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Reviews

Little Steven and the Disciples of Soul

Summer of Sorcery live! At the Beacon Theatre


Info

Musikrichtung: Rock / Soul / Rhythm’n’Blues

VÖ: 09.07.2021

(Wicked cool / Universal)

Gesamtspielzeit: 195:27

Internet:

http://www.littlesteven.com

Summer of Sorcery live! At the Beacon Theatre ist zum einen ein Mitschnitt des gut zweieinhalbstündigen Konzerts, mit dem Little Steven and the Disciples of Soul am 6. November 2019 im Beacon Theatre in New York den Schlusspunkt unter die Summer of Sorcery-Tour setzten. Lediglich das Intro stammt von einem anderen Auftritt. Obendrauf gibt es eine Bonus-CD mit Aufnahmen von anderen Konzerten der Tour, die vom 27. Mai 2017 bis zum 6. November 2019 dauerte.

Little Steven ist langjähriges Mitglied von Bruce Springsteens E-Street-Band. In der zweiten Hälfte der 70er Jahre spielte er außerdem bei Southside Johnny & the Asbury Jukes. Seit Anfang der 80er veröffentlicht er zum Teil in langen Abständen Solo-Alben unter seinem eigenen Namen, wobei er durchaus unterschiedliche Akzente gesetzt hat. Die frühen Alben waren stark rockorientiert und durchaus kompatibel mit dem, was er mit Bruce Springsteen aufgenommen hat. Aber auch der souligere Ansatz von Southside Johnny kam zum Tragen, was mit einem stärkeren Einsatz von Bläsern verbunden war. Insbesondere auf dem 89er Album Revolution war er sehr groovig und vom Funk beeinflusst. Ähnliches zeigte sich bereits 1985 bei dem Protest-Song „Sun City“, für den er das Projekt Artists united against Apartheid initiiert hatte.

Auf Summer of Sorcery live! At the Beacon Theatre lässt Steven van Zandt, wie Little Steven bürgerlich heißt, keine dieser Phasen aus. Mit dem Triple „Little Girl so fine”, „Trapped again” und „Love on the wrong Side of Town” widmet er Southside Johnny sogar einen ausdrücklichen Tribut, wobei zwei der drei Southside Johnny-Song aus Little Stevens Feder stammen. „Trapped again” hat er zusammen mit Johnny und Springsteen geschrieben.

Das Konzert ist ein regelrechts Feuerwerk, bei dem auch Reggae („I am a Patriot“), karibische Sounds („Bitter Fruit“), Psychedelic („Camouflage of Righteousness”), Jazz („Gravity“), Blues („I visit the Blues”), Rock’n’Roll und Mariachi-Trompeten („Superfly Terraplane“) abgefeuert werden. „(Ain't nothin' but a) Houseparty” lässt an die Blues Brothers denken, „Party Mambo!” an Santana und „Bristol Stomp” an die Beach Boys.

Little Steven hat sich immer deutlich politisch positioniert. Und damit hat er auch 2019 nicht gebrochen. Das führt immer wieder zu Ansagen, die fast die Länge einzelner Titel erreichen, wenn er zum Beispiel bei „Education“ die Wichtigkeit der Lehrenden betont oder sich vor „I am a Patriot“ deutlich von denen abgrenzt, die sich gerne selber als Patrioten bezeichnen. Humor beweist er in der Ansage zu „Sun City“, das sich 1985 gegen das Apartheids-Regime in Südafrika wandte, das erfreulicherweise lange Geschichte ist. Die Ansage beginnt mit „Once upon a Time” („Es war einmal”), um sich dann spitzbübisch historische Verdienste zuzusprechen. Wie die Trompeten die Mauern von Jericho zum Einsturz gebracht haben, habe dieser Song das böse Königreich zerbrechen lassen.

Summer of Sorcery live! At the Beacon Theatre kommt als vierfach aufklappbares Digipack mit fettem Booklet, das unter anderem Kurzkommentare Little Stevens zu jedem einzelnen Song enthält. Die reichlich vorhandenen Bilder sind stark verfremdet und zeigen Stevens Identifizierung mit der Hippie-Kultur der 70er Jahre.

Inhaltlich und musikalisch ein starkes Statement!



Norbert von Fransecky

Trackliste

CD 1
1 Intro: Wavy gravy (0:30)
2 Communion (6:28)
3 Camouflage of Righteousness (7:01)
4 Party Mambo! (5:52)
5 Love again (8:12)
6 Education (11:08)
7 On Sir Francis Drake (1:14)
8 I visit the Blues (4:43)
9 Gravity (5:43)
10 Los Desaparecidos (5:42)
11 Little Girl so fine (6:57)
12 Trapped again (4:25)
13 Love on the wrong Side of Town (4:23)
14 A World of our Own (6:35)

CD 2
1 Suddenly You (3:30)
2 Vortex (5:03)
3 I am a Patriot (7:20)
4 Superfly Terraplane (4:42)
5 Bitter Fruit (10:12)
6 Forever (5:32)
7 Summer of Sorcery (10:11)
8 Tucson Train (4:41)
9 Freeze Frame (with Peter Wolf) (4:32)
10 Sun City (with Peter Wolf) (5:30)
11 Soul Power Twist (7:49)
12 Out of the Darkness (8:48)

CD 3 (Bonus Tracks)
1 Bristol Stomp (2:32)
2 Club A-Go-Go (4:38)
3 Groovin' is easy (with Nick Gravenites) (5:05)
4 (Ain't nothin' but a) Houseparty (with Peter Wolf) (5:02)
5 Ride the Night away (with Jimmy Barnes) (5:58)
6 Moon Tears (with Nils Lofgren) (9:37)
7 Sun City (with Jimmy Barnes, Peter Garrett, Sam Fender, Courtney Hadwin, Jake Clemons, Garland Jeffreys, Bruce Springsteen) (5:51)

Besetzung

Stevie van Zandt (Voc, Git)
Stan Harrison (Flöte, Sax)
Ron Tooley (Trompete)
Ravi Best (Trompete)
Clark Gayton (Posaune)
Anthony Almonte (Perc)
Sara Devine (Voc)
Richie Mercurio (Dr)
Tania Jones (Voc)
Jack Daley (B)
Jessi Wagner (Voc)
Andy Burton (Keys)
Lowell Levinger (E-Piano, Git)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger