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Reviews

Trond Kallevåg

Fengselsfugl


Info

Musikrichtung: Jazz / Ambient / Country

VÖ: 14.05.2021

(Hubro)

Gesamtspielzeit: 40:46

Internet:

https://www.discogs.com/de/artist/5779972-Trond-Kallev%C3%A5g-Hansen
https://www.kallevaghansen.com/
https://trondkallevag.bandcamp.com/

Der norwegische Gitarrist und Komponist Trond Kallevåg liefert mit Fengselsfugl sein zweites Soloalbum ab, das er jedoch mit einer Schar norwegischer Szenegrößen eingespielt hat. Fengselsfugl bedeutet soviel wie Vogelkäfig, was treffend ist, denn mit den 10 Stücken bezieht sich der Künstler auf alte norwegische Gefängnislieder, die ihn beim Komponieren des Albums beeinflussten.

Nun, wenn dies der Musik der norwegischen Gefängnisse ist, so müssen hier sehr melancholisch-schöne Momente zu erleben sein. Das klingt natürlich ein wenig böse, denn irgendwie verweist diese sehnsuchtsvolle und wunderbar melancholische Musik durchaus auf das Bild an einen Eingesperrten, der nach draußen in die Freiheit schaut. Wir finden hier vor allem Country- und Jazz-Elemente vermengt, jedoch auch eine große Portion Floydesker Ambientsounds. Ja, auch bei der einen oder anderen E-Gitarre klingt Mr. Gilmour stark durch. Auf Grund der ruhigen, aber glasklaren Aufnahme entsteht auch eine starke Nähe zum Postrock.

Damit bin ich durch mit dem Genre-Bashing, denn am Ende ist dies hier eine sehr eigene Musik. Wunderbare perlende Klänge zu sehnsuchtsvollen, mal aufhellend, dann wieder sehr traurig.

Die Instrumentalisten bedienen ihre Instrumente, die da in erster Linie Gitarre, Pedal Steel, Violine, Harmonica, Piano, Wurlitzer und Kontrabass sind, in äußerster Perfektion. Die Kompositionen sind reichhaltig und doch auf den Punkt arrangiert. Hier ist nichts zu viel und nichts zu wenig.

Wer also auf einen schwebenden, akustischen Melancholie-Mix steht, der durch ein perfektes und reduziertes Schlagzeug und einigen wenigen Fieldrecordings verfeinert und vielen anderen kleinen Akzenten veredelt wurde, ist hier genau richtig. Einziges Manko ist, dass der Zeiger an wenigen Stellen mal zu sehr ins Kitschige driftet, aber das ist marginal und schadet diesen 40 Minuten voller melancholischer Schönheit nur sehr wenig.



Wolfgang Kabsch

Trackliste

1Til fengselet jeg vandrer5:01
2Amerikabåten3:50
3Brevet4:16
4Desember4:51
5Sentralen2:10
6Cowboy og Indianer4:39
7Porten2:15
8Bodskirken3:07
9Levnedsløp3:10
10Fengselsfugl7:27

Besetzung

Trond Kallevåg: acoustic and electric guitar, electronics and field recordings
Adrian Løseth Waade: violin
Geir Sundstøl: electric guitar, pedal steel and harmonica
David Wallumrød: upright piano, Wurlitzer, Arp Solus, Clavinet, Minimoog og Logan Strings
Alexander Hoholm: double bass
Ivar Myrset Asheim: drums, chimes, percussion, musical saw and glass

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger