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Reviews

Barry Gibb & Friends

Greenfields - The Gibb Brothers' Songbook, Vol. 1


Info

Musikrichtung: Pop

VÖ: 08.01.2021

(Capitol/Universal)

Gesamtspielzeit: 44:12

Internet:

http://www.barrygibb.com/
https://www.promo-team.de/

The Bee Gees, klar, kennen wir Alle... Die drei Brüder Gibb, die dort aktiv waren, auch. Leider ist nun nur noch Barry Gibb übrig geblieben. Sein bisher letztes Album, "In The Now", liegt nun auch wieder fast fünf Jahre zurück. Das war ein sehr gutes Pop-Album, in der Rezension dazu bemerkte ich, dass der Musiker damals ursprünglich geplant hatte, ein Country-Album aufzunehmen, die Plattenfirma jedoch angeblich davon abgeraten hatte, so dass anstelle dessen der Schwerpunkt auf Pop und Rock gelegt wurde.

Doch nun hat sich Barry entweder durchgesetzt, oder man hat sich geeinigt, denn mit seiner neuen Platte Greenfields - The Gibb Brothers' Songbook, Vol. 1, hat er das geplante Album mit Country-Musik nun doch verwirklichen können, und, dem Titel gemäß, wird es wohl noch einen zweiten Teil geben.

Ohne, dass ich bisher nur einen Ton gehört habe, sehe ich ein "Problem". Denn fast alle Songs stammen von The Bee Gees, sind also allesamt den verschiedenen Zeiträumen ihres Schaffens zuzuordnen, sei es Beat, Pop oder Disco. Das wiederum heisst, dass die Songs auf genau diese Genre zugeschnitten waren. Wie soll man solche Stücke denn nun in Richtung Country drehen? Eine Pedal Steel mit in das Instrumentarium aufzunehmen, damit sollte es nicht getan sein. Auch nicht, diverse Stars der Country-Musik ins Boot zu holen, sicher auch nicht. Nun, mit Dave Cobb ist immerhin einer der führenden Produzenten in Nashville an Bord. Doch, auch das muss nichts bedeuten, hat das, was heute zu einem großen Teil aus Nashville auf den Markt kommt, oft gar nichts mehr mit Country-Musik, wie man sie kennt, zu tun.

Und so startet die Platte mit "I've Gotta Get A Message To You" auch genauso, wie ich es erwartetete. Da ist keine Spur von Country zu vernehmen. Das ist der alte Song, lediglich neu verpackt. "Words Of A Fool", ein Song von Gibb komponiert und aus 1986 stammend und noch nicht veröffentlicht, passt sich insofern besser den Gegebenheiten an und erscheint als Country-angehauchte Ballade. Alison Krauss, eine der führenden Stars des Genres, kann auch "Too Much Heaven" nicht in die Richtung Country lenken, das ist und bleibt ein Popsong, hier eben in einer neuen und schönen Version vorgetragen.

Und so bleibt es durchgehend bei mit oft zartem Ausdruck geprägter angenehmer Popmusik mit dem einen oder anderen Schlenker zur Country-Musik. Da muss erst die gute Dolly Parton erscheinen, und sich mit ihren unnachahmlichen Art den Song "Words" zu Eigen zu machen. Dolly schwenkte ja stets hin und her zwischen Pop und Country und verkörpert das auch hier mit Überzeugung. Die auch hier eingesetzten Streicher lassen den Song so richtig schön triefend schmalzig wirken, die vom Profi Paul Franklin eingesetzte wimmernde Pedal Steel trägt noch dazu bei. Man kann sagen, was man will, irgendwie ist diese Version recht ergreifend.

So, und ansonsten geht es weiter mit niveauvoller Popmusik, "How Deep Is Your Love" ist so, wie es immer war, wie man es erwartet, und auch die übrigen Coverversionen erfüllen für mich allesamt nicht die Anforderung für eine Platte mit Country-Musik. Dass es auch anders gehen könnte, hat mir bislang viele Male die Serie "Pickin' On" gezeigt, in der Country- und Bluegrass-Musiker auf dem Label CMH Records Tribut-Platte unter anderen für Rock- und Pop-Bands aufgenommen haben, unter ihnen solche Alben mit Musik der Beatles, von Led Zeppelin, Pink Floyd und vielen anderen. So denke, ich, dass man die Kompositionen der Gebrüder Gibb durchaus in diesen Bereich unkompliziert verfrachten könnte. Na, das wäre doch eine neue Aufgabe für die Picker!

Im Übrigen sei noch angemerkt, dass Greenfields in folgenden Ausführungen erschienen ist:

• CD Standard mit 12 Songs
• CD Deluxe mit 14 Songs
• 2LP mit 12 Songs (identisch zur CD Standard)



Wolfgang Giese

Trackliste

1 I’ve Gotta Get A Message To You (with Keith Urban)
2 Words of a Fool (with Jason Isbell)
3 Run To Me (with Brandi Carlile)
4 Too Much Heaven (with Alison Krauss)
5 Lonely Days (with Little Big Town)
6 Words (with Dolly Parton)
7 Jive Talkin’ (with Miranda Lambert, Jay Buchanan)
8 How Deep Is Your Love (with Tommy Emmanuel, Little Big Town)
9 How Can You Mend A Broken Heart (with Sheryl Crow)
10 To Love Somebody (with Jay Buchanan)
11 Rest Your Love On Me (with Olivia Newton-John)
12 Butterfly (with Gillian Welch, David Rawlings)

Besetzung

Barry Gibb (vocals, acoustic guitar)
Keith Urban (electric guitar)
Brian Allen (bass)
Chris Powell (drums, percussion, hand claps)
Leroy Powell (electric guitar, hand claps)
Phillip Towns (Hammond B3, piano, mellotron)
Robby Turner (pedal steel)
Jason Isbell (acoustic guitar, slide guitar)
Dave Cobb (acoustic guitar, 12 string acoustic guitar, mellotron)
Phil Hanseroth (bass)
Tim Hanseroth (guitar)
Paul Franklin (pedal steel)
Stephen Gibb, Toby Hulbert, Becky Fluke, Jay Landers, John Merchant (hand claps)
Danny Goodstein (drums)
Elizabeth Lamb (12 string acoustic guitar, viola)
Little Big Town = Karen Fairchild, Kimberly Schlapman, Phillip Sweet, Jimi Westbrook
Tommy Emmanuel (acoustic guitar)
David Rawlings (acoustic guitar)
Gillian Welch (acoustic guitar)
plus orchestra (strings, woodwinds, brass)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger