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Reviews

Tschaikowsky, P. I. (P. Järvi)

Sinfonien Nr. 2 & 4


Info

Musikrichtung: Romantik

VÖ: 19.03.2021

(ALPHA / Outhere Music / Note 1 / CD / 2020 / Best. Nr. ALPHA 735)

Gesamtspielzeit: 76:10

Internet:

Paavo Järvi

VATER-SOHN

Es ist gerade im künstlerischen Bereich kein geringes Wagnis, wenn der Sohn in die Fußstapfen des Vaters tritt. Paavo Järvi hat sich aber auf internationalem Parkett rasch freigeschwommen und schon lange aus dem Schatten seines Vaters, des estnischen Dirigenten Neeme Järvi, befreien können. Bei seinem Tschaikowsky Zyklus, dessen zweiter Teil nun mit den Sinfonien Nr. 2 und 4 erschienen ist, holt ihn dieser Schatten indes unweigerlich ein, denn natürlich drängt sich zuerst der Hörvergleich mit Neeme Järvis Tschaikowksy-Zyklus auf, den dieser vor rund 15 Jahren beim Label BIS vorgelegt hat.

Bei diesem Vergleich erweist sich der Sohn als deutlicher der traditionellen romantischen Klangschule zugeneigt. Der Farbauftrag ist bei den Streichern sämiger, der Klang insgesamt fülliger und ausschwingend, überwiegend vom Legato geprägt. Die dramatischen Passagen geraten mit dem souveränen Tonhalle-Orchester Zürich mal aufrauschend, mal atmend und strömend. Das alles entwickelt, zumal bei der 4. Sinfonie - auch als "Schicksalssinfonie" bekannt - durchaus Zugkraft und vor allem Intensität, nicht zuletzt dank der feinen dynamischen Abstufungen und der klaren Binnenstrukturierung. Etwas unterbelichtet bleiben hier wie auch in der 2. Sinfonie, der sogenannten "Kleinrussischen", indes die folkloristischen Einsprengsel und elegischen Momente, die Paavo Järvi weniger idiomatisch als sein Vater darbietet. Dessen alterskluge Interpretationen erweisen sich aufs Ganze gesehen somit letztlich auch heute noch um eine Nasenlänge als die luzideren und zugleich in ihrer Unerbitterlichkeit als jene von größerer dramatischer Durchschlagskraft.

Sprechender im Hinblick auf die biographischen Schlaglichter, die Tschaikowsky in seine vierte Sinfonie eingearbeitet hat, ist indes noch eine andere Referenzeinspielung, nämlich jene von Jos van Immerseel (MAS-Review) mit ihrem höchst ausdifferenzierten Orchestersound, an den die Neueinspielung trotz aller Qualität und Wucht ebenfalls nicht ganz heranreicht.




Sven Kerkhoff

Trackliste

1-4 Sinfonie Nr. 2 c-moll (Version 1879) , op. 17
5-8 Sinfonie Nr. 4 f-moll, op. 36

Besetzung

Tonhalle-Orchester Zürich
Paavo Järvi: Ltg.

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger