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Reviews

Diverse (Marzorati, A.)

Sainte-Hélène. La légende napoléonienne


Info

Musikrichtung: 19. Jahrhundert Vaudeville u. a.

VÖ: 07.05.2021

(MUSO / Note 1 / CD / DDD / 2020 / Best. Nr. mu 044)

Gesamtspielzeit: 62:28

EN MÉMOIRE!

Eine wirklich – man kann es nicht anders sagen – amüsante und originelle Blütenlese musikalischer Napoleon-Devotionalien! Was die Sänger:innen und Instrumentalist:innen von Les Lunaisiens und Les Cuivres Romantiques unter der künstlerischen Leitung des Bariton Arnaud Marzorati hier ausgegraben haben, sind klingende Erinnerungs- und Verklärungsstücke um den großen Volkshelden, General, 1. Konsul, Kaiser und Diktator der Franzosen, den (nicht ganz) unsterblichen Napoleon Bonaparte. Am 5. Mai 1821 verschied der ehemalige Herrscher über große Teile Europas auf der Atlantikinsel St. Helena, seinem zweiten Exil, mutmaßlich an Magenkrebs (und wohl nicht, wie es gerne kolportiert wird, an einer schleichenden Arsenvergiftung). Also: 2021 jährt sich N.B. Todestag zum 200. Mal.

Was das Album so reizvoll macht, ist die Auswahl von eingängigen Songs, die manchmal wie eine Mischung aus Vaudeville, Volkslied und Kirchenchoral klingen, und ihre kunstvoll ungeschliffenen, flotten Arrangements. Das meiste ist anonym in Quellen überliefert, anderem liehen versierte Komponisten wie Luigi Cherubini ihre Feder. Sentimentale Heldenverehrung mischt sich mit einer fast schon niedlichen Ernsthaftigkeit und der Suche nach einem „hehren Ton“; doch Pathos und Ergriffenheit kommen oft mit einem gewissen Augenzwinkern daher und schlagen mitunter ins Parodistische um. Trotzdem: Beim Schlussstück möchte man seinen Dreispitz abnehmen und das Haupt respektvoll senken - leider trägt man so etwas heute ja nicht mehr.

Für die richtigen Farben sorgen in wechselnden Kombinationen ein kecker Soubretten-Sopran (Sabine Divieilhe), ein kerniges Männerquartett, ein selbstbewusst schräg spielendes Blechbläser-Septett sowie Klimper-Klavier, Leierkasten und ein hupender Serpent. Man marschiert und tiriliert, lamentiert und salutiert, singt und parliert. Das hat alles sehr viel Charme, wirkt authentisch und, nun ja, macht sogar Lust auf mehr. Zumindest erahnen kann man auch, aus welchen musikalischen Biotopen später ein gewisser Herr Offenbach Ideen für seine Hits bezog.

Nicht nur für den Museumshop!



Georg Henkel

Trackliste

Fanfare "a l'etendard"; Te Souviens-tu; Sonnerie "pour eteindre les feux"; Adieux d'une Mere a son fils; Les Pommes de Terre; Les Francais au General Bonaparte; Les Merites de Bonaparte; Complainte de la Machine Infernale; Marche du Premier Consul; Le Sacre de Napoleon; Adagio & Polonaise; Les Pupilles de la Garde; La Victoire est a nous; Chanson de l'Oignon; Le Conscrit; Le Roi d'Yvetot; La Campagne de Russie; Pas redouble Nr. 4; Le Tombeau de Josephine; La Bataille de Waterloo; Marche Nr. 2; Les Souvenirs du Peuple; Sainte-Helene

Besetzung

Sabine Devieilhe, Sopran

Les Lunaisiens
Les Cuivres Romantiques

Arnaud Marzorati, Bariton und künstlerische Leitung

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger