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Reviews

Rudresh Mahanthappa

Hero Trio


Info

Musikrichtung: Modern Jazz / Avantgarde

VÖ: 19.06.2020

(Whirlwind Recordings)

Gesamtspielzeit: 45:38

Internet:

https://www.rudreshm.com/
https://www.whirlwindrecordings.com/
https://uk-promotion.net/

Der Sohn indischer Immigranten, Rudresh Mahanthappa, wurde 1971 in Triest, Italien, geboren. Aufgewachsen ist er in Colorado, weitere Stationen waren Chicago und New York. Dort formte der Jazz-Saxofonist 1997 sein erstes eigenes Quartett.

Zwischenzeitlich hatte der Musiker Kontakt zu verschiedenen Musikstilen, auch außerhalb des Jazz' und entwickelte ein eigenständiges Profil. Nun hat er mit seiner sechzehnten Platte, Hero Trio ein Album vorgelegt, das ausschließlich von Fremdkompositionen bestimmt ist. Die drei "Helden", ja, mit entsprechenden Umhängen und Maskierungen präsentieren sie sich im Innencover, spielen diese Stücke aus verschiedenen Genres mit ihrem eigenen Ausdruck und machen sie sich sozusagen zu Eigen.

VIelfach ist man der Meinung, dass der Saxofonist stilistisch dem großen Neuerer des Alt-Saxofons, Charlie Parker, am nächsten stehen soll. Und das kann man insofern auch gut nachvollziehen, gibt es mit "Red Cross", "Barbados" und "Dewey Square" gleich drei Titel von ihm. Ja, ich denke, dieser Vergleich passt, denn Rudresh Mahanthappa spielt mit einem ähnlichen Feuer wie Parker, bringt jedoch darüber hinaus eigene Stilelemente ein.

Abseits des Jazz' haben Kompositionen von Stevie Wonder (#2) und June Carter Cash (#6) Einzug gehalten, und während das bei "Overjoyed" gar nicht einmal so auffällt, verfällt "Ring Of Fire" dann doch in einen sanften Country-Galopp. "The Windup" von Keith Jarrett wird mit viel Druck vorgetragen und Rudresh spielt es ganz anders, als man es von Jan Garbarek kennt, der den ursprünglichen Titel mit Jarrett aufgenommen hatte.

Sehr nah kommt dem Protagonisten die Interpretation eines Titels von Ornette Coleman. "Sadness", eingeleitet durch den gestrichenen Bass, fängt die Stimmung der Musik Coleman's gekonnt ein und wirkt entsprechend dezent "schräg". Die drei Musiker setzen das Trioformat, ohne das Piano als Melodieinstrument, sehr gut um und schaffen gemeinsam eine sehr unterhaltsame und musikalisch hochwertige Atmosphäre, die Raum lässt für virtuose Gestaltung. Ja, die "Helden" lassen ihre Superkräfte wirken, jeder für sich ein Held auf seinem Instrument und gemeinsam unschlagbar...



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Red Cross [Parker] (6:29)
2 Overjoyed [Wonder] (6:42)
3 Barbados/26-2 [Parker/Coltrane] (6:40)
4 I Can't Get Started [Gershwin/Duke] (5:30)
5 The Windup [Jarrett] (4:32)
6 Ring of Fire [Carter Cash] (3:56)
7 I'll Remember April [de Paul] (5:45)
8 Sadness [Coleman] (3:07)
9 Dewey Square [Parker] (2:42)

Besetzung

Rudresh Mahanthappa (alto saxophone)
François Moutin (double bass)
Rudy Royston (drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger