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Reviews

Kari Ikonen

Impressions, Improvisations And Compositions


Info

Musikrichtung: Chamber Jazz/World Music

VÖ: 08.01.2021

(Ozella)

Gesamtspielzeit: 38:39

Internet:

http://www.kariikonen.com/
http://ozellamusic.com/

Der finnische Pianist und Keyboarder Kari Ikonen, Jahrgang 1973, beschäftigte sich zunächst mit klassischer Musik, bevor er sich dem Jazz widmete. Das kommt ihm sicher zupass, finden sich doch bis heute Elemente beider Genres in seinem Repertoire.

Sein neuester Streich ist Impressions, Improvisations And Compositions, mit Musik, die von Wassily Kandinsky inspiriert sein soll. Es handelt sich um eine Piano-Solo-Einspielung, wobei das Piano bei einigen Songs noch entsprechend präpariert wurde. So lese ich von einem Maqiano, einer speziellen, vom Protagonisten entwickelten Zurichtung, "...for playing the Arabic Maqamat and other micro-intervals on the grand piano.". Also um arabische Skalen geht es unter anderem. (Hinweis hierzu: www.maqiano.com )

Die Musik besteht, dem Plattentitel zu entnehmen, aus Eindrücken, Improvisationen und Kompositionen. Ikonen führt selbst hierzu aus: Wassily Kandinsky, einer meiner Lieblingsmaler, teilte seine Bilder in drei Kategorien ein: Impressionen, Improvisationen und Kompositionen. "Improvisationen" waren spontane Ausdrücke einer inneren Stimmung oder eines Gefühls, direkt aus der Seele des Künstlers. "Impressionen" waren ebenfalls Improvisationen, aber mit äußeren Einflüssen, wie Musik oder der Natur. "Kompositionen" waren ebenfalls Ausdruck innerer Visionen, aber bewusster gestaltet...

Und so breitet sich gleich von Beginn an etwas Ungewöhnliches vor mir aus. "Imprologue" ist eine flirrende Einleitung auf dem bereits präparierten Piano, aber nur kurz, und mit "Maqtu'ah On Maqam Rast" geschieht es dann - das ist sehr arabisch, das atmet diese spezielle Art dieser Musik, das sind faszinierende Piano-Läufe, die präsentiert werden, sehr rhythmisch ausgestaltet. Neben weiteren arabischen Ausflügen ("Taqsim on Maqam Saba", das wie der Soundtrack zu den morgenländischen Erzählungen "Tausendundeine Nacht" passt, ist es noch "Trance Oriental". Und der Songtitel "Koto" lässt ebenfalls Rückschlüsse zu, auf nach Japan! Auch hier sind das für das Piano ungewohnte Klänge, die tatsächlich an den Klang des Kotos, dieser japanischen Zither, erinnern, zudem jedoch lässt Ikonen perlende Piano-Läufe einfliessen, die wie springende Wassertropfen klingen.

Und so ist es unglaublich spannend, zu lauschen, einer Musik, die ungewohnt klingt und nahe zugleich, entstand sie doch natürlichen Ursprungs und lässt sie durch die entspannte Atmosphäre diese Nähe auch zu. Das ist halt keine gewöhnliche Piano-Solo-Platte eines Jazzmusikers. Hier treffen sich Jazz, Klassik und Folklore in einer Person. Auch die übrigen, mehr an europäischer Musik orientierten Songs strahlen etwas aus, dass nach Ursprung klingt, nach Seele, nach Natur, nach Leben, nach Kunst, nach dem Ruf, sich Tagträumen hinzugeben und sich dabei zu öffnen und zu geniessen. Das ist wahre Kunst, solche Vielseitigkeit in solch kleinem Rahmen zu präsentieren.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Imprologue (1:27)
2 Maqtu'ah on Maqam Rast (4:24)
3 Pinocchio (3:15)
4 Rausch (1:54)
5 Taqsim on Maqam Saba (4:45)
6 Blue (2:26)
7 Violet (1:23)
8 Koto (5:00)
9 Oppressive (1:32)
10 Three-Chord Blues (2:24)
11 Trance Oriental (4:48)
12 The Evergreen Earth (5:22)

Besetzung

Kari Ikonen (piano, with and without Maqiano and other preparations)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger