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Reviews

Gasparini, F. (Mineccia)

Opernarien für Alt


Info

Musikrichtung: Barock

VÖ: 03.09.2021

(GLOSSA / Note 1 / CD / 2019 / Best. Nr. GCD 923527)

Gesamtspielzeit: 64:46

Internet:

Filippo Mineccia

WEGBEREITER

In der Erinnerung der Nachwelt verdrängt durch die späteren großen Namen sind eine Reihe der Wegbereiter der Barockoper, die um 1700 herum in Italien Triumphe feierten, nahezu in Vergessenheit geraten. Einer von ihnen ist Francesco Gasparini (1661-1727). Diese Auswahl an Opernarien für Alt-Stimme weist ihn stilistisch als Verwandten von Ariosti oder Bononcini, insbesondere aber auch als gelehrigen Schüler Arcangelo Corellis aus. Wie prägend diese Tomsprache war und blieb zeigt sich daran, dass selbst der frühe Händel ihr noch verhaftet war, so dass die ein oder andere Gasparini-Wendung durchaus an dessen Opernarien denken lässt. Allerdings fallen die Arien zu Gasparinis Zeit noch deutlich kürzer aus und sind mehr am melodischen Bogen denn am virtuosen Zierrat interessiert.

Countertenor Filippo Mineccia gefällt in diesem Repertoire mit einer zumeist geschmeidigen, intonationssicheren Tongebung und einigem Farbenreichtum, wobei hierzu auch das gut disponierte, experimentierfreudige Orchestra Nazionale Barocca dei Conservatori Italiani seinen Beitrag leistet. Wirklich Gestalt annehmen wollen die Opern-Figuren dennoch selten. Die Kürze der Arien mag hieran ebenso ihren Anteil haben wie Mineccias Zurückhaltung was das Ausdrucksspektrum angeht. Das Weinen und Klagen, das Rasen und Wüten, das Seufen und Schmachten - sie liegen hier doch recht nahe beieinander und werden nicht bis in die Tiefe ausgelotet und schon gar nicht bis in die Extreme ausgekostet. Warum, das zeigt sich vielleicht bei so einem Stück wie "No, non discende no", in dem Mineccia etwas stärker an diese Grenzen herangeht, dabei aber dann ein paarmal abrutscht ins Schrille und Verzerrte.

Einen sicheren Hafen und angenehmen Ruhepol bieten die eingeschobenen Instrumentalwerke Corellis, die klanglich und historisch in schlüssigem Bezug zum Gasparini-Repertoire stehen, welches bei aller Solidität in dieser Ballung und Fokussierung auf eine einzige Stimmlage dann eben doch gewisse Ermüdungserscheinungen nach sich zieht.



Sven Kerkhoff

Trackliste

Arien aus Engelberta, Eumene, Oracolo del Fato, S. Maria Egeziaca, Antioco, Ambleto, La Penitenza gloriosa, Il Tartaro nella cina, Bajazet, Erode
+Bacci: Gia al mio cor aus "L'Umilta Gloriosa"
+Corelli: Concerto grosso op. 6 Nr. 8 "Per la Notte di Natale"

Besetzung

Filippo Minecca: Countertenor

Orchestra Nazionale Barocca dei Conservatori Italiani
Paolo Perrone: Ltg

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger