wirkende "Soul Revival", bei dem Vinnie Cutro sich mit der Muted Trumpet vorstellt und Jimmy Vivino den Gesangspart übernimmt. Das ist ein wirklich klassischer Soul-Titel, der teilweise an die guten alten Soulsongs der Sechziger erinnert.

Ein shuffelnder Blueser erwartet uns mit "You'll Never Walk Again", hier mit Ronnie Cuber am Bariton-Saxofon, und neben weiteren Solisten ist hier dann auch einmal Jimmy Vivino mit seinem stark am Blues orientiertem Gitarrenspiel zu geniessen. Nur wenige Fremdkompositionen finden wir hier, so dass funkende "Africa" von The Meters. Zum Abschluss kommt der Song, der die gesamte Stimmung des Albums gut widerspiegelt, "We Got The Party". Mit lustigem Chorgesang, alle scheinen Spaß zu haben, werden wir mit dieser Partystimmung verabschiedet. Ja, dieses Album ist ein wirklich gutes, ganz hervorragend, dass es wieder erhältlich ist, vor Allem in dieser Klangqualität! Ja, das ist wohlschmeckendes "Soul Food" plus dem neapolitanischen und sizilianischen Gemüseauflauf. (Parmigiana)



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Peanut Boss (3:33)
2 Ghost Dancers (6:14)
3 Fools Gold (5:47)
4 Capetown Fear (3:23)
5 Chitlins Parmigiana (5:46)
6 Soul Revival (6:59)
7 You'll Never Walk Again (3:40)
8 Africa (6:10)
9 Miss Mona (5:07)
10 Jerry Boy Blues (5:15)
11 Life's Tough (4:25)
12 Cornell Knowledge (5:25)
13 We Got The Party (2:57)

Besetzung

Jerry Vivino (saxophones, background vocals)
Jimmy Vivino (guitars, piano, Hammond B-3, lead & background vocals)
Michael Merritt (bass)
James Wormworth (drums)
Vinnie Cutro (trumpet, flugelhorn)
Fred Walcott (percussion)
Catherine Russell (vocals)
Al Kooper (Hammond B-3 organ - #1, 3, 7, 10-12, Korg M-1 - #2)
Ronnie Cuber (baritone saxophone - #7, 10)
Johnny Bello (vocals - #13)
Floyd Vivino (piano and vocals - #13)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger