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Reviews

Uriah Heep

Abominog (Review-Serie, Folge 9)


Info

Musikrichtung: Hardrock

VÖ: 03/1982

(Bronze)

Gesamtspielzeit: 41:48

Internet:

http://www.uriah-heep.com

50 Jahre Uriah Heep – Reviews zum Jubiläum; Folge 9: Abominog

Vor neuen Monaten haben wir anlässlich des 50. Jahrestags der Veröffentlichung des Uriah Heep Debüts Very ‘eavy, very ‘umble mit dieser Review-Serie begonnen, in der wir alle Heep-Alben, die bei uns zuvor noch nicht besprochen worden waren, vorstellen werden.

Nun hat Mario für unsere März-Ausgabe die Review zu Abominog geschrieben. Das geschah logischerweise im Februar 2021, in dem Monat, in dem sich nun inzwischen bereits die Veröffentlichung des zweiten Uriah Heep Albums Salisbury zum 50. Mal jährt.

Nach dem Album Conquest, das wir im vergangenen Monat besprochen haben, sah es so aus, als seien Uriah Heep ein auf die 70er Jahre begrenztes Phänomen, das mit dem 1970er begonnen hatte und nun 1980 mit eben Conquest zu Grabe getragen würde.

Dass es anders gekommen ist, wissen wir, die wir heute das 50. Jubiläum der Hard Rock Ikone feiern. Mario Karl beschreibt in dieser Ausgabe, wie der Neu-, bzw. Durchstart nach dem problematischen Conquest, das alles andere als eine Eroberung war, ausgesehen hat.



Das Jahr 1982 war eine Zäsur in der Geschichte von Uriah Heep. Keyboarder und Songwriter Ken Hensley war von Bord gegangen. Genauso wie Bassist Trevor Bolder (auch wenn er später wieder zurückkehren sollte) sowie Interims-Schlagzeuger Chris Slade und Kurzzeit-Sänger John Sloman. Faktisch stand Mick Box ohne Band da. Der Wille weiterzumachen war allerdings stärker. Also lockte der Brite den langjährigen Drummer Kerslake in den Heep-Schoß zurück. Der brachte von seinem Engagement bei Ozzy Osbourne gleich Bassist Bob Daisley mit. Hinzu kamen Keyboarder John Sinclair sowie Sänger Peter Goalby. Der Aufbruch in die 80er konnte damit erfolgen. Und jener hörte auf den Namen Abominog.

Man wollte sich hörbar an der neuen Zeit orientieren - sprich am griffigeren, gitarrenlastigen Hardrock, durchaus amerikanischer Prägung. Nur schien man sich in Sachen Songwriting nicht besonders weit zu trauen. Denn ganze fünf der zehn Titel waren Fremdkompositionen. Mit „On The Rebound“ von Russ Ballard hatte man sich sogar etwas eines richtigen Hitlieferanten geschnappt. Trotzdem muss man sagen, dass am Ende ein doch recht harmonisch ineinanderfließendes Album herausgekommen ist. Wahrscheinlich sogar das beste des Jahrzehnts (was in dem Fall allerdings gar nicht so viel bedeuten muss…).

Der Start mit „Too Scared Tto Run” ist jedenfalls ein packender. Ein riffgetriebener Hardrocker im Nachklang der New Wave Of Heavy Metal. Nicht ganz so ruppig wie bei den „jungen Wilden“ der Insel, aber durchaus auf Augenhöhe. „Hot Persuasion“ und „Sell Your Soul“ schlagen in eine ähnliche Kerbe, auch wenn man aufgrund der typischen Heep-Harmonien und der teils wirbelnden Orgelklänge zumindest einen Anklang an selige Zeiten findet. Generell muss man sagen, dass gerade die Eigenkompositionen von Box & Co. eher ins härtere Lager tendieren und Uriah Heep als Act präsentiert, der es noch einmal wissen möchte. Lediglich das in den Strophen an Saga erinnernde „Chasing Shadows“ oder das AOR-lastige „Think It Over“ kommen softer, aber nicht weniger gut rüber.

Der Rest ist ein kleiner Gemischtwarenladen. „On The Rebound“ hat man etwas geglättet und auf Hit getrimmt, ebenso wie das von John Mellencamp bekannt gemachte „Hot Night In A Cold Town“. Das von Keyboarder Sinclairs alter Band Gary Farr’s Lion entliehene „Running All Night (With the Lion)“ gibt sich als lässig schlendernder Gute-Laune-Rocker, während „Prisoner“ eine eher unauffällige, balladeske Nummer ist.

Uriah Heep in den 80ern – eine durchaus wechselhafte Geschichte. Weder mit den wunderbaren Anfängen, noch mit der quasi Wiederauferstehung seit 2008 vergleichbar. Aber Abominog bleibt zumindest eine über weite Strecken gut hörbare Platte, auch wenn ihr eine gewisse Magie abgeht.



Mario Karl

Trackliste

1Too Scared to Run3:49
2Chasing Shadows4:39
3On the Rebound3:14
4Hot Night in a Cold Town4:03
5Running All Night (with the Lion)4:28
6That's the Way That It Is4:06
7Prisoner4:33
8Hot Persuasion3:48
9Sell Your Soul5:25
10Think It Over3:42

Besetzung

Peter Goalby: lead vocals
Mick Box: guitars, vocals
John Sinclair: keyboards, vocals
Bob Daisley: bass guitar, vocals
Lee Kerslake: drums, vocals

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger