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Reviews

Uriah Heep

Live in Moscow (Review-Serie, Folge 12)


Info

Musikrichtung: Hard Rock

VÖ: 05/1988

(Legacy / Intercord)

Gesamtspielzeit: 60:22

Internet:

http://www.uriah-heep.com

50 Jahre Uriah Heep – Reviews zum Jubiläum; Folge 12: Live in Moscow



Seit einem Jahr sind wir nun dabei die Review-Lücken im Backkatalog von Uriah Heep zu füllen. Angefangen haben wir nach den beiden Interviews, die wir anlässlich des 50sten Bandjubiläums mit Mick Box und dem zwischenzeitlich verstorbenen Ken Hensley geführt haben, mit der Review zu Sweet Freedom.

Dabei haben wir uns auf die Studio-Alben konzentriert und die Live-Alben ausgelassen. Wobei der Plural hier gar nicht angemessen ist. Denn in den ersten 17 Jahren der Bandgeschichte ist nur ein einziges Live-Album erschienen. Erst 1988 erscheint die zweite Veröffentlichung, die Live-Aufnahmen der Band präsentiert. Aufgenommen wurden sie im Dezember 1987 an zehn(!) aufeinander folgenden Abenden vor insgesamt 180.000 Fans im Moskauer Olympiskij Stadion.

Der Grund, dass wir dieses Album als einziges Live-Album in diese Review-Serie aufgenommen haben, besteht nicht in der Tatsache, dass Uriah Heep als erste westliche Band bereits vor dem Fall des eisernen Vorhangs in diesem Umfang in der Sowjetunion spielen konnten. Wir haben es auch nicht getan, weil dies die erste Veröffentlichung der langlebigsten Uriah Heep-Formation aller Zeiten ist. Von 1986 bis 2008 spielte die Band 22 Jahre ohne Veränderung in der Besetzung Mick Box (Git), Lee Kerslake (Dr), Trevor Bolder (B), Phil Lanzon (Keys) und Bernie Shaw (Voc).

Hauptgrund ist, dass auf diesem Live-Album drei Stücke gespielt werden, die sich auf keinem Studio-Album befinden – und die auch noch von den beiden Neuzugängen geschrieben wurden: „Pacific Highway“ von beiden gemeinsam; „Mister Majestic“ von Phil Lanzon alleine und „Corina“ von beiden zusammen mit Mick Box.

Die Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von Live-Alben ist mit dieser Besetzung übrigens Geschichte. Sie wird mehr Live- als Studio-Alben veröffentlichen.


Was zuerst einmal auffällt – insbesondere, wenn man das Album, wie ich, im CD-Wechsler liegen hat, der eine CD nach der anderen in den Schacht befördert – ist der ziemlich schwache Sound, der allerdings wenig stört, da man sich relativ schnell daran gewöhnt.

Problem Nummer Zwei ist – zumindest wenn man nur die bisherigen Uriah Heep kennt und das Album die ersten Male hört – die Stimme von Bernie Shaw. Natürlich hatten auch John Lawton und Pete Goalby andere Stimmen als David Byron, aber Bernie Shaw hat eine so deutlich höhere Stimmlage als alle seine Vorgänger, dass der Fan sich hier wirklich umstellen muss.

Und als dann bei ersten Hören die ersten beiden neuen Songs erklangen, stellte sich mir die Frage, ob hier eine ähnliche Entwicklung einsetzten würde, wie einst mit Innocent Victim. „Corina“ kommt recht poppig und der Synthie-Einstieg von „Mister Majestic“ erinnert an die Synthie-Popper After the Fire, die ich zwar liebe, die aber eine ganz andere Nummer sind, als die Hard Rocker Uriah Heep.

Gerahmt werden die beiden neuen Stücke von zwei Blöcken, die aus echten Klassikern bestehen und jeweils von einem Stück aus dem damals vorletzten, relativ harten Album Abominog abgeschlossen werden. Abgesehen von der Stimme Shaws, die wie gesagt höher als gewohnt ist und bei „The Wizard“ wesentlich weniger differenziert agiert, als sie das bei Byron und Lawton war, und den ungewöhnlich eingesetzten Keyboards beim Opener werden die Stück sehr nahe am Original interpretiert.

Als Abschluss des regulären Sets (zumindest auf der CD) gibt es den dritten Neuen. Er ist deutlich rockiger als die ersten beiden, aber auch deutlich unauffälliger. Ob „Gypsy“, das hier auf der CD als Bonus-Track gelistet ist, tatsächlich eine Zugabe war, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob das hier die komplette Set List der Moskauer Konzertte war. (Wenn ja, wäre es bemerkenswert, dass Uriah Heep es gewagt haben ohne „Lady in Black“ an den Start zu gehen.

Auf jeden Fall nutzt Phil Lanzon das Stück, das das erste Stück der Bandgeschichte war (Stück 1 auf der ersten Seite des Debüts Very ‘eavy, very ‘umble), um ausgiebig zu zeigen, dass von ihm als Keyboarder einiges zu erwarten war. Erwartungen, die er in mittlerweile 35 Jahren reichlich erfüllen konnte.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Bird of Prey 4:52
2Stealin' 5:40
3Too scared to run 4:10
4Corina 4:09
5Mister Majestic 5:57
6The Wizard 4:50
7July Morning 8:56
8Easy Livin' 3:22
9That's the Way that it is 4:09
10Pacific Highway 5:30
11Gypsy (Bonus Track) 8:38

Besetzung

Mick Box (Git, Voc)
Lee Kerslake (Dr, Voc)
Trevor Bolder (B, Voc)
Phil Lanzon (Keys, Voc, Co-Lead Voc <5>)
Bernie Shaw (Lead Voc)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger