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Reviews

Trialogos

Stroh zu Gold


Info

Musikrichtung: Ambient, Psychedelic Rock, Klangkunst

VÖ: 18.06.2021

(Exile on Mainstream Records)

Gesamtspielzeit: 39:45

Internet:

https://www.facebook.com/trialogos

Die einhundertste Veröffentlichung von Exile On Mainstream Records ist alles andere als ein typische Band- oder Rockprojekt-Album. Und genau deshalb passt es wohl wunderbar in den Katalog von Andreas Kohl und seinem Team.

Stroh zu Gold ist eine Art Klanggespräch zwischen Multiinstrumentalist und Inhaber des Experimental-Labels blackrecords, Tobias Verthake, besser bekannt als Sticker Man, die Berliner Musikerin und Sängerin Kiki Bohemia sowie der sich schon lange im Dunstkreis des Exile-Labels bewegende Conny Ochs zuammen. Gestartet ist das Ganze eigentlich als im März letzten Jahres, als Kiki Bohemia und Sicker Man einen täglichen Livestream etablierten. Ochs stieß als dritte künstlerische Stimme erst später hinzu. Und unter dem Namen Trialogos tauchte man erstmals im Rahmen einer Kunstausstellung im Sommer 2020 in Erscheinung.

Gemäß der Entstehungsgeschichte braucht man auch keine normalen Songs erwarten. Hier wird der Ansatz „Klangkunst“ bis in den letzten Ton ausgelebt. In acht überwiegend instrumentalen Titeln wird wild experimentiert, Klänge wie verschiedene Dias übereinander gelegt, um ganz neue Bildspektren zu gewinnen. Hier treffen Gegensätze aufeinander, wobei viele durchaus interessante, aber nicht immer einfach zu fassende Dinge geschehen.

Was dabei alle Stücke eint, ist der ambiente Charakter. Die Eröffnung „Lavu Santu“ gibt den Charakter des Albums vor. Das Stück wimmelt von tief schlurfenden, basslastigen Synthie-Sounds, warmen Cello-Flächen, darüber flirrende Fuzz-Gitarren, einer verhallten Spoken-Word-Einlage. Das hat schon was Ätherisches. Der Titeltrack ist dagegen ganz anders gestrickt. Plötzlich wird es rhythmisch und Synthpop-Beats treffen auf eine krautige Atmosphäre. Psychedelic pur. „Batdance“ wiederholt das noch einmal, klingt aber wie eine pervertierte Gruftiedisco-Version hiervon.

Sehr cool ist „Mali/Berlin“, das tatsächlich wie eine Ambient-Interpretation von Mali Blues klingt. Eine regelrechter Seelenstreichler, genauso wie das abschließende Wellenreiter, das mit seinem minimalistischen Flair gefällt und erstmals auch richtigen Gesang von Conny Ochs enthält. Aber so leichtgängig geht es nicht immer zu, denn Stroh zu Gold ist eine Herausforderung. Ganz besonders im bedrohlichen Noise-lastigen „Rip Current“, welches viele wohl gar nicht mehr als Musik bezeichnen würden.

Die Platte rein objektiv zu bewerten ist äußerst schwierig. Deshalb sehen wir dieses Mal auch davon ab.

Mario Karl

Trackliste

1Lavu Santu5:03
2Stroh zu Gold4:13
3Il Terzo Sogno3:38
4Rip Current6:40
5Hikikomori3:34
6Batdance4:41
7Mali/Berlin6:05
8Wellenreiter5:51

Besetzung

Sicker Man: Acoustic & Electric Cello, Guitars. Moog, June 6, Lapsteel, Beats, Effects
Kiki Bohemia: Rhodes, Vocals, Bass, Dictaphone, Autoharp, Effects
Conny Ochs: Acoustic & Electric Guitars, Vocals, Bass, Drums, Percussion

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger